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Monday, October 12, 2026

Klimaziel kostet Deutschland laut Studie Billionen

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Laut der Studie des Prognos-Forschungsinstituts im Auftrag der Förderbank KfW müssen sich damit die bisherigen Ausgaben für den Klimaschutz mehr als verdoppeln. Den Großteil der Investitionen müssten demnach Verbraucher und Unternehmen stemmen, auf den Staat entfielen nur zwölf Prozent. 

Beim Blick auf die Zahlen ist aber wichtig: Nur knapp die Hälfte aller Investitionen fiele zusätzlich an, weil auch dann Geld ausgeben würde, wenn man weiter auf fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas setzen würde. "Der Betrag relativiert sich dadurch, dass Deutschland auch beim Festhalten an fossilen Technologien stark investieren müsste", erklärte KfW-Vorstandschef Stefan Wintels.

Deutschland Nordsee 2026 | Inbetriebnahme des Offshore-Windparks He Dreiht von EnBW
Um von fossilen Energien loszukommen, muss weiter kräftig in Erneuerbare wie Wind und Sonne investiert werdenBild: Lars Penning/dpa/picture alliance

Von den zur Zielerreichung nötigen Investitionen von ungefähr 290 Milliarden Euro pro Jahr blieben also netto noch rund 145 Milliarden Euro übrig. Das ist der Teil, der durch die Umstellung auf mehr Klimaschutz hinzukommt.

Klimaziel ist gesetzlich festgeschrieben

Bis 2045 will Deutschland klimaneutral sein, also nicht mehr Treibhausgase ausstoßen, als wieder gespeichert werden können. Das ist gesetzlich festgeschrieben.

Die höchsten Ausgaben entfallen auf den Verkehrssektor, der fast die Hälfte ausmacht. Hier geht es vor allem um die Anschaffung von Pkw mit klimafreundlicheren Antrieben. Da aber ohnehin Autos gekauft würden und der Preisunterschied zwischen Elektroautos und Wagen mit Verbrennungsmotor schrumpft, müssten die Investitionen netto nur um ein knappes Fünftel steigen.

Deutschland Garching | Ladevorgang E-Auto auf einem Parkplatz nur für Elektro-Fahrzeuge
Der Anteil von Elektroautos muss massiv erhöht werden, um die Klimaziele zu erreichenBild: Frank Hoermann/SvenSimon/picture alliance

Ein Viertel der sechs Billionen Euro fällt im Energiesektor an. Hier sind die Nettoinvestitionen besonders groß, weil das Energiesystem komplett umgebaut werden müsste, wenn Strom aus Wind und Sonne eine größere Rolle spielt. Insbesondere in die Stromnetze muss dann Geld fließen. Hier sind besonders viele staatliche Investitionen nötig.

Rund ein Fünftel macht der Gebäudesektor aus, und zwar vor allem Wohngebäude. Hier sind laut Studie die meisten Extra-Investitionen nötig, also Ausgaben, die ohne mehr Klimaschutz nicht anfallen würden. 

Energieintensive Unternehmen unter Druck

Ein knappes Zehntel der nötigen Investitionen bis 2045 fällt auf die Industrie - dennoch seien damit hohe Belastungen verbunden, so die Autoren der Studie. Die Investitionen konzentrierten sich auf wenige, besonders energieintensive Unternehmen. "Häufig sind hiermit auch einschneidende Änderungen der Produktionsprozesse und des Geschäftsmodells verbunden. Einzelne Unternehmen müssen sehr hohe Summen in neue Produktionsanlagen investieren." 

Viele dieser Unternehmen stünden zudem im internationalen Wettbewerb und könnten höhere Kosten nicht immer über steigende Produktpreise an ihre Kunden weitergeben. Auch die Produktionskosten könnten mit dem Abschied von fossilen Energieträgern wie Kohle und Gas steigen. 

Chemieindustrie in Deutschland | LANXESS | Rohrbahnhof im ZeTO
Energieintensive Betriebe werden laut Studie besonders viel investieren müssenBild: Thorsten Martin/LANXESS

Investitionen in den Klimaschutz und entsprechende Technologien kosten aber nicht nur Geld, sie können es auch sparen. "Die Abkehr von fossilen Energieimporten spart Kosten und reduziert Abhängigkeiten", betonen die Autoren.

Andersherum berge der Klimawandel große wirtschaftliche Risiken: So habe etwa die Hitzewelle 2026 die deutsche Wirtschaftsleistung deutlich geschmälert. Die durch Extremwetterereignisse verursachten Vermögensschäden in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren werden der Förderbank zufolge auf mehr als 50 Milliarden Euro geschätzt.

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