Opel STX Concept: Der Astra-Kombi von morgen
Kombis von Opel haben eine sehr lange Tradition: Schon den ersten Nachkriegs-Kadett gab es als CarAVan – eine Wortschöpfung aus Car And Van. Oft genug waren es pragmatische Begleiter, nichts zum leidenschaftlichen Gernhaben, aber unauffällig und mit reichlich Platz versehen. Mit einer Studie will Opel in Paris zeigen, wie sich die Marke den begehrenswerten Kombi der Zukunft vorstellt.
Die Front zeigt weiterhin Elemente des Vizor genannten Designs.
(Bild: Opel)
Hinweise auf Astra-Nachfolger
Schon häufig waren solche Studien von Opel mehr als nur eine sanfte Zukunftsvision. Da der gerade zurückhaltend überarbeitete Astra spätestens 2028 abgelöst werden dürfte, könnte auch das „Opel Sports Tourer eXperimental Concept“ einen Vorgeschmack auf den Nachfolger liefern. Das STX Concept sei, so schreibt es Opel, noch mutiger, noch klarer, noch emotionaler und noch effizienter als der aktuelle Astra. Dem lässt sich schwerlich widersprechen.
Weder Außenspiegel noch sichtbare Türgriffe und eine sehr breite D-Säule: Es ging darum, aufzufallen. Für mehr Pragmatismus ist das Serienauto zuständig.
(Bild: Opel)
Die Studie liefert dabei bewusst Widersprüche. Sie ist elektrisch angetrieben, was die Frage aufwirft, wozu es dann eine derart lange Motorhaube braucht. Opel hat seinen einst gefassten Plan, ab 2028 in Europa nur noch batterieelektrische Neuwagen anbieten zu wollen, schon länger aufgegeben. Vielleicht ist die Form der Studie ein Hinweis darauf, dass auch der nächste Astra alternativ wieder mit Verbrennern auf den Markt kommt.
Optisch stabil
Es gibt keine sichtbaren Türgriffe und auch keine Außenspiegel. Letztere werden durch Kameras ersetzt, die zwei Bildschirme im Innenraum bespielen. Noch hat mich kein Testwagen mit dieser Bestückung in der Praxis überzeugen können. Eine extrem breite D-Säule vermittelt optisch Stabilität, beschneidet in dieser Form allerdings die Rundumsicht. Aber eine Studie ist kein Serienmodell, sondern etwas, an dem sich Designer austoben können.
Darauf deuten auch die weit nach außen gezogenen Radläufe hinten hin, die ein Reifenformat 285/35 R22 unterbringen müssen. Ab einem Tempo, zu dem Opel keine Angaben macht, fahren blau gefärbte Diffusoren unter dem Heck hervor. Hinter den Rädern würden seitlich nach hinten ausfahrende, vertikale Stoßfängerelemente den windschnittigen Stand unterstützen, schreibt Opel.
Die Studie werde so nicht in Serie gehen, sagt Opel. Dennoch dürften sich viele Elemente in den kommenden Kombis der Marke wiederfinden.
(Bild: Opel)
Geringer E-Anteil
Zum Antrieb gibt es nur vage Andeutungen. Opel spricht von einem Allradantrieb, der das Auto bis auf über 200 km/h beschleunigen könne. Dass die Marke rund um die Batterie zulegen muss, ist den Verantwortlichen selbst bewusst. Der aktuelle Astra hat seit der Modellpflege 55 kWh netto und kann in der Spitze mit maximal 100 kW laden. Dafür ruft Opel aktuell einen Listenpreis von mindestens 36.490 Euro auf. Das erklärt vielleicht, warum zwischen Januar und September nur rund 11 Prozent aller in Deutschland neu zugelassenen Astra einen batterieelektrischen Antrieb hatten. Anders ausgedrückt: Opel schafft es derzeit nicht, vom E-Auto-Boom zu profitieren. Doch die Chance, mit einem guten E-Kombi in Westeuropa zu reüssieren, ist sicher da.
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