Nach Horror-Halbzeit: Nati-Coach Yakin weicht einer Frage aus

Darum gehts
- Ardon Jasharis Einwechslung zur Halbzeit bringt die Wende: Das Chaos im Zentrum verschwindet, die Schweiz dominiert danach klar.
- Zuvor liefert die Nati gegen Nordmazedonien eine Halbzeit zum Vergessen – ohne Xhaka und mit einem schwachen Sow und Sierro im Mittelfeld.
- Murat Yakin will nach dem 3:0 gar nicht mehr über die Horror-Halbzeit reden: «Das können wir streichen.»
Was war denn da los? Die Schweizer Nati liefert gegen Nordmazedonien eine erste Halbzeit zum Vergessen. Fehlpässe, verlorene Zweikämpfe, kaum Ideen – und vor allem: Es fehlt die ordnende Hand im Zentrum. Granit Xhaka fehlt, Ardon Jashari sitzt zunächst auf der Bank.
Ein Gruselkick für die Zuschauer – und auch für Murat Yakin. «Es war kein sehr gutes Spiel von uns. Wir mussten leiden. Es hatte mehrere Ungenauigkeiten drin, viele zweite Bälle, die wir nicht gewonnen haben.» Der Nationaltrainer verweist ebenfalls auf die Bedingungen: «Es war aber auch nicht einfach auf diesem Platz.»
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Eigentlich wollte Yakin nach dem klaren 3:0 gar nicht mehr über die Horror-Halbzeit reden: «Können wir streichen.» 20 Minuten bittet ihn trotzdem darum und fragt: «Wer war der Chef auf dem Platz?» Yakin weicht mit einem Lächeln aus. «Das fängt beim Captain an, Vize-Captain. Wenn du im dritten Spiel fünf Spieler rotierst und denkst, du bringst frische Leute.»
Die frischen Leute waren Djibril Sow und Vincent Sierro. Beide waren im Zusammenspiel mit Routinier Remo Freuler inexistent. Zwei ungenügende Noten und die Auswechslung zur Pause waren die Folge (die Noten findest du hier). «Es hat mit der Statik überhaupt nicht funktioniert», sagt Yakin. «Wir konnten keinen Druck gegen den Ball erzeugen.»
Zu viele Abspielfehler, zu viele technische Fehler, meinte Yakin weiter. «So kann unser Spielsystem nicht funktionieren.»
Rieder wird zum Dosenöffner
Kurz vor dem Pausenpfiff kommt die Erlösung. Zeki Amdouni setzt Ezgjan Alioski unter Druck, der Ball landet nach einem Fehler bei Fabian Rieder – und der Augsburg-Captain fackelt nicht lange. Er hämmert die Kugel zum 1:0 ins Netz.
«Ein Geschenk der Nordmazedonier», wie Yakin sagt. Aber eines, das die Schweiz dringend brauchte. «Mein Tor hat dann den ersten Schritt in die richtige Richtung eingeleitet», sagt Rieder.
Dann kommt Jashari – und plötzlich funktioniert es
Murat Yakin reagiert zur Pause und bringt Ardon Jashari und Johan Manzambi. Plötzlich herrschen Ruhe, Präsenz und Ordnung im Zentrum. Die Schweiz wird dominanter, kommt zu Chancen und schnürt Nordmazedonien zunehmend ein.
Auch Captain Manuel Akanji sieht die Gründe für die holprige erste Hälfte nicht nur beim Personal. «Es war nicht einfach auf diesem Platz», sagt er. Die vielen Veränderungen hätten ebenfalls eine Rolle gespielt. Der Rasen habe es der Nati «extrem schwierig» gemacht.
Nordmazedonien hilft kräftig mit
Ganz souverän ist der Auftritt allerdings weiterhin nicht. Die Schweiz lässt mehrere Möglichkeiten liegen. Bis zum nächsten Geschenk: Johan Manzambi zieht aus der Distanz ab, Nordmazedoniens Goalie Stole Dimitrievski greift daneben – 2:0.
Zehn Minuten später ist endgültig Schluss. Manzambi setzt die Gäste erneut unter Druck, Dan Ndoye übernimmt und trifft herrlich zum 3:0. Aus einem Grottenkick wird plötzlich ein klarer Sieg.
Sebastian Rieder (sri), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Stv. Leiter Sport. Der Generalist hat stets die besten Schweizer Fussballer im Fokus und begleitet die Nati als Reporter und Videojournalist.
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