Pfleger feuerte sechs Schüsse auf zwei Polizisten ab

Versuchter Mord
Pfleger feuerte sechs Schüsse auf zwei Polizisten abEin Pflegehelfer soll gezielt auf zwei Kantonspolizisten geschossen haben, die ihn kontrollieren wollten. Am Montag steht er wegen mehrfach versuchten Mordes vor dem Bezirksgericht Dielsdorf.
Darum gehts
- Ein heute 51-jähriger Nordmazedonier soll fünf oder sechs Schüsse auf zwei Kantonspolizisten abgefeuert haben.
- Dies bei einer Kontrolle im Januar 2024 in Watt ZH.
- Die Polizisten blieben unverletzt.
- Der Pflegehelfer muss sich am Montag vor dem Bezirksgericht Dielsdorf wegen mehrfach versuchten Mordes verantworten.
- Das Urteil ist auf Mittwoch geplant.
Deine Meinung zählt
05.10.2026
Mo 10:12
Laut Experte mindestens vier Schussabgaben
Nachdem die Staatsanwältin ihren Strafantrag mitgeteilt hat, wird zuerst ein Schusswaffenverständiger vom Forensischen Institut Zürich vom Gericht befragt. Der Forensiker hat in seiner 13-jährigen Laufbahn unzählige Rekonstruktionen der Schussrichtung erstellt, bei Amokläufen, Suiziden und Tötungsdelikten.
Er erklärt dem Gericht anhand von dreidimensionalen 3D‑Bildern die Schusswaffenrichtung und den Standort des Schützen. Er spricht von mindestens vier Schussabgaben, wobei ein Fenster und ein Rollladen getroffen wurden. In der Anklageschrift ist von fünf oder sechs Schüssen die Rede. «Der Schützenstandort konnte nicht bestimmt werden», erklärte der Experte weiter.
05.10.2026
Mo 09:12
Staatsanwältin verlangt fast 20 Jahre
Der Prozess vor dem Bezirksgericht Dielsdorf beginnt mit dem geforderten Strafmass der Staatsanwältin. Sie verlangt für den Beschuldigten wegen mehrfach versuchten Mordes und Gewalt und Drohung gegen Beamte eine unbedingte Freiheitsstrafe von 19 Jahren und 8 Monaten. Zudem soll der Nordmazedonier für 15 Jahre des Landes verwiesen werden.
01.10.2026
Do 18:12
Aus einer Distanz von sieben bis zwölf Metern auf die Polizisten geschossen
Es waren Szenen wie in einem Kriminalfilm: Als im Januar 2024 in Watt ZH zwei Kantonspolizisten einen unbekannten Mann kontrollieren wollten, zückte dieser die Pistole und schoss fünf- oder sechsmal aus nächster Nähe auf sie. Die Kugeln verfehlten die Beamten – zwei Geschosse prallten auf Kopfhöhe in einen Rollladen beziehungsweise durchschlugen ein Fenster einer Liegenschaft.
Der Vorfall hatte sich am späten Abend des 17. Januar 2024 in Watt ZH ereignet. Eine Person alarmierte die Kantonspolizei wegen eines verdächtigen Mannes, der unter einer Tanne auf einer Wiese in einem Wohnquartier stand. Als die beiden ausrückenden Polizisten den Mann mit einer Taschenlampe anleuchteten, floh er, obwohl sie sich als Polizisten ausgaben und einer laut «Stopp Polizei» rief.
Der Mann drehte sich plötzlich um und gab aus seiner Pistole der Marke Glock gezielt drei Schüsse auf die sieben bis zwölf Meter entfernten Beamten ab. Die Polizisten gingen in Deckung und als einer von ihnen aus der Deckung hervortrat, schoss der Täter nochmals zwei- oder dreimal.
Nun muss er sich vor dem Bezirksgericht Dielsdorf wegen mehrfach versuchten Mordes verantworten. Beim Beschuldigten handelt es sich um einen heute 51-jährigen Nordmazedonier. Er ist Pflegehelfer und hat seinen Wohnsitz in Hamburg.
Der Beschuldigte habe den Tod der Polizisten in Kauf genommen, er habe egoistisch und verwerflich gehandelt, steht in der Anklageschrift. Die Staatsanwältin wird den Strafantrag am Prozess bekannt geben. Das Urteil ist für Mittwochnachmittag geplant.
Stefan Hohler (hoh), arbeitet seit 2020 als Gerichtsreporter für 20 Minuten.
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