Darf ich den Rufknopf drücken, wenn ich nur ein Wasser will?

Du möchtest noch etwas trinken, sitzt aber am Fenster und müsstest dafür zwei Mitreisende vom Platz bitten. Also lieber den Rufknopf drücken? Oder nervt das die Kabinencrew und darfst du den kleinen Knopf nur im Notfall drücken?
Wofür würdest du den Rufknopf im Flugzeug am ehesten drücken?
Die Antwort fällt eindeutig aus: Du darfst drücken. «Grundsätzlich gilt: Der Rufknopf ist für unsere Gäste da», sagt Swiss-Mediensprecher Remo Müller gegenüber 20 Minuten. Fluggäste dürften ihn jederzeit benutzen, wenn sie ein Anliegen hätten, etwa für ein Getränk oder wenn sie etwas anderes bräuchten.
Auch Edelweiss sieht den Knopf nicht als reine Notfalltaste. Er dürfe «für Servicewünsche oder Fragen und Unklarheiten aller Art» benutzt werden, sagt Mediensprecher Andreas Marti.
Wann du besser kurz wartest
Nur weil du den Rufknopf benutzen darfst, ist er nicht in jeder Situation die praktischste Lösung. Während des Hauptservices empfiehlt die Swiss, Wünsche direkt anzubringen, wenn die Crew beim Sitz vorbeikommt. Auf Langstrecken sei die Besatzung zwischen den Hauptservicezeiten zudem ungefähr jede Stunde mit Getränken in der Kabine unterwegs.
Edelweiss empfiehlt den Rufknopf für Servicewünsche vor allem während Servicepausen oder wenn eine Person nicht am Gang sitzt und nicht einfach aufstehen kann. Wer sich frei bewegen kann, darf während solcher Pausen auch selbst in die Bordküche gehen und dort einen Wunsch äussern.
Bei Unwohlsein nicht zögern
Anders sieht es aus, wenn es dir plötzlich schlecht geht. Dann solltest du nicht darauf warten, bis zufällig jemand von der Crew vorbeikommt. «Wenn sich ein Gast plötzlich unwohl fühlt oder medizinische Hilfe braucht, sollte er unsere Crew so schnell wie möglich darauf aufmerksam machen», sagt Müller.
Dafür könne der Rufknopf benutzt werden. Falls nötig, empfiehlt Swiss zusätzlich, andere Passagiere zu bitten, die Crew direkt zu informieren. Die Besatzung reagiere in einem solchen Fall umgehend und leiste die notwendige Hilfe. Edelweiss empfiehlt ebenfalls, bei medizinischen Problemen die Kabinenbesatzung sofort zu informieren.
Darum kommt die Crew manchmal nicht sofort
Du hast gedrückt, doch niemand steht direkt danach neben deinem Sitz? Das muss nicht bedeuten, dass dein Ruf ignoriert wird. Bei Start und Landung oder während Turbulenzen muss die Crew selbst angeschnallt bleiben. «In diesen Momenten geht die Sicherheit vor», sagt Müller. Sobald es die Situation erlaube, kümmere sich die Besatzung um den Gast.
Edelweiss weist ebenfalls darauf hin, dass die Crew bei Start und Landung sowie starken Turbulenzen zu ihrer eigenen Sicherheit nicht aufstehen darf. Liegt gleichzeitig ein medizinischer Notfall vor, sollen Betroffene versuchen, die Crew verbal auf sich aufmerksam zu machen. Selbst aufzustehen, sei in einer solchen Situation keine gute Idee.
Für den Rufknopf gelten bei Swiss und Edelweiss übrigens dieselben Grundsätze, unabhängig davon, ob du kurz oder lang fliegst oder in welcher Reiseklasse du sitzt. Kurz gesagt: Für ein Getränk darfst du drücken. Wenn du problemlos bis zum nächsten Durchgang warten kannst, freut sich die Crew aber über etwas Geduld.
Drückst du den Rufknopf für jede Kleinigkeit? Oder hast du dich bis anhin noch nie getraut, ihn zu drücken?
Laura Zygmunt (lmz) arbeitet seit 2022 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Lifestyle und schreibt über die Welt des Reisens.
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