Mit Shampoo zum Millionär: Trauer um Starfriseur John Frieda


Er frisiert Prinzessin Diana und erfindet den"Purdey"-Topfschnitt. Nun ist der britische Starfriseur John Frieda mit 75 Jahren gestorben. Seine Mitarbeiter nehmen Abschied von einer "Ikone der Friseurbranche".
John Frieda ist tot. Der britische Friseur und Haarpflege-Unternehmer starb im Alter von 75 Jahren. Bekannt gegeben wurde sein Tod am Dienstagabend über Instagram, Angaben zur Ursache gab es keine.
"Mit schwerem Herzen teilen wir die Nachricht mit, dass unser lieber John friedlich im Kreise seiner Familie verstorben ist", heißt es in dem Beitrag seines Salons. Frieda sei "mehr als nur ein Mentor" gewesen und "eine wahre Ikone der Friseurbranche". Auch seine Stieftochter Asia Agnelli Lagrange bestätigte den Tod: "Heute haben wir den besten Mann verloren, den es je gab."
Geboren wurde er am 9. Juli 1951 als Alan Howard Frieda in Kenton, Middlesex. Sein Großvater war Barbier in der Fleet Street. Sein Vater führte einen Salon in Ealing. Seine Eltern schickten ihre vier Kinder auf eine Privatschule. "Sie gingen fest davon aus, dass ich Arzt werden würde", erklärte Frieda im Interview mit der "Financial Times". Stattdessen habe er mit 16, "abgelenkt von Clubs, Freunden und der Welt der späten 60er-Jahre", beschlossen, dass er im Friseursalon bei seinem Vater arbeiten wolle. Doch dieser weigerte sich, den Sohn in einem "kleinen Vorort-Salon versauern zu lassen". Der Sprössling sollte vielmehr eine Ausbildung auf höchstem Niveau bekommen: "Er ließ seine Beziehungen spielen, um mir einen Job bei Leonard in London zu verschaffen", erzählte Frieda von seiner Ausbildung im legendären Salon "The House of Leonard", in dem sich in den 60er-Jahren berühmte Models wie Twiggy und Jean Shrimpton die Haare machen ließen.
"Mir wurde die niedere Aufgabe übertragen, Handtücher zu falten", erinnerte sich der spätere Starfriseur an seine Anfangszeit dort. Dennoch fiel Salonchef Leonard sein akribischer junger Lehrling auf, und innerhalb eines Monats arbeitete Frieda als sein Assistent und begleitete ihn zu Fotoshootings. Diese Erfahrung sei prägend gewesen und habe "den Kurs für mein Leben vorgegeben", so Frieda. Auch, weil er während seiner Ausbildung seinen Namen verpasst bekam. Einen Alan gab es im Salon nämlich schon, zwei Friseure mit gleichem Namen gingen nicht, erklärte er im Juni 2026 der britischen Zeitung "Times". Er übernahm den Namen, den auch sein Vater benutzte, und wurde zu John Frieda.
Vom Schuljungen-Schnitt zum Shampoo-Imperium
1976 kam der Durchbruch. Schauspielerin Joanna Lumley wollte für ihre Rolle in "The New Avengers" eine Frisur wie ein Schuljunge, Frieda erfand den berühmten "Purdey"-Topfschnitt. Im selben Jahr eröffnete er mit 25 Jahren seinen eigenen Salon.
Mit der US-Managerin Gail Federici entwickelte er später eigene Produkte, 1988 kam Frizz-Ease auf den Markt, 1998 Sheer Blonde. Die Idee dahinter: Nicht alle Haare sollten gleich behandelt werden. 2002 verkaufte Frieda die Marke an den japanischen Konzern Kao. Seine Salons behielt er. Auf seinem Stuhl saßen viele prominente Kundinnen, unter anderem Madonna, Nicole Kidman und Prinzessin Diana.
Auch mit seinem Privatleben sorgte er für Aufmerksamkeit: Im Oktober 1976 heiratete er im Standesamt von Hampstead die Sängerin Lulu. Ringo Starr und Elton John feierten mit. Das Paar bekam Sohn Jordan. Als die Geschäfte Frieda in die USA zogen, wollte er die Trennung, 1992 wurde die Ehe geschieden. Lulu sprach später von einer "sehr schmerzhaften Zeit". Frieda selbst gab der "Times" zufolge zu, er habe damals nicht "Mr. Lulu" sein wollen. Aufgehört, sie zu lieben, habe er nie.
2002 lernte er dann Frances Avery Agnelli kennen, Witwe des Fiat-Erben Giovanni Alberto Agnelli. Geheiratet wurde 2019. Frieda hinterlässt seine Frau, vier Kinder und zwei Enkel.
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