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Friday, September 11, 2026

Parker (15) harrt tagelang auf Boot aus – dann kommt Rettung

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  • Der 15-jährige Parker aus Alaska wurde nach mehreren Tagen auf See in der Beringstrasse gerettet.
  • Sein Fischerboot war vor St. Lawrence Island gekentert.
  • Das Forschungsschiff «Northwest Explorer» änderte seinen Kurs und brachte den leicht unterkühlten Teenager zu seiner Familie.

«Ein unglaublich mutiger junger Mann»: Als der Kapitän der «Northwest Explorer» am Montag per Funk von der US-Küstenwache von einem Schiffbrüchigen hörte, zögerte er nicht lange. Vier Stunden später war der 15-jährige Parker aus Alaska gerettet.

Der Jugendliche hatte mehrere Tage auf See überlebt, nachdem sein Fischerboot vor St. Lawrence Island in der Beringstrasse gekentert war. Sein älterer Bruder Sydney und sein Cousin kamen beim Unglück ums Leben.

Motor verfing sich in der Angelschnur

Die drei Fischer waren am Freitag mit einem etwa 5,5 Meter langen Boot in der Nähe der Insel unterwegs, als dieses umschlug. Die Küstenwache wurde in der Nacht auf Sonntag alarmiert, musste die Suche aufgrund der Wetterlage und schlechter Sicht jedoch auf den nächsten Morgen verschieben.

«Als sich der Motor in der Angelschnur verfing, versuchten sie, sie zu lösen, schafften es aber nicht, weil sie sich so stark verheddert hatte», erzählte Familienmitglied Darren Toolie-Noongwook zu NBC News. «Also sassen sie einfach nur da, und später in der Nacht verschlechterte sich das Wetter, und das Boot kenterte.»

Parkers Bruder geriet in Panik

Sydney wollte gerade eine Schwimmweste für Parker holen, als er sich in den Leinen verfing und das Boot umkippte. Parker und sein Cousin konnten gemeinsam auf das umgedrehte Boot klettern, doch Sydney war «der Erste, der ums Leben kam», so der Verwandte.

«Der 15-jährige Parker und sein Cousin verbrachten die Nacht gemeinsam, bis der Cousin in Panik geriet und vom Boot sprang», sagte Toolie-Noongwook. «Er war nur fünf bis sechs Fuss geschwommen und war – traurigerweise – ertrunken.»

Kapitän reagierte sofort

Parker war nun allein auf dem Boot. «Er kniete da und betete einfach die ganze Zeit», sagte Toolie-Noongwook. «Er sagte, er glaube daran, dass er es schaffen würde. Er glaubte daran, dass man ihn finden und in Sicherheit bringen würde – und genau das geschah.»

Der Jugendliche wurde am Montagabend von der «Northwest Explorer» gerettet. Adam White, Kapitän des Schiffes, berichtete NBC News, dass sich seine Besatzung gerade von einer Forschungsmission auf dem Rückweg befand, als sie eine Nachricht der Küstenwache erhielt. Nachdem er die Koordinaten des Überlebenden erhalten hatte, änderte White den Kurs, um nach Parker zu suchen.

Viel Freude und viel Trauer

Die sieben Wissenschaftler und sechs Besatzungsmitglieder an Bord hielten gemeinsam auf dem Wasser Ausschau, in der Hoffnung, ihn zu entdecken. «Als er schliesslich in Sichtweite kam, herrschte bei allen riesiger Jubel», sagte White.

«Wir hatten Glück, dass der junge Mann eine Wurfleine greifen konnte, die wir ihm zuwarfen.» Leicht unterkühlt brachte die Crew den Teenager zu seiner Familie. «Wir haben uns sehr lange umarmt, und sie waren einfach voller Freude», sagte White.

Natürlich liege wegen des Todes von Sydney und dem Cousin auch viel Schmerz in den Augen der Familie. «Es ist einfach eine ganze Mischung aus unterschiedlichsten Gefühlen», sagte Kapitän White.

Karin Leuthold

Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.

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