Sorgen um Vinicius Souza: Schlägt nach der "Lernzeit" Arnolds Stunde?
Maximilian Arnold ist zurück auf dem Rasen. Wird der Kapitän des VfL Wolfsburg nun wieder dauerhaft gefragt sein auf der Sechs? Vinicius Souza droht nach dem Aus in Bochum jedenfalls eine Pause.

Zurück auf dem Platz: Wolfsburgs Kapitän Maximilian Arnold IMAGO/Maximilian Koch
So schnell kann’s gehen. Maximilian Arnolds Aussagen zu seiner Reservistenrolle hatten in der Länderspielpause hohe Wellen geschlagen, in den Partien danach blieb dem Kapitän dennoch nur der Bankplatz, zuletzt gegen Heidenheim (3:1) sogar für die volle Spielzeit. Vinicius Souza wiederum blieb gesetzt als Sechser im System von Trainer Tobias Strobl - bis zum Freitagabend in Bochum (1:1). Früh erwischte es den Brasilianer in einem Zweikampf mit Gegenspieler Philipp Hofmann, der Abräumer biss auf die Zähne, musste dann aber kurz vor der Pause Platz machen. Für Anführer Arnold, dem Vertreter Hauke Wahl sogleich die Kapitänsbinde überreichte.
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Arnold ist wieder da, wo er sein will. Auf dem Rasen. 90 Prozent seiner Bälle brachte er an den eigenen Mann, 80 Prozent seiner Zweikämpfe gewann er. Per Freistoß verfehlte er das Bochumer Tor nur knapp, er traf das Außennetz.
Anschließend gab es Lob, auch für den Einsatz des 32-Jährigen unter der Woche. Da hatte Arnold von sich aus darum gebeten, in der neu gegründeten Bundesliga Talent Series an der Seite von zahlreichen Jugendspielern zum Einsatz zu kommen. "Für mich ist es wichtig, Spielpraxis und Minuten zu sammeln", erklärte Arnold am Freitagabend, "sollte sich auch in Zukunft nichts ändern, würde ich das wieder machen".

Schmerzen: Wolfsburgs Vinicius Souza krümmt sich am Boden. IMAGO/Sven Simon
Das wird vor allem davon abhängen, wie schwer sich Vinicius Souza verletzt hat. Wade, Achillessehne, Sprunggelenk? So richtig wussten die Verantwortlichen nach Spielschluss auch noch nicht, was dem Brasilianer starke Schmerzen bereitete. Doch wenn dieser Spieler nicht mehr weiterspielen kann, dann sind Sorgen angebracht.
Nun könnte also wieder Arnolds Stunde schlagen, sein Talent-Einsatz mündet direkt in einer englischen Woche, die nächste folgt: Am Mittwoch geht’s im Pokal nach Freiburg, dann kommt Osnabrück nach Wolfsburg. "Das zeigt einfach, dass er brennt, dass er da sein will", lobt Sportdirektor Pirmin Schwegler den Impuls seines Kapitäns und unterstreicht: "Er hat ein gutes Zeichen gesetzt." Denn: "Wir haben alle große Ziele und Ambitionen, und das steht über allem."
Auch Trainer Strobl fand das Engagement des unzufriedenen Routiniers "überragend" und ist überzeugt, dass ihm der 45-Minuten-Einsatz im Talente-Spiel gegen den HSV-Nachwuchs (3:2) geholfen hat für das Bochum-Match. "Wenn der Gegner in einem Block steht und wir ihn als Quarterback haben, tut er uns gut. Er hat uns Sicherheit gegeben."
Arnolds Fazit zu den vergangenen Wochen
Arnold und Strobl haben sich nach den Emotionen der vergangenen Wochen ausgesprochen. "Von außen wird es vielleicht heißer gekocht als es intern war", erklärt der Trainer und freut sich: "Es war gut, dass er jetzt dastand, wie er dastand." Und wie ordnet der Kapitän die Dinge der vergangenen Wochen ein? "Viel Lernzeit", so Arnold. Mehr sagt er dazu nicht. Jetzt will er wieder Taten sprechen lassen.
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