Selenski trotzt Trump: Öllager in St. Petersburg steht in Flammen

Darum gehts
- Die Ukraine hat St. Petersburg laut russischen Behörden mit einem massiven Drohnenangriff attackiert.
- Getroffen wurden unter anderem ein Öllager im Hafen und ein VK-Datacenter.
- Es ist der erste grossangelegte ukrainische Angriff auf russische Energieinfrastruktur seit Trumps Waffenruhe.
Die russischen Behörden haben einen massiven ukrainischen Drohnenangriff auf St. Petersburg gemeldet. Der Gouverneur der betroffenen Region Leningrad, Alexander Drosdenko, schrieb im Onlinedienst Telegram, 126 Drohnen seien abgeschossen worden. «Ein grossangelegter Angriff mit UAVs (unbemannten Luftfahrzeugen) wird weiterhin abgewehrt», schrieb Drosdenko.
Wie auf Videos zu sehen ist, konnten nicht alle Drohnen abgewehrt werden. Berichten zufolge wurde ein Öllager am Hafen von St. Petersburg getroffen, wie auch ein Datacenter des russischen Pendants zu Facebook, VK vermeldet. Auch eine Schnellstrasse, die den Süden der Stadt mit dem Norden verbindet, wurde laut Al Jazeera Ziel der Angriffe.
Öllager und VK-Datacenter getroffen
«Die Luftverteidigungssysteme sind im Einsatz», schrieb der Gouverneur der Stadt, Alexander Beglow, auf Telegram. «Aus Sicherheitsgründen» sei der Betrieb am Petersburger Flughafen Pulkowo eingeschränkt worden.
Videos zeigen hohe Flammen in der Hafenregion. Selbst im Morgengrauen war offenbar noch starke Rauchentwicklung auszumachen. Augenzeugen berichten, dass dort ein Öllager getroffen wurde. Wie gross der Schaden ausfällt, ist unklar.
Mindestens eine Drohne scheint auch das Datacenter von VK getroffen zu haben. Monitordienste bestätigen einen weitgehenden Ausfall des sozialen Netzwerks. Wie lange dieser anhält oder ob er schon behoben wurde, ist ebenfalls unklar.
Neben dem Hafen und dem Datacenter wurden andere Ziele getroffen, wie eine Lagerhalle und eine Brücke. Auch bei diesen Treffern ist das Ausmass des Schadens unklar.
Erster Grossangriff seit Trumps Energie-Waffenruhe
Der Angriff kommt zu einem Zeitpunkt der Spannungen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Selenski und dem US-Präsidenten Trump. Trump hatte überraschenderweise eine Waffenruhe zwischen der Ukraine und Russland ausgerufen, bei der die beiden Länder zugesagt haben sollen, keine Energieinfrastrukturen anzugreifen.
Laut Angaben der Ukraine hat sich die russische Seite nie daran gehalten, während Selenski den ukrainischen Streitkräften einen Angriffsstopp auferlegt hatte. Nach einigen Tagen hob er diesen jedoch wieder auf. Der Angriff auf St. Petersburg ist der erste grossangelegte Angriff auf russische Energieinfrastrukturen seither.
Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
