Torflut in 2. Liga: Bochum gewinnt trotz Mega-Gegentor, St. Pauli geht unter

Am 11. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga erzielt der KSC ein würdiges Tor des Monats, verliert aber trotzdem. Sandro Wagner kommt mit Hannover 96 nicht vom Fleck, St. Pauli geht an einem torreichen Sonntag unter.
1.FC Heidenheim - Hannover 96 2:2 (1:0)
Der 1. FC Heidenheim hat in der 2. Fußball-Bundesliga auch sein sechstes Spiel nacheinander nicht gewinnen können. Fünf Tage nach der Ankündigung von Trainer Frank Schmidt, seinen Posten am Saisonende nach dann fast 20 Jahren abzugeben, musste sich der Absteiger mit einem 2:2 (1:0) gegen Hannover 96 zufrieden geben. Die Gäste trafen in der Schlussphase durch Ime Okons Kopfball nur den Pfosten (86.).
Budu Siwsiwadse (66.) rettete den Heidenheimern in einer munteren zweiten Halbzeit zumindest einen Punkt. Zuvor hatten Stefan Thordarson (55.) und Jean Hugonet (63.) nach dem Führungstreffer von Tim Siersleben (43.) das Spiel vorübergehend gedreht. Im sechsten Pflichtspiel unter Trainer Sandro Wagner blieb Hannover nach dem 2:1 in der Vorwoche gegen Dynamo Dresden zum fünften Mal sieglos.
Hannover war zunächst aktiver und hätte früh durch Husseyn Chakroun in Führung gehen können (12.). Chancen waren danach Mangelware, ehe Heidenheims Torhüter Thomas Dähme einen Schuss von Franz Roggow aus kurzer Distanz großartig parierte (35.). Das 1:0 für Heidenheim fiel danach fast wie aus dem Nichts und nach einem Freistoß, den Hugonet unfreiwillig auf Siersleben verlängerte.
Nach der Pause ging es hin und her. Thoradson und Hugenot nutzten innerhalb von acht Minuten die Unaufmerksamkeiten der Heidenheimer. Nach dem schnellen Ausgleich durch Siwsiwadse vergaben auch Chakroun (71.) für Hannover sowie vor allem der eingewechselte Christian Conteh (73., 79.) für Heidenheim beste Chancen zum Sieg.
1.FC Magdeburg - FC St. Pauli 4:1 (1:0)
Der 1. FC Magdeburg hat den Anschluss an die Aufstiegsränge gehalten. Die Mannschaft von Trainer Petrik Sander besiegte den Erstliga-Absteiger FC St. Pauli mit 4:1 (1:0). Mit 20 Punkten steht der Europapokalsieger von 1974 nur einen Zähler hinter dem 1. FC Kaiserslautern, der Relegationsrang drei belegt.
Mittelstürmer Mateusz Zukowski (27.) mit einem Traumtor, Anselmo García MacNulty (48.), Herbert Bockhorn (89.) und Roko Simic (90.+1) schossen die Magdeburger zum Erfolg. In den vergangenen sieben Spielen setzte es für das Sander-Team lediglich eine Niederlage. Eric Smith (58.) traf für die Hamburger, bei denen Louis Oppie (82.) in der Schlussphase wegen groben Foulspiels die Rote Karte sah.

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Rot nach 20 Minuten: Cleiton fliegt für dieses Foul
In einer intensiven Anfangsphase zeigten sich die Gäste mutig, kamen jedoch nur zu einigen Halbchancen. Die Defensivreihen standen lange sicher, ehe Magdeburg das Tempo erhöhte. Der durchgestartete Pierre Nadjombe (26.) zwang Pauli-Keeper Ben Voll zu einer Glanzparade, ehe Magdeburg die folgende Ecke nutzte. Nach kurzer Ausführung drosch Zukowski den Ball aus 20 Metern unhaltbar ins Netz.
Nach der Pause legten die Gastgeber direkt nach. Zunächst prüfte Emmanuel Iyoha (47.) nach einem Konter den aufmerksamen Voll. Infolge des anschließenden Eckballs fand Felipe Chávez den eingelaufenen MacNulty, der den Ball ins Tor grätschte. Nach dieser Drangphase verkürzte plötzlich Smith per Kopf, ebenfalls nach einer Ecke. Kurz vor dem Ende flog Oppie vom Platz, nachdem er Iyoha mit der offenen Sohle getroffen hatte. Dann machten die eingewechselten Bockhorn und Simic alles klar.
VfL Bochum - Karlsruher SC 3:2 (1:1)
Der VfL Bochum hat dank Doppelpacker Philipp Hofmann am Tag der Traumtore endlich den ersten Heimsieg der Saison geholt und sich so etwas vom Tabellenkeller abgesetzt. Die Mannschaft von Trainer Uwe Rösler gewann zu Hause nach einem wilden Spektakel mit 3:2 (1:1) gegen den Karlsruher SC.
Hofmann ließ die Fans mit seinem zweiten Treffer in der Nachspielzeit (90.+2) jubeln, zudem war der Angreifer in der 53. Minute erfolgreich. Auch Christian Rasmussen (6.) traf für Bochum. Die Tore von Kevin Wiethaup (8.) und Tim Civeja (50.) von der Mittellinie waren für den KSC am Ende zu wenig. Bochum verbesserte sich durch den dritten Pflichtspielsieg in Serie in der Tabelle auf Rang acht, Karlsruhe rutschte auf Platz 16 ab.

Die Fans im Stadion an der Castroper Straße bekamen viel geboten. Rasmussen und Wiethaup legten mit ihren sehenswerten Treffern aus der Distanz in den ersten zehn Minuten einen furiosen Beginn hin. Ein absolutes Highlight folgte dann nach dem Wiederanpfiff. Civeja kam in der eigenen Hälfte an den Ball, machte ein paar Schritte und fasste sich dann aus 51,6 Metern ein Herz - mit seinem Schuss von der Mittellinie düpierte er Keeper Timo Horn im VfL-Tor.
Doch die Führung durch den Treffer der Marke "Tor des Jahres" hielt nicht lange. Doppelpacker Hofmann war gegen seinen Ex-Klub der Schlussakkord vorbehalten.
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