Bund prüft Anzeigen: Jagten Schweizer in Sarajevo Menschen?

- Die Bundesanwaltschaft prüft Anzeigen zu möglichen Schweizer Beteiligten an den sogenannten Sarajevo-Safaris.
- Reiche Westeuropäer sollen während der Belagerung Sarajevos bezahlt haben, um auf Zivilisten zu schiessen.
- Im Fokus der Hinweise steht laut «SonntagsBlick» eine Gruppe um einen Kunsthändler aus Lugano.
Die Bundesanwaltschaft prüft Anzeigen zu möglichen Schweizer Beteiligten an den sogenannten «Sarajevo-Safaris», wie der «Sonntagsblick» berichtet. Reiche Westeuropäer sollen während der Belagerung Sarajevos in den 1990er-Jahren dafür bezahlt haben, von den Hügeln rund um die Stadt auf Zivilisten zu schiessen.
Aktuell stehen mögliche Täter und Mitwissende aus der Schweiz im Fokus. Im Zentrum der Hinweise soll eine Gruppe um einen Kunsthändler aus Lugano stehen. Die Bundesanwaltschaft bestätigt den Eingang von Anzeigen, hat aber noch kein Strafverfahren eröffnet. Zuerst müsse geklärt werden, ob ein ausreichender Tatverdacht besteht und ob die Behörde zuständig ist.
«Safari-Snipers» zahlten bis zu 50´000 Euro
Gerüchte über sogenannte «Sniper-Safaris» kursieren seit Jahrzehnten. Neue Dynamik erhielt der Fall durch den Mailänder Autor Ezio Gavazzeni. Er recherchierte mit einem kleinen Team zu wohlhabenden Ausländern, die zwischen 1992 und 1995 serbische Soldaten bezahlt haben sollen, um auf Zivilpersonen zu schiessen. In seinem Buch «I cecchini del weekend» («Die Wochenendschützen») nennt Gavazzeni angebliche Preise von bis zu 50’000 Euro.
In Italien, Österreich und Belgien laufen bereits Strafverfahren. Die Vorwürfe sind nicht belegt und werden von Fachleuten angezweifelt.
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Daniela Wyler (wy) arbeitet seit 2023 für 20 Minuten im Newsdesk als Nachtschicht vom Ausland aus.
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