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Monday, October 12, 2026

Briefporto: Netzagentur schlägt deutliche Erhöhung vor

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Briefe zu verschicken, kann ab 2027 deutlich teurer werden. Die Bundesnetzagentur hat der Deutschen Post erlaubt, das Porto um gut 20 Prozent zu erhöhen.

12.10.2026 | 0:26 min

Der Briefversand könnte sich in Deutschland so stark verteuern wie noch nie. Die Bundesnetzagentur veröffentlichte ihren Plan, wonach das Briefporto zum Januar 2027 um 20,35 Prozent steigen kann.

Es geht um den "Preis-Erhöhungsspielraum" - um diesen Wert soll die Deutsche Post die für die Jahre 2027 und 2028 prognostizierte Gesamtmenge aller Briefe und Postkarten verteuern dürfen.

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24.07.2026 | 17:13 min

Was ein Standardbrief ab 2027 kosten könnte

2022 hatte der durchschnittliche Preisaufschlag 4,6 Prozent betragen; 2025 war mit 10,48 Prozent der bisherige Höchstwert erreicht worden. Die von der Netzagentur eingeräumten Spielräume für Preiserhöhungen hat die Post bislang immer voll genutzt.

Welche Briefart wie teuer wird, steht bislang noch nicht fest - das entscheidet die Post später selbst. Sollte sie den Erhöhungsspielraum auf jede Briefart gleich anwenden, würde der Inlandsversand eines Standardbriefs ab Januar 1,14 Euro kosten. Bislang werden für einen bis zu 20 Gramm schweren Standardbrief 95 Cent fällig.

Oliver Ziemer ist 29 Jahre alt und arbeitet seit zehn Jahren als Paketzusteller bei DHL. Cherno Jobatey begleitet ihn einen Tag bei seiner Arbeit – 192 Pakete müssen zugestellt werden.

31.07.2026 | 5:55 min

Seit 2012 hätte sich das Porto eines Standardbriefs damit in etwa verdoppelt, damals waren es 55 Cent. Neben dem Standardbrief gibt es noch den Maxibrief, Großbrief, Postkarten und weitere Briefarten.

Abnehmende Briefmengen sorgen für steigende Preise

"Wesentlicher Grund für das steigende Porto sind die stark abnehmenden Briefmengen", erklärte der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller. Die Kosten verteilten sich auf weniger Briefe und damit würden die Preise steigen. Die Netzagentur sei gleichzeitig unter den geforderten Anpassungen der Post geblieben und habe diverse Positionen nicht berücksichtigt.

Im Digitalzeitalter sinkt die Briefmenge seit langem. Wurden 2005 in Deutschland noch 16,9 Milliarden Briefsendungen verschickt, so waren es 2025 nur noch knapp 9,4 Milliarden. Die Kosten für die Post steigen hingegen, sie muss viele Briefkästen, Filialen und Postboten haben.

Beschädigte Pakete, aufgerissene Verpackungen: Rund 55.000 Beschwerden gingen im vergangenen Jahr über Post- und Paketdienste ein, knapp ein Viertel mehr als 2024.

08.04.2026 | 0:29 min

Post will "verantwortungsvoll" mit Spielräumen umgehen

In einer ersten Reaktion auf die Vorschläge wies die Deutsche Post vor allem auf die stark gestiegenen Kosten für Löhne, Energie und Materialien hin. Allerdings sei man sich bewusst, dass zu große Preissprünge die Verbraucher belasten würden und die Briefmengen weiter unter Druck setzen könnten. "Wir werden daher mit dem von der Bundesnetzagentur eingeräumten Spielraum verantwortungsvoll umgehen", hieß es von der Post.

Die Deutsche Post darf das Porto nicht selbst festlegen, sondern sie ist auf die Zustimmung der Bundesnetzagentur angewiesen. Dies geschieht in einem mehrstufigen Verfahren: Nach dem Entwurf für den Erhöhungsspielraum wird die Branche konsultiert, nach den Einschätzungen der Logistiker legt die Regulierungsbehörde die Vorgaben fest.

Danach entscheidet die Post, welche Briefart wie teuer wird. Das wiederum prüft die Bundesnetzagentur und gibt dann das Porto für 2027 frei.

Die Deutsche Post wird umbenannt: Künftig soll der Konzern an der Börse als DHL AG auftreten. Die Tochterfirma, die für das Briefgeschäft zuständig ist, soll den Namen jedoch beibehalten.

05.05.2026 | 0:23 min

Auch Pakete und Geschäftspost könnten teurer werden

Neben Briefen von Privatkunden geht es auch um Pakete und Post von Firmen und Behörden. Das Porto hierfür soll ebenfalls steigen - bei Paketen um 10,72 Prozent und damit ebenfalls deutlich stärker als vor zwei Jahren, als es 7,21 Prozent gewesen waren.

Bei der Geschäftskunden-Post schlägt die Bundesnetzagentur ebenfalls ein Plus von bis zu 20,35 Prozent vor. Die neuen Preise würden für 2027 und 2028 gelten.

Die Deutsche Post ist hierzulande mit großem Abstand Marktführer bei Briefen und Paketen. Zu den kleineren Brief-Konkurrenten gehören die Citipost aus Hannover, die PIN AG aus Berlin und die BWPost aus Stuttgart - sie sind bei der bundesweiten Zustellung auf den Konkurrenten Deutsche Post angewiesen und zahlen dafür Geld. Zu den Paketkonkurrenten gehören Hermes, DPD, GLS und UPS.

All diese Wettbewerber des Bonner DHL-Konzerns, dessen deutsches Stammgeschäft Deutsche Post AG heißt, sind nicht an die Portovorgaben der Bundesnetzagentur gebunden, da sie kein Universaldienstleister sind - sie haben sich also nicht verpflichtet, überall in Deutschland Sendungen auszutragen und ein engmaschiges Netz an Infrastruktur zu betreiben.

15 Prozent des Briefgeschäfts sind Privatkunden

Die Deutsche Post macht circa 85 Prozent ihres Briefgeschäfts mit Firmen- und Behördenkunden und 15 Prozent mit Privatkunden. Unter dem Begriff Privatkunden sind die Briefe gemeint, die in Briefkästen eingeworfen oder in Filialen abgegeben werden - es geht also auch um Sendungen von Steuerberatern, Anwälten, Vereinen und anderen kleinen Firmen, die ihre Briefe selbst frankieren.

Bei der Beförderung und Zustellung von Briefen hat die Post einen gewissen Zeitdruck. 95 Prozent der heute eingeworfenen Sendungen müssen nach drei Werktagen beim Empfänger sein und 99 Prozent nach vier Werktagen. Diese staatliche Vorschrift gilt seit Anfang 2025, vorher war der Zeitdruck höher.

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