«Das haben die Fans nicht verdient»: Kriechgang der FCB-Stars

- Der FC Basel verliert das erste Spiel unter dem neuen Trainer Slavis Jokanovic gegen Aufsteiger Vaduz 0:3.
- Nach dem Schlusspfiff werden die FCB-Profis von den mitgereisten Fans ausgepfiffen und in die Garderobe geschickt.
- Shaqiri nennt die Reaktion «verständlich», Jokanovic fordert mehr «Männlichkeit» und Intensität in den Zweikämpfen.
Der Schlusspfiff in Vaduz ist die Erlösung für die FCB-Fans, die ihre Mannschaft zuvor 90 Minuten lang ununterbrochen angefeuert haben. Das Spiel ist vorbei, die Basler verlieren das erste Spiel nach dem Trainerwechsel von Stephan Lichtsteiner zu Slavis Jokanovic gegen Aufsteiger Vaduz gleich 0:3.
Als die FCB-Profis vor die Kurve treten, um sich für den Support zu bedanken, werden sie ausgepfiffen und in die Garderobe geschickt. «Das ist eine verständliche Reaktion. Es kommen mehrere Tausend Basler hierher, es hat mehr FCB-Fans als Vaduzer, und wir spielen so», sagt Xherdan Shaqiri nach dem Schlusspfiff.
Teamkollege Philip Otele wird noch deutlicher: «Für die FCB-Fans tut es mir von Herzen leid. Sie haben das nicht verdient. Wir können uns nur entschuldigen.»
Jokanovic fordert mehr «Männlichkeit»
Die Basler finden über 90 Minuten keinen Zugriff auf Vaduz. Sie sind oft einen Schritt zu spät, kommen kaum in die Zweikämpfe und finden offensiv keine Lösungen. Shaqiri: «Jeder Einzelne muss sich gewaltig steigern. Wir wissen, was wir können, wir dürfen uns den Kopf nicht zerbrechen», sagt Shaqiri.
Auch Jokanovic sieht nach seinem Debüt dringend Handlungsbedarf. «Es ist eine Frage der Aggressivität. Fussball ist nicht nur, den Ball zu führen. Es geht um Intensität und darum, auf dem Feld mehr Männlichkeit zu zeigen, um die Zweikämpfe. Wir müssen das schleunigst verbessern und werden daran arbeiten», sagt der neue FCB-Trainer.
Stolperstein-Gefahr im Cup gegen Nyon?
Den Pfiffen der Fans nimmt der neue FCB-Trainer das Positive ab: «Die Unterstützung war unglaublich. Ich war schon an anderen Orten, wo man noch so einer Niederlage mehrere Stunden nicht mehr aus dem Haus hätte gehen können.»
Bleibt zu hoffen, dass das nächste Spiel nicht auch in einem Debakel endet. Bereits nächste Woche wartet im Cup Stade Nyonnais. Der Challenge-Ligist dürfte dem FCB zwar kaum Angst einjagen.
Doch die Basler wissen, wie unangenehm Nyon werden kann: Vor knapp zwei Jahren brauchte es gegen eben diesen Gegener Shaqiris Treffer in der 123. Minute, um eine Blamage abzuwenden. Nach dem Auftritt in Vaduz ist eine solche Zitterpartie das Letzte, was Basel gebrauchen kann.
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