Badewannen-Flucht und Verkehrsdelikte: Die Skandal-Akte Embolo

- Breel Embolo verpasst den aktuellen Nati-Zusammenzug wegen eines Zertifikat-Vergehens.
- Die Basler Staatsanwaltschaft verurteilte ihn wegen mehrfacher Anstiftung zur Urkundenfälschung zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 3’000 Franken.
- Es ist nicht das erste Vergehen: Embolo fiel bereits mit Verkehrsdelikten, einer Badewannen-Flucht vor der Polizei und einer Drohungsklage auf.
Verkehrsdelikte in jungen Jahren
Erstmals öffentlich bekannt gegen das Gesetz verstiess Breel Embolo mit 18 Jahren. Damals wurde der damalige FCB-Spieler kurz nach Mitternacht im Kleinbasel bei einer Polizeikontrolle ohne Führerschein beim Autofahren erwischt. Am 30. März 2017 verurteilte ihn dann die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft zu einer bedingten Geldstrafe von zehn Tagessätzen à tausend Franken. Als Begründung wird aufgeführt: Verletzung der Verkehrsregeln, unzulässiges Ausführen von Lernfahrten, Nichtmitführen von Ausweisen und Bewilligungen im Sinne des Strassenverkehrsgesetzes sowie Übertretung der Verkehrsregel-Verordnung.
Die Probezeit Embolos wird mit dem Urteil vom 14. Februar 2019 der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt um ein weiteres Jahr verlängert. Grund dafür sind Vergehen in Deutschland, als Embolo mehrfach geblitzt und mit dem Handy am Steuer erwischt wurde.
Corona-Partys
Auch während der Pandemie verhielt sich Embolo nicht stets gesetzeskonform. So wurde er etwa im Umfeld einer illegalen Party während der Corona-Beschränkungen im deutschen Essen angetroffen.
Laut der Essener Polizei sei Embolo damals über ein Dach geflüchtet, um in eine angrenzende Wohnung zu gelangen, wo er sich in der Badewanne vor der Polizei verstecken wollte. Die Polizei erwischte ihn nach Einbrechen der Tür trotzdem – Embolo kassierte von Gladbach eine riesige Strafe von rund 200’000 Franken und bekam vom Boulevard den unrühmlichen Spitznamen «Badewannen-Breel» verpasst.
Drohungen
Im Mai 2018 war der damals 21-jährige Embolo mit Freunden im Ausgangsquartier bei der Steinenvorstadt in Basel unterwegs und geriet um fünf Uhr morgens mit einer Gruppe in einen Streit. Ein Mann habe ihn provoziert, woraufhin gegenseitige Beleidigungen wie etwa «Hurensohn» gefallen seien, sagte der Stürmer-Star vor Gericht. Um ihm seine Meinung zu sagen und Respekt einzufordern, sei er dann aus dem Auto gestiegen.
Das Basler Strafgericht verurteilte Embolo 2023 zu einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen à 3000 Franken. Das Appellationsgericht bestätigte das Urteil 2025; später wurde es rechtskräftig. Embolo bestritt die Drohungen, entschuldigte sich aber für Beleidigungen.
Vor dem Appellationsgericht beschrieb Embolo den Streit vor sieben Jahren aus seiner Erinnerung: Am Anfang sei ein Selfie mit einer Frau und ihm in seinem Auto gestanden, was er häufig erlebe.
Ärger mit Mietern
Nach seinem Wechsel vom FC Basel zu Schalke 04 im Jahr 2016 erwarb Embolo beim Burgfelderplatz in Basel ein Mietshaus mit zwölf Wohnungen. Ende Oktober 2018 kündigte die Immobilienfirma allen Mietern. Die Begründung: Die Liegenschaft müsse umfassend saniert werden, weshalb die Bewohner nicht bleiben könnten.
Die meisten Mieter ziehen daraufhin tatsächlich aus – mit Ausnahme von drei Parteien. Sie wenden sich an den Mieterverband und wehren sich gemeinsam gegen die Kündigung. Schliesslich klagen sie gegen Embolo. Die Schlichtungsstelle gewährt ihnen einen zusätzlichen Monat für den Auszug sowie eine Umzugspauschale von je 3000 Franken.
Gekaufte Covid-Zertifikate
2025 erhielt Embolo eine bedingte Geldstrafe wegen Anstiftung zur Urkundenfälschung. Wie «Schweiz heute» an diesem Freitag nun schreibt, kaufte der Atlanta-Stürmer gefälschte Covid-Reisezertifikate. So erliess am 25. November 2025 die Basler Staatsanwaltschaft gegen ihn einen Strafbefehl wegen mehrfacher Anstiftung zur Urkundenfälschung. Er erhielt eine bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 3000 Franken. Die Probezeit beträgt zwei Jahre.
Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.
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