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Friday, October 9, 2026

IStGH im Visier – USA verhängen Sanktionen gegen Weltstrafgericht

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  • Die US-Regierung hat Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) verhängt.
  • Man werde Transaktionen mit dem Gericht untersagen, seine Ressourcen abschneiden und seine Handlungsfähigkeit einschränken, teilte das US-Aussenministerium mit.
  • Zuvor hatte es bereits Sanktionen gegen 13 Richter und Ankläger des Weltstrafgerichts mit Sitz in Den Haag gegeben.

Die Ankündigung der US-Regierung kam nur wenige Stunden, nachdem der Friedensnobelpreis an die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay verliehen worden war. Pillay war von 2003 bis 2008 Richterin an dem Gericht.

So begründen die USA ihr beispielloses Vorgehen

Ein Anlass für die Sanktionen dürfte sein, dass das Gericht einen Haftbefehl gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu erlassen hatte, wegen des Verdachts auf Kriegsverbrechen im Gazastreifen.

US-Aussenminister Marco Rubio begründete das Vorgehen unter anderem damit, dass die USA nie dem Gerichtshof beigetreten seien. «Wir brauchen ihn nicht. Und wir wollen ihn nicht», sagte er weiter. «Jahrzehntelang» hätten Demokraten wie Republikaner die Idee abgelehnt, dass das Weltstrafgericht die Möglichkeit haben sollte, «amerikanische Staatsbürger, Angehörige des Militärs oder politische Anführer zu verfolgen».

«Angriff auf die Rechtsordnung»

Das Gericht verurteilte die Strafmassnahmen der USA. «Es ist ein Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit und auf die Grundfesten der internationalen Rechtsordnung, der das einfache Prinzip untergräbt, dass niemand über dem Gesetz steht», heisst es in einer Stellungnahme des Gerichts. Es sprach von einem «beispiellosen Schritt». Die USA versuchten damit, «den Lauf der Justiz zu behindern», erklärte der Gerichtshof.

Das Gericht hat 125 Vertragsstaaten und verfolgt seit 2002 Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord. Die USA sind wie China, Israel und Russland kein Mitglied.

Grosses modernes Glasgebäude mit aufgedrucktem Logo.
Legende: Der Strafgerichtshof in Den Haag hat die neuen US-Sanktionen scharf verurteilt und spricht von einem Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit. Keystone/ /Peter Dejong

Die neuen Strafmassnahmen kommen nicht unerwartet. Die USA hatten bereits damit gedroht. US-Präsident Donald Trump hatte im September vor der UNO-Generalversammlung die Staaten aufgerufen, das Gericht zu verlassen. Daraufhin hatten Deutschland, die Niederlande und andere EU-Staaten dem Gericht die volle Unterstützung zugesichert.

Internationale Kritik an US-Sanktionen

Die neuen Sanktionen der USA gegen den Strafgerichtshof sorgen für internationale Empörung. Der norwegische Aussenminister Espen Barth Eide bezeichnete das Vorgehen der USA als besorgniserregend und kündigte an, gemeinsam mit anderen Ländern zu prüfen, wie der IStGH geschützt werden könne. Auch Belgien verurteilte die neuen Sanktionen «aufs Schärfste» und forderte die Aktivierung der EU-Blockadeklausel zum Schutz des Weltstrafgerichts.

Die Schweiz reagierte ebenfalls und bekräftigte ihre Unterstützung für die Justizinstitution. Die Schweiz lehne Sanktionen, Drohungen «oder andere Massnahmen, die darauf abzielen, die Unabhängigkeit des Gerichtshofs und seine Fähigkeit zur Erfüllung seines Mandats zu untergraben» ab, schrieb das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Freitagabend auf der Plattform X.

Die EU-Kommission zeigte sich in einer ersten Reaktion besorgt über das Vorgehen der USA. Sie kündigte an, weiter mit dem Weltstrafgericht zusammenarbeiten zu wollen, damit dieses effektiv arbeiten könne. Zugleich hofft sie auf einen Dialog, da die Sanktionen nach Angaben der Kommission erst mit einer Verzögerung von sechs Monaten in Kraft treten.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begrüsste die am Freitag von den Vereinigten Staaten angekündigten Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) und bezeichnete diesen als «tödliche Gefahr für rechtsstaatliche Demokratien».

«Der IStGH ist kein Gericht. Er ist eine politische Einrichtung», sagte Netanjahu. Gegen den israelischen Ministerpräsidenten liegt seit 2024 ein Haftbefehl des IStGH wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Gazastreifen vor. «Vielen Dank für Ihre Führungsstärke», fügte er mit Blick auf Donald Trump und dessen Aussenminister Marco Rubio hinzu, der die Sanktionen angekündigt hatte.

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