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Tuesday, October 6, 2026

«Enttäuscht»: Investor stoppt Tiny-House-Projekt auf Fabrikdach

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  • Investor Christoph Schoop gibt sein geplantes Tiny-House-Projekt auf einem Fabrikdach in Dättwil auf.
  • Als Grund nennt er unter anderem das lange Bewilligungsverfahren und die fehlende Planungssicherheit.
  • Die Stadt Baden widerspricht teilweise: Wegen der Gestaltungsplanpflicht wäre eine vertragliche Grundlage nötig gewesen.

Acht kleine Häuser auf einem Fabrikdach sollten in Dättwil im Kanton Aargau neuen Wohnraum schaffen. Jetzt zieht Investor Christoph Schoop seinem ungewöhnlichen Projekt den Stecker. Grund dafür ist laut der «Aargauer Zeitung» unter anderem das lange Bewilligungsverfahren.

Wie 20 Minuten im März berichtete, sollten auf dem Dach der Fabrikpassage an der Mellingerstrasse acht sogenannte Wikkelhouses entstehen. Die modularen Holzhäuser mit jeweils 30 bis 35 Quadratmetern Wohnfläche hätten im Frühling 2027 bezugsbereit sein sollen. Jetzt wird nichts daraus.

«Das enttäuscht mich sehr»

«Dass wir dieses Projekt ausgerechnet in meiner Heimatstadt aufgeben müssen, enttäuscht mich sehr», sagt Schoop gegenüber der «Aargauer Zeitung».

Die Diebold AG von Schoop hatte im Januar 2026 ein Vorentscheidgesuch eingereicht. Damit sollte geklärt werden, ob die Dachaufstockung baurechtlich möglich ist. Laut Schoop gab es im Juni positive Signale von Stadt und Kanton. Eine Antwort auf das Vorentscheidgesuch sei aber ausgeblieben.

Stadt Baden widerspricht

Für Schoop dauerte das Verfahren zu lange. Vor der Montage wären Anpassungen bei Statik und Brandschutz nötig gewesen. Dafür reiche die Zeit nun nicht mehr, ohne einen geplanten Mieterausbau zu gefährden. Die Investition hätte laut «Aargauer Zeitung» rund 1,7 Millionen Franken betragen.

Die Stadt Baden sieht die Situation anders. Bauvorsteher Benjamin Steiner verweist gegenüber der «Aargauer Zeitung» auf die Gestaltungsplanpflicht für die Parzelle. Die Stadt habe sich von Anfang an im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten für das Projekt eingesetzt. Für eine positive Antwort war laut Steiner jedoch eine vertragliche Grundlage nötig gewesen. Trotz mehrerer Gespräche habe man sich darauf nicht einigen können.

Es gab bereits eine Warteliste

Mit den Wikkelhouses wollte Schoop Wohnraum schaffen, ohne neues Land zu verbauen. Jedes der acht 1,5-Zimmer-Häuser hätte eine eigene Terrasse gehabt. Interessenten konnten sich bereits auf eine Warteliste setzen lassen.

Die Wikkelhouses selbst hätten vergleichsweise schnell aufgebaut werden können. Wie 20 Minuten bereits berichtete, werden die einzelnen Segmente im Kanton Uri produziert und vor Ort zusammengesetzt und abgedichtet. Das dauert in der Regel nur wenige Tage. Bei der Montage können die Mini-Häuser direkt an die Energie- und Wasserversorgung angeschlossen werden.

«So schwierig wie nirgendwo sonst»

Der Grundpreis für ein Wikkelhouse liegt laut «Aargauer Zeitung» bei rund 200’000 Franken. Transport und Montage kommen zusätzlich dazu. Für Dättwil ist das Vorhaben nun vom Tisch. Schoop kritisiert: «In Baden zu bauen, ist so schwierig wie nirgendwo sonst.»

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Jasmin Steiger

Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.

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