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Monday, October 19, 2026

Noll-Festspiele: Die Alleingänge des "besonderen Rundumpakets"

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Ein halbes Dutzend Rettungstaten, sicher abgefangene Flanken und - bis auf eine Ausnahme - ein kluger Spielaufbau. So präsentierte sich der Deutsch-Spanier in Bremen zwischen den Pfosten des Aufsteigers.

Starke Leistung in Bremen: Paderborns Keeper Nahuel Noll.

Starke Leistung in Bremen: Paderborns Keeper Nahuel Noll. IMAGO/Nordphoto

Alleingänge - auf dem Platz bieten sie meistens dribbelstarke Stürmer oder filigrane Spielmacher. Für den SC Paderborn 07 belebte am Samstagnachmittag beim 2:2 im Weserstadion Nahuel Noll mit seinen genauen Zuspielen und langen Pässen das Aufbauspiel seines Teams. Ausnahmslos alle Flanken, denen er in seinem Strafraum entgegensprang, fing der Torhüter ab. Und mit rund einem halben Dutzend Rettungstaten hielt er den SCP07 im Spiel - fast im Alleingang.

"Mit ganz viel Glück können wir sogar den Lucky Punch mit Rayan Philippe setzen. Der Ball springt an den Innenpfosten", kommentierte Trainer Ralf Kettemann zwar jene Szene, die in der Nachspielzeit beinahe das 3:2 für sein Team bedeutet hätte. "Aber auf der anderen Seite hatten wir natürlich auch Nahuel Noll und zwei, drei Momente, die wir selbst überstehen mussten."

Zwei, drei Momente? Nun, zum 100. Geburtstag des Weserstadions begannen dort die Noll-Festspiele so richtig nach 15 Minuten, als Bremens Marco Grüll und Chuki mit ihrer Doppelchance zweimal scheiterten. Sechs Minuten danach war es Niclas Füllkrug, der mit einem Schuss in den Winkel in Noll seinen Meister fand. Noch in Halbzeit eins rettete der 23-Jährige erneut gegen Chuki, dann gegen Arthur. Nach dem Wechsel war Noll chancenlos bei den Gegentreffern, aber voll auf der Höhe gegen Mitchell Weiser und Youri Reeger. Da zog selbst Werders Daniel Thioune den Hut: "Über 90 Minuten ein Super-Torwart, der den Punkt mit der Mannschaft erarbeitet hat."

Ich habe heute den ersten doofen Ball von ihm gesehen.

PADERBORNS TRAINER RALF KETTEMANN

Als "einen der Gründe, weshalb wir den einen Punkt haben", etikettierte gleichermaßen Kettemann seine Nummer 1, für den kicker mit Note 1,5 "Spieler des Spiels" an diesem Tag und Spitzenreiter im aktuellen Torhüter-Ranking der Liga.

Das Arbeitsprotokoll der Hoffenheimer Leihgabe enthielt nur einen einzigen Makel, auf den sein Coach freilich auch verwies: "Ich habe heute den ersten doofen Ball von ihm gesehen ..." Im sonst so sicheren Aufbau mutete Noll kurz vor der Pause seinem "Sechser" Santiago Castaneda einen zu schwierigen Steckpass zu, den dieser gefährlich an Eren Dinkci verlor. Doch: Das "Rundumpaket", das der Deutsch-Spanier Noll den Paderbornern in dieser Bundesliga insgesamt und insbesondere diesmal liefert, sei schon besonders, so Kettemann. "Vor allem in seiner Kernkompetenz, Bälle zu halten."

Die eigene Leistung bewertete Noll übrigens in seiner typischen bescheidenen Manier nüchtern als "ganz gut". Und stand hier unter vielen, die ihn teils überschwänglich lobten, auch wieder fast alleine da.

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