"50:50-Spiel": Abgefälschter Treffer entscheidet Final-Thriller bei Showdown 1
Der erste Showdown der VBL Club Championship 2026/27 bot einen Finalkrimi bis in die Verlängerung. Nassim Dahman setzte sich gegen Jonas Wirth erst in der 117. Minute durch - mit etwas Glück und Hilfe eines Paderborners.

RBLZ Gaming gewann in München den ersten Showdown der neuen VBLCC-Saison. Bundesliga via Getty Images
Hat der erste Showdown der neuen Saison in der Virtual Bundesliga Club Championship (VBLCC) bereits gezeigt, über wen der Titelkampf laufen könnte? Dass sich RBLZ Gaming und der SC Paderborn im Finale gegenüberstanden, kam nicht wirklich überraschend.
Die Leipziger hatten mit Nassim Dahman den amtierenden deutschen Einzelmeister und einen der derzeit besten Spieler der verpflichtet. Paderborn wiederum holte mit Rückkehrer Jonas Wirth und Dan Ray ebenfalls zwei namhafte Spieler - und unterstrich damit seine Titelambitionen.
Finalisten schalten große Gegner aus
Diese Transfers mündeten zumindest in der Finalteilnahme des ersten Showdowns in München. Zuvor hatte der SCP Borussia Mönchengladbach im Halbfinale (5:3/4:1), Klubmeister Borussia Dortmund (4:2/2:0) und den SC Freiburg in der ersten Runde (4:2/2:2) bezwungen.
Die RBLZ waren mit zwei Siegen gegen Holstein Kiel (4:3/4:1) ins Turnier gestartet. Danach setzten sie sich knapp gegen den VfB Stuttgart durch (5:3/4:4). Im Halbfinale wartete mit Darmstadt 98 das Überraschungsteam des ersten Showdowns. Auf einen 5:3-Erfolg folgte ein echter Thriller, der 5:5 endete.
Im Duell der beiden Titelaspiranten legte der SC Paderborn vor. Ray erwischte gegen Alihan Hadzhi einen Traumstart und führte schnell mit 3:0. Der Leipziger kämpfte sich nach einem zwischenzeitlichen 1:4 zwar noch auf 3:4 heran, doch der Paderborner ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Am Ende stand ein 5:4 auf der Anzeigetafel.
'Nassada' mit Auftakt nach Maß - Wirth holt noch auf
Damit hatte Wirth gegen Dahman den Matchball auf dem Schläger. Doch der Leipziger drehte das Gesamtergebnis postwendend. Zur Halbzeit führte 'Nassada' mit 4:2. Dennoch hatte 'Jonny' zunächst das Gefühl, dass "wir beide nicht so wirklich in die Partie reingekommen sind. Zwei Tore von ihm fielen durch die Dreieckspässe, die einfach so schwer zu verteidigen sind", sagte er im Gespräch mit VBL-Experte Mohammed Harkous.
Ein "deutlich besseres Gefühl hatte ich dann, als ich auf 4-2-3-1 gewechselt habe" - und tatsächlich legte Wirth kurz vor Schluss mit drei Treffern nach. Zuvor war alles auf einen Sieg des Leipzigers hinauszulaufen. In der 62. Minute führte Dahman bereits mit 6:2. Doch Wirth kämpfte sich zurück und verkürzte zwischen der 73. und 88. Minute auf 5:6. Damit war auch das Gesamtergebnis wieder ausgeglichen.
Erst falsche Entscheidung, dann Pech
Den Schwung nahm Wirth mit in die Verlängerung und hatte dort die große Chance, im Gesamtergebnis in Führung zu gehen. Über 99er-Karte Marvin Pieringer setzte er sich im Zweikampf mit dessen Gegenspieler durch und stand plötzlich allein vor dem Torwart. Statt selbst abzuschließen, entschied sich Wirth für einen Querpass auf Antonio Nusa.
"Normalerweise mache ich immer kurze Finesse-Schüsse. Hier war Nusa einfach frei und deshalb hatte ich den quergelegt." Doch 'Nassada' spritzte mit einem Verteidiger in den Laufweg und fing den Pass ab, der ansonsten wohl zum sicheren Tor geführt hätte. "Er hat es einfach auch stark verteidigt, muss man anerkennen", räumte Wirth ein.
So ging Dahman erneut in Führung, doch Wirth glich zügig wieder aus. Bis in die Schlussphase blieb das Finale ein Thriller - bis zur 117. Minute. Über die rechte Seite hatte Dahman viel Platz und behielt mit Zé Roberto die Übersicht. Im Strafraum schloss er mit Romulo ab und traf den Paderborner damit mitten ins Herz.
Besonders bitter für Wirth: Der Schuss wurde unhaltbar abgefälscht. "Er hatte das lange Eck anvisiert, der wäre dort nie reingegangen." So sei 'Nassada' "am Ende vielleicht der glücklichere Spieler gewesen, wenn man das so sagen kann" - in einer "50:50-Partie", bilanzierte Wirth.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.