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Friday, September 25, 2026

Aktion «Keine 50-Grad-Sommer» – Die Klimabewegung nimmt einen neuen Anlauf

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Was ist geplant? In diesen Tagen finden Demonstrationen unter dem Titel «Keine 50-Grad-Sommer» statt. Vergangenes Wochenende gingen in Lausanne und in Genf Tausende auf die Strasse. Auch in St. Gallen wurde demonstriert. Am Freitag geht es in den grossen Deutschschweizer Städten weiter.

Was fordert die Bewegung? Die Klimakrise müsse mit höchster Priorität behandelt werden, fordert das Manifest der Aktion. Die Treibhausgasemissionen sollen drastisch reduziert werden – das bedinge eine grundlegende Umstellung des Wirtschaftssystems. Zudem fordert die Aktion Hitzeschutzmassnahmen.

Menschenmenge bei einer Demonstration mit Plakaten und Bannern.
Legende: Rund 12'000 Menschen demonstrierten vergangenes Wochenende für den Klimaschutz auf Lausannes Strassen. Keystone / VALENTIN FLAURAUD

Wer steckt dahinter? Die Aktion ist breit aufgestellt. Über 170 Organisationen hätten den Aufruf unterzeichnet, teilt die Koalition mit. Darunter sind Umweltverbände, linke Parteien (unter anderem die Grüne Partei und die SP), Gewerkschaften und die Bewegung Klimastreik.

Wie ist die Aktion entstanden? Mitten im Hitzesommer machte die linke Westschweizer Partei «solidaritéS» einen Aufruf und warnte vor künftig noch schlimmeren Hitzesommern. «Darauf haben schnell viele Organisationen reagiert», erzählt Mitinitiatorin Laurène Descamps. Sie spricht von einer Aufbruchstimmung in der Bewegung.

50 Grad im Sommer – ist das realistisch?

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Der Name der Aktion «Keine 50-Grad-Sommer» enthält eine Behauptung: Der Schweiz könnten bis Mitte des Jahrhunderts Temperaturen um 50 Grad drohen, heisst es im Manifest.

Das sei zwar übertrieben, aber weniger masslos, als man meinen könnte, sagt Klimaforscher Erich Fischer von der ETH Zürich. Laut aktueller Forschung seien in der Schweiz schon heute im Extremfall Höchsttemperaturen bis 44 Grad möglich. Fischer betont, dass es sich dabei um ein theoretisches Worst-Case-Szenario handelt – in einer extrem heftigen und trockenen Hitzewelle mit lang anhaltendem Hochdruckgebiet. Mit dem Klimawandel könnte dieser Wert noch um 2 bis 3 Grad steigen. «Dann sind wir wahrscheinlich eher im Bereich von 46 bis 47 Grad», so Fischer.

Wann war der Höhepunkt der Klimabewegung? Im Wahljahr 2019 erreichte die Klimabewegung ihren Zenit. Die Klimastreiks der schwedischen Schülerin Greta Thunberg hatten im Jahr zuvor eine europäische Bewegung losgetreten, die auch in die Schweiz schwappte. Rund 100'000 Menschen demonstrierten am 28. September 2019 auf Berns Strassen. Knapp einen Monat später erreichte die Grüne Partei einen historischen Sitzgewinn bei den eidgenössischen Wahlen.

Warum blieb es lange still? «Viele waren ermüdet», beschreibt Descamps den Zustand der Klimabewegung während der Corona-Pandemie. Zudem hätten später andere Krisen das Thema Klima überlagert. Politikwissenschaftler Georg Lutz von der Universität Lausanne sieht hier den normalen Verlauf von Bewegungen: «Zuerst gibt es eine starke Mobilisierung und dann merkt man, dass Veränderungen gar nicht so schnell gehen und dass man sich in mühsame institutionelle Prozesse begeben muss.» Das schrecke viele wieder ab.

Was sind die Pläne der neuen Bewegung? «Es startet mit einem Demoaufruf, aber es endet nicht damit», sagt Mitorganisatorin Laurène Descamps. Auch im September 2027, kurz vor den eidgenössischen Wahlen, plant das Kollektiv Demonstrationen. Sie erhoffe sich eine Wiederholung der Klimawahl 2019, sagt die Klima-Aktivistin: «Ich wünsche mir, dass soziale und ökologische Rechte in den Vordergrund kommen.»

Wie stehen die Chancen für eine «Klimawahl» 2.0? Der Politikwissenschaftler Georg Lutz von der Universität Lausanne sieht mit den aktuellen Demonstrationen einen neuen Schwung in der Klimabewegung. Im Hitzesommer hätten viele die Klimaerwärmung direkt wahrgenommen. Lutz bezweifelt allerdings, dass die Mobilisierung so gross wie 2019 sein wird und dass sich die damalige «Klimawahl» wiederholen wird. Externe Ereignisse wie Kriege und Krisen dominierten in den letzten Jahren die Themenlage. «Es ist relativ schwierig, als Bewegung die Themenkonjunktur zu beeinflussen», so Lutz.

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