The Jerusalem PostIsraeli extremist settlers use sheep farms, intimidation to expand West Bank control, CBS reportsESPNBills, Josh Allen outlast Rams in overtime on MNFESPN DeportesAllen, el héroe en un espectacular juego en Sofi StadiumBollywood HungamaSidharth Malhotra suffers leg injury, shares photo with a witty note!Daily MaverickSECOND CHANCE: Former Springbok coach Jake White will lead ‘best-prepared’ Fiji to RWC 2027RTP Desporto12h30 Ambiente difícil em Lens, Porto complicado diz PellegriniRTL BoulevardMan (27) stichtte bewust brand tijdens Pride en verheerlijkte ISAntara NewsIndonesia seeks land certainty to accelerate 3 million homes programVariety‘Death in Paradise’ Gets Its First International Adaptation in Croatia, Promises ‘Murder Mystery, Humor, Warmth and a Strong Sense of Place’ (EXCLUSIVE)ZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-Nachrichtenstudio
The Daily Newsstand · Free, Always
Tuesday, October 13, 2026

«Wird mein Sohn geschlagen, hat er meinen Segen zurückzuschlagen»

Translate
  • Ex-Mister-Schweiz Adel Abdel-Latif (54) hat auf Linkedin eine Debatte ausgelöst, nachdem sein neunjähriger Sohn Omar von einem Mitschüler getreten wurde und zurücktrat.
  • Abdel-Latif verteidigt die Reaktion seines Sohnes: Kinder dürften sich wehren, wenn sie angegriffen werden – solange die Gegenwehr aufhöre, sobald der Angriff beendet sei.
  • Das Schweizerische Institut für Gewaltprävention empfiehlt Ähnliches: Kinder sollen lernen, sich mit verhältnismässigen Mitteln zu schützen – nicht, jemanden zu verprügeln.

Ein Anruf aus der Schule seines neunjährigen Sohnes Omar hat Ex-Mister-Schweiz Adel Abdel-Latif dazu inspiriert, eine Grundsatzdebatte anzureissen. Der frühere Kickbox-Weltmeister machte auf Linkedin öffentlich, dass sein Sohn nach einer physischen Auseinandersetzung von der Schule abgeholt werden musste – und verteidigt dessen Reaktion.

«Der andere Schüler hatte ihn getreten – und Omar hatte halt zurückgetreten», schreibt er in seinem Post. Lehrpersonen hätten die Situation beobachtet und eingegriffen. Auch der andere Junge sei von seinem Vater abgeholt worden.

Für Abdel-Latif ist entscheidend: Sein Sohn habe den Streit nicht begonnen. «Meine Kinder lernen Höflichkeit und Respekt, aber sie lernen auch, sich nicht als Sandsack anzubieten», sagt er im Gespräch mit 20 Minuten.

«Wenn man davonlaufen kann, soll man das machen»

Mit seiner Haltung wolle er seinen Kindern aber keinen Freibrief zum Zuschlagen geben, betont der 54-Jährige. Wenn es möglich sei, solle man einer Auseinandersetzung aus dem Weg gehen. «Wenn man davonlaufen kann, dann soll man das natürlich machen.»

Gelinge das nicht und werde ein Kind körperlich angegriffen, habe es seinen «vollen Segen, ‹adäquate Gegenmassnahmen› zu ergreifen». Entscheidend sei, dass die Gegenwehr nur so lange dauere, bis der Angriff beendet sei. Nachtreten lehne er ausdrücklich ab.

«Ihr seid respektvoll, ihr seid immer höflich, ihr sucht immer einen Ausweg», sage er seinen Kindern. «Aber wenn jemand euch drangsaliert, dann seid ihr kein Sandsack.»

Wie stehst du dazu, dass Kinder sich bei einem körperlichen Angriff wehren sollen?

Was sagt das Institut für Gewaltprävention?

Ähnliches empfiehlt auch das Schweizerische Institut für Gewaltprävention (SIG). In Selbstbehauptungskursen werden Kinder darin geschult, den eigenen Willen wahrzunehmen und in angemessener Weise zu kommunizieren. «Sie lernen, Grenzüberschreitungen zu erkennen und sich mit Körpersprache und Worten, notfalls auch mit verhältnismässigen Selbstverteidigungstechniken, dagegen zu wehren», so das SIG auf seiner Website.

Im Kurs wird Kindern beigebracht, Schläge abzuwehren und sich aus Angriffen zu befreien. «Es geht nicht darum, zu lernen, wie man jemanden verprügelt, sondern wie man sich wehrt, wenn man verprügelt wird», betont das SIG.

Seine Vergangenheit prägt seine Haltung

Abdel-Latif war selbst Kickbox-Weltmeister und bestritt zahlreiche Kämpfe. Kampfsport vermittle Kindern aus seiner Sicht nicht Aggressivität, sondern Kontrolle über die eigene Kraft.

Auch seine frühere Arbeit als Arzt habe ihn geprägt. Auf der Notfallstation habe er Opfer von Gewalt gesehen. Dabei sei ihm aufgefallen, wie viele Menschen nicht wüssten, wie sie sich in einer gefährlichen Situation verhalten sollen.

Deshalb würde er sich wünschen, dass Schulen stärker über Deeskalation und Selbstschutz sprechen. «Man sollte Kindern beibringen: Ihr dürft niemandem wehtun.» Gleichzeitig müssten sie aber wissen, wie sie reagieren können, wenn sie selbst angegriffen werden.

«Ich halte nichts von Kuschel-Ecken»

Mit der heutigen Konfliktkultur hadert Abdel-Latif dennoch. «Ich halte nichts von diesen Kuschel-Ecken und Diskussionen», sagt er. Reden könne man danach, was auch wichtig sei – in dem Moment aber, in dem ein körperlicher Angriff stattfinde, müsse Selbstschutz möglich sein.

Seine Kinder zu «Kampfmaschinen» erziehen wolle er ausdrücklich nicht. Vielmehr gehe es ihm um Selbstbewusstsein, Respekt und darum, die eigene Kraft dosieren zu können. Die Diskussion, die sein Linkedin-Beitrag ausgelöst hat, begrüsst er. In den Kommentaren erhält er grösstenteils Zuspruch von anderen Eltern.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Ammar Jusufi

Ammar Jusufi (amj), Jahrgang 2001, arbeitet seit November 2024 für 20 Minuten. Nach seinem Praktikum im Ressort Ostschweiz ist er nun Redakteur im Ressort People.

View the original on 20 Minuten →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.