«Wenigstens wissen wir es»: Wie lebt man mit einem Krebsrisiko?

- Die US-Influencerinnen Alix und Ashtin Earle tragen beide eine BRCA2-Mutation und haben dadurch ein erhöhtes Brust- und Eierstockkrebsrisiko.
- Das Ergebnis enthüllten die Schwestern in ihrer Netflix-Reality-Serie «Earle Meets World», nachdem ihre Mutter an Brustkrebs erkrankt war.
- Das Brustkrebsrisiko beträgt für beide je rund 50 Prozent; aktuell sind sie nicht erkrankt.
Stell dir vor, du könntest heute einen Gentest machen und wüsstest danach, ob du ein erhöhtes Risiko für eine bestimmte Krebsart hast. Du wüsstest also, dass du irgendwann in deinem Leben an dieser Krebsart erkranken könntest, jedoch nicht, ob und wann es passieren würde.
Das ist keine seltene Situation. Denn gewisse Genmutationen sind vererbbar, was also heisst: Wenn jemand in der Familie bereits daran erkrankt ist, kann es sein, dass diese Mutation auch in der eigenen DNA vorkommt. Genau in einer solchen Situation befinden sich gerade die US-Influencerinnen Alix Earle und ihre Schwester Ashtin Earle.
Positives Ergebnis auf Gentest
Nach der Brustkrebsdiagnose ihrer Mutter liessen sie sich gemeinsam auf eine BRCA-Mutation testen. Das Ergebnis: Beide tragen eine vererbte BRCA2-Variante. Dies haben sie in ihrer Netflix-Reality-Serie «Earle Meets World» bekannt gegeben. Eine BRCA1- oder BRCA2-Mutation erhöht das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen wie Brust- und Eierstockkrebs.
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Das ist das BRCA-Gen
Das Risiko einer Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken, liegt laut Universitätsspital Zürich grundsätzlich bei etwa zwölf Prozent. Bei Männern ist diese Erkrankung sehr selten. Dabei sind fünf bis zehn Prozent der Brustkrebserkrankungen und 15–20 Prozent der Eierstockkrebserkrankungen genetisch bedingt. Wenn man also eine BRCA1- oder 2-Mutation hat, ist das Risiko für Brust- oder Eierstockkrebs im Vergleich zum Grundrisiko in der Bevölkerung erheblich erhöht. Kinder von Trägerinnen der Gen-Mutation haben eine 50-prozentige Chance, die Mutation zu erben. Ob sie in ihrem Leben tatsächlich an Krebs erkranken, lässt sich dadurch jedoch nicht sagen.
Die Mutationen BRCA1 und BRCA2 erhöhen beide das Krebsrisiko, allerdings auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichem Ausmass.
Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe haben die beiden keinen Brustkrebs. Sie wissen jedoch, dass sie im Laufe ihres Lebens daran erkranken könnten. Das Risiko beträgt je etwa 50 Prozent.
In der Sendung sieht man, wie sich ihre Mutter Alisa sofort bei ihren Töchtern entschuldigt, als diese erfahren, dass sie die Mutation in sich tragen. Alix meint: «Wenigstens wissen wir es.» Sie bezeichnet es als ein Privileg, wissen zu dürfen, dass sie diese Mutation in sich trägt.
Ihre Schwester ergänzt, sie habe niemals damit gerechnet, dass beide Schwestern Trägerinnen der Gene sein könnten. «In meinem Kopf war es einfach entweder sie oder ich, die es eventuell haben könnten, oder keine von uns. Dass wir beide es in uns tragen, hätte ich niemals gedacht.»
Auch auf Social Media häufen sich die Kommentare
Andere Userinnen teilen ihre eigenen Erfahrungen in den Kommentaren. «Im Mai wurde ich auch positiv auf BRCA2 getestet. Ich war zerstört, als ich es herausfand. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, es zu wissen.» Andere betonen, wie vorteilhaft es sei, dass man sich auf die Genmutation testen lassen könne. Dass die Earle-Schwestern öffentlich darüber sprechen, sei ein gutes Zeichen für junge Frauen und eine Ermutigung, sich ebenfalls testen zu lassen. Einige erzählen auch davon, dass es eine emotionale Achterbahn sei, mit diesem Wissen zu leben.
Wir wollen deshalb von dir wissen: Trägst du selbst eine BRCA1- oder BRCA2-Mutation in dir? Wie lebt es sich mit diesem Wissen? Warst du froh, es zu erfahren – oder hättest du lieber nichts davon gewusst? Erzähl uns davon im Formular unten.
Selina Keller (sek) arbeitet seit 2025 bei 20 Minuten und ist Redaktorin im Ressort Community
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