"Ein zweiter Stürmer wäre schon wichtig": Kirch gehen die Optionen aus
Die Freude über das 2:1 gegen Osnabrück währte nur kurz. Am Montag bestätigte Arminia Bielefeld den befürchteten Kreuzbandriss bei Vincent Ocansey. Weil auch David Min verletzt ist, steht Trainer Oliver Kirch aktuell nur noch Top-Torjäger Joel Grodowski als Mittelstürmer zur Verfügung.

Auf Joker Jannik Rochelt (#10) konnte sich Oliver Kirch verlassen, hat aber Sorgen im Angriff. IMAGO/Team 2
"Es sieht überhaupt nicht gut aus." Arminia-Trainer Oliver Kirch ahnte schon unmittelbar nach dem 2:1-Derbysieg gegen den VfL Osnabrück, dass sich sein Stürmer Vincent Ocansey schwer verletzt haben musste. Einen Tag später bestätigten sich die Befürchtungen. Wie der Klub mitteilte, zog sich der Angreifer einen Kreuzbandriss zu, muss operiert werden und fällt monatelang aus.
Bei einem handelsüblichen Zweikampf mit Leonhard Münst hatte Ocansey sein Gewicht stark auf das rechte Knie verlagert, das infolgedessen leicht wegknickte. Erst nach mehrminütiger Behandlung konnte der 26-Jährige per Trage vom Feld in einen Rettungswagen gebracht und ins Krankenhaus transportiert werden. Dort ergab die MRT-Untersuchung die schwere Verletzung.
Ocansey, der beim DSC eigentlich Teil der U 21 war, hatte sich in den zurückliegenden Wochen als Alternative für das Sturmzentrum an den Zweitligakader herangearbeitet. Vornehmlich deshalb, weil während der Länderspielpause mit Joel Grodowski und David Min zeitweise beide Sturmspitzen ausfielen. So kam er auch zu Einsatzminuten im Testspiel gegen Rot-Weiss Essen. "Er hat es in vielen Aktionen gut gemacht, in vielen anderen war er komplett raus. Man hat ein Intensitätsproblem gemerkt", lautet das Fazit von Trainer Kirch.
Wie schwer ist Mins Verletzung?
Klar war, dass Ocansey auch zukünftig nur dann eine Option für den Profi-Kader sein würde, sollte einer der beiden Arrivierten ausfallen. Weil Min gegen Osnabrück aufgrund von anhaltenden Oberschenkelproblemen fehlte, rückte Ocansey als Back-up für Grodowski in den Kader - seine erste Berufung in dieser Saison. Und vorerst auch seine letzte. Durch den langen Ausfall gehen Kirch allmählich die Alternativen aus.
Zumal Mins Verletzung Rätsel aufgibt. Auf Nachfrage räumte Coach Kirch allerdings ein, dass sie sich durchaus diffiziler darstellen könnte. "David hat etwas, was wir nicht so richtig einschätzen können. Er spürt etwas, aber in der Diagnostik konnten wir nichts feststellen", erklärte er. Wie es genau mit dem 27-Jährigen weitergeht, vermochte Kirch nicht zu sagen, betonte aber: "Ein zweiter Stürmer wäre schon wichtig." Sollte Mins Verletzung schwerwiegender ausfallen, wäre Top-Torjäger Grodowski der einzig verbliebene etatmäßige Mittelstürmer. Ein Umstand, der Arminia zweifellos in die Bredouille brächte.
Die Joker: Momuluh bringt Elan, Rochelt entscheidet
Die Problematik überschattete einen ansonsten gelungenen Arminia-Nachmittag. Mit einer klaren Leistungssteigerung in den letzten 30 Minuten verdiente sich der DSC den zweiten Ligasieg hintereinander. Der Aufschwung ließ sich vor allem an den Hereinnahmen von Jannik Rochelt und Monju Thaddäus Momuluh festmachen. In der 59. Minute ersetzte das Duo die schwachen Isaiah Young und Benjamin Boakye, der noch in Bochum als Joker das Siegtor erzielt hatte.
Mit seinen Einwechslungen bewies Kirch auch gegen Osnabrück ein goldenes Händchen. Insbesondere Momuluh, der zuletzt verletzt pausiert hatte, brachte über seine Seite eine Menge Schwung. "Der Gegner war schon müde, und dann ist Taddel sehr schwer zu verteidigen", meinte Kirch. So kam es nicht von ungefähr, dass es Momuluh war, der in der Schlussphase das Siegtor des ebenso starken Rochelt auflegte.
"Jannik wollte das erzwingen. Es ist wichtig für ihn, zu zeigen, dass er auch da wichtig sein kann und nicht nur über fußballerische Elemente", lobte Kirch. Das Derby zeigte erneut, dass sich der Coach derzeit auf seine Einwechselspieler verlassen kann.
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