Mit einer Menschenkette gegen den Abriss
Kette gegen Abriss: Menschen demonstrieren vor dem Kennedy Center in Washington gegen Trumps Pläne.
Quelle: J. Scott Applewhite / APDas Kennedy Center ist Washingtons bedeutendste Bühne für darstellende Kunst. US-Präsident Donald Trump ließ es erst vor Kurzem schließen und könnte es sogar abreißen lassen. Dagegen formierte sich jetzt sichtbarer Protest direkt vor dem Gebäude: Demonstranten bildeten am Freitagabend eine Menschenkette um das renommierte Kulturzentrum.
Protest gegen Donald Trump
Mehr als 1.000 Menschen kamen dafür zusammen. Sie stellten sich entlang des Bauzauns auf. Die Absperrung war erst am Mittwoch aufgestellt worden. Viele der Teilnehmer trugen Protestschilder mit sich. Darauf stand etwa "Hände weg vom Kennedy Center". Gemeinsam sangen sie Lieder.
Viele Demonstranten hatten Plakate dabei und sangen Lieder.
Quelle: J. Scott Applewhite / APTrump hatte am Dienstag die sofortige Schließung des Kennedy Centers in der US-Hauptstadt verkündet. Offizieller Grund sind laut der Einrichtung akute Sicherheitsbedenken wegen herabfallenden Deckenputzes. Doch schon seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit stand das Haus im Fokus des US-Präsidenten.
Foto sorgt für Wirbel
Er brachte sogar einen Abriss des Kennedy Centers ins Spiel. Erst am Mittwoch sorgte ein Foto für Aufregung, das Trump in der Air Force One zeigt. Darauf zu sehen ist, wie er auf ein Plakat schaut, auf dem in großer roter Schrift "Kennedy Center DEMOLISHED" steht, zu Deutsch: "Kennedy Center ABGERISSEN". Das Bild darunter scheint die Zerstörung eines Gebäudes zu zeigen und einen gelben Bagger, der Trümmer wegschaufelt.
Bill Pulte, der Leiter der Federal Housing Finance Agency, steht daneben, während Präsident Donald Trump an Bord der Air Force One eine Schautafel mit der Aufschrift „Kennedy Center Demolished“ betrachtet.
Quelle: Kenny Holston/The New York Times/Redux/laif"Da wird mir ganz übel", sagte Neal Racioppo, der bei der Menschenkette mitmachte. Er sei gerne ins Kennedy Center gegangen, habe dort Theaterstücke, Ballettaufführungen und Filme gesehen.
Ich habe meine Tochter mitgenommen, damit sie hier ihren ersten Film mit Charlie Chaplin sieht. Zu hören, wie eine Fünfjährige über einen hundert Jahre alten Witz lacht, hat mir die Tränen in die Augen getrieben.
Neal Racioppo, Demonstrant und Besucher des Kennedy Centers
Trump wolle diesen Ort "der Welt vorenthalten, weil er seinen Namen nicht auf dem Gebäude verewigen könne", sagte der Marketing-Mitarbeiter eines Theaters in Washington. Dazu gab es Gerichtsurteile, die Trump eine Umbennenung untersagen.
Streit um Trumps Namen am Kennedy Center
Das Kennedy Center gibt es seit 1971. Es wurde zu Ehren des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy eröffnet. Trump warf der Leitung nach seinem erneuten Amtsantritt im Januar 2025 eine links-"woke" Haltung vor.
US-Präsident Trump will das Kennedy-Center wegen Mängeln schließen lassen. Renovierungen soll es erst geben, wenn sein Name an der Fassade steht. Künstler sagen aus Protest Auftritte ab.
16.09.2026 | 0:21 minReparatur-Geld gegen "Anerkennung"
Trump tauschte Mitglieder des Verwaltungsrats aus, die ihn daraufhin zum Vorsitzenden des Kennedy Centers wählten. Er ließ seinen Namen an der Fassade anbringen, doch ein US-Bezirksrichter ordnete an, die Namensänderung rückgängig zu machen. Im August beschloss das Kuratorium, den Namen Trumps wieder anzubringen, doch auch diesen Beschluss blockierte der Richter. Daraufhin entschied der Verwaltungsrat, das Zentrum zu schließen.
Der Kongress bewilligte 257 Millionen Dollar für die Reparaturen. Laut Trump werden die Bauarbeiten aber nur dann ausgeführt, wenn der Verwaltungsrat die Pläne zur Anbringung seines Namens an dem Gebäude weiterverfolgen darf. Das hatte ein US-Bundesrichter erneut verweigert. Trump verlangt eine persönliche "Anerkennung" für die Renovierung. Ansonsten werde das Zentrum für immer schließen. "Am Ende wird es abgerissen", drohte er.
Quelle: AFP, ZDF
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress am 16.09.2026 um 7:30 Uhr berichtet.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.