KI-Schäden: Versicherer prüfen Kosten und investieren
Versicherer prüfen laut einem Bericht der Financial Times, inwieweit bei ihnen in Zukunft Kosten durch KI-Schäden entstehen. Versicherte könnten über verschiedenste Versicherungsarten versuchen, Schäden von ihren Versicherungen erstattet zu bekommen.
Der Versicherungsmakler Aon hat laut dem Bericht mehr als 300 Gerichtsverfahren rund um KIs ausgewertet, die Bandbreite der möglichen Schadensfälle ist demnach groß. So könnte beispielsweise eine von einer KI gehackte Firma versuchen, den Schaden von ihrer Cyber-Versicherung erstattet zu bekommen. Ein durchaus realistisches Szenario: Wie die vergangenen Monate und Analysen zu den Cyberrisiken moderner KI-Systeme zeigen, haben KI-Modelle wiederholt fremde Produktivsysteme kompromittiert. Weitere denkbare Szenarien sind laut der Analyse durch KI verursachte Versicherungsfälle in den Bereichen Kriminalität, geistiges Eigentum, Medienhaftpflicht sowie technische Fehler und Unterlassungen.
Laut der Financial Times machen sich führende Versicherungsunternehmen wohl auch Gedanken über Schäden, die auf Grundlage der Haftpflichtversicherungen für Manager von KI-Unternehmen reguliert werden könnten. Wenn ein Geschädigter beispielsweise Sam Altman, den CEO von OpenAI, erfolgreich wegen eines KI-Hacks verklagen sollte und das Unternehmen dies über die Haftpflichtversicherung des Managements abwickeln will.
Wer am Ende tatsächlich für Schäden haftet, die durch KIs entstehen, ist noch immer nicht geklärt. In Europa gab es bereits einen Gesetzesentwurf, der diese Frage geklärt hätte. Die Debatte wurde 2025 als „verfrüht“ beendet. Seit einigen Wochen tut sich in der EU jedoch wieder etwas.
Versicherer immer tiefer in KI-Markt involviert
Parallel dazu mischen Versicherer offenbar immer intensiver bei der Finanzierung von KI-Infrastruktur und -Unternehmen mit. Ende vergangener Woche berichtete die Financial Times, dass Nvidia mit Versicherungen über die Schaffung eines neuen Versicherungsprodukts spreche. Dieses solle den Ausfall von Krediten absichern, die Startups zum Beispiel für den Bau eines Rechenzentrums aufnehmen, unter Umständen am Ende aber nicht bedienen können. Damit möchte Nvidia, so mutmaßt die Financial Times, noch mehr Firmen, auch weniger finanzstarke, in die Lage versetzen, Chips der Firma zu kaufen.
Ob so eine Art Versicherung wirklich zustande kommt, sei noch nicht abzusehen, so die Financial Times. Versicherungen würden aber bereits eine ganze Reihe von Produkten für den KI-Sektor auf den Markt bringen. Dazu gehören die Absicherung gegen Kreditrisiken und Wertverluste bei Chips sowie gegen Vertragsverletzungen, die durch Stromausfälle oder Ausfälle der Kühlsysteme in Rechenzentren verursacht werden.
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