«Hatte ein Angebot aus dem Männerfussball»

Voss-Tecklenburg ist zurück – als Trainerin der FCZ-Frauen
«Hatte ein Angebot aus dem Männerfussball»
Martina Voss-Tecklenburg ist zurück. Am Donnerstag wird sie als Trainerin der FCZ-Frauen vorgestellt. Dabei erzählt sie, welche Angebote sie hatte, warum sie sich aber für Zürich entschieden hat. Und dass sie auch in den Männerfussball hätte wechseln können.
Publiziert: 01.10.2026 um 18:07 Uhr
Björn LindroosRedaktor Sport
Lang ists her, seit Martina Voss-Tecklenburg (58) zuletzt als Trainerin in der Schweiz arbeitete. Nach acht Jahren ist sie zurück und beginnt nun offiziell bei den Frauen des FC Zürich. Dass das Interesse an der einstigen Nati-Trainerin gross ist, merkt man schon am prallgefüllten Presseraum, als sie am Donnerstag im Home of FCZ in Zürich vorgestellt wird.
«Ich freue mich, seit gestern Abend hier zu sein», sagt die Deutsche mit einem breiten Lächeln. Es ist ihr erster Trainerjob seit gut drei Jahren, nachdem 2023 sie ihren Vertrag als Nationaltrainerin Deutschlands nach einem unrühmlichen Ende aufgelöst hatte.
Die Verbindung zur Schweiz
«Es gab viele Angebote in den letzten zwei Jahren. Ich habe mir vieles angehört, mich am Ende aber für dieses Projekt entschieden», so Voss-Tecklenburg. Doch warum ist es der Job in Zürich geworden? «Es passt einfach am besten in meine Lebenssituation. Zürich ist nicht weit weg von Düsseldorf, von meiner Familie. Zudem ist es für mich auch eine emotionale Geschichte. Ich hatte hier eine wunderbare Zeit als Nationaltrainerin, habe Freunde gefunden und die Schweiz für immer in meinem Herzen getragen. Ich hätte auch nach Mexiko, nach China, nach Afrika gehen können in den letzten Jahren. Aber da bist du nicht mal eben zu Hause.»
Tatsächlich hatte Voss-Tecklenburg auch in einer anderen Rolle in den Fussball zurückkehren können: «Ich hatte auch einige Angebote als Sportdirektorin oder in anderen Funktionen im Fussball. Aber ich sehe meine Kernkompetenz immer noch auf dem Platz und fühle mich bereit für diese Aufgabe.»
Angebot aus dem Männerfussball
Auch lukrativen Anfragen sagte die 58-Jährige ab. So zum Beispiel kurz vor der EM 2025: «Es war ein sehr interessantes Angebot aus dem nahen Europa als Nationaltrainerin dabei. Aber das hat dann nicht ganz gepasst. Ich glaube, jeder Verein und jedes Nationalteam hat es verdient, dass dort jemand ist, der zu 100 Prozent engagiert ist.» Ein Angebot des SFV als die Schweiz vor einem Jahr einen neuen Coach suchte, sei aber nicht dabei gewesen.
Dafür eines aus dem Männerfussball. Doch als das Angebot eines «ambitionierten Regionalligisten aus Deutschland» reinflatterte, hatte Voss-Tecklenburg bereits in Zürich unterschrieben. «Glück gehabt», sagt Pascale Egloff, Präsidentin der FCZ-Frauen, lachend an der Pressekonferenz.
«Ich will Titel gewinnen»
«Es ist viel Energie zu sehen. Eine gute Mischung aus gestandenen Spielern und jungen Talenten», sagt die Deutsche über ihr neues Team. «Der Nachwuchs hat riesiges Potenzial. Ich will Nationalspielerinnen entwickeln und sie nah ans Nationalteam bringen.» Das sportliche Ziel sei klar: «Wir wollen natürlich um Titel spielen.» Und ihre Kontakte könne sie ja durchaus auch nutzen, um vielleicht auch gewisse Spielerinnen nach Zürich zu holen, tönt Voss-Tecklenburg mit einem Augenzwinkern an. Beim Zürcher Derby am Freitagabend sitzt die neue Trainerin noch nicht auf der Bank. Erst nach der Natipause.
Sie soll dem ganzen Klub helfen, auch über ihre Rolle hinaus: «Meine Aufgabe ist es, Cheftrainerin zu sein. Doch ich möchte sehen, was im Nachwuchs passiert. Ich möchte sehen, wie wir uns als gesamten Verein weiterentwickeln und spüren, dass wir etwas bewegen können.»
Sicher ist: Dass eine Frau wie Martina Voss-Tecklenburg in die Schweiz zurückkehrt, tut dieser Women's Super League gut.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Servette FC Chenois | 7 | 7 | 16 | |
2 | FC Zürich | 7 | 14 | 15 | |
3 | Grasshopper Zürich | 7 | 12 | 14 | |
4 | BSC Young Boys | 7 | 3 | 12 | |
5 | FC Basel | 7 | 3 | 12 | |
6 | FC Luzern | 7 | 3 | 11 | |
7 | Yverdon Sport FC | 7 | -3 | 5 | |
8 | FC Rapperswil-Jona | 7 | -8 | 5 | |
9 | FC St. Gallen 1879 | 7 | -11 | 4 | |
10 | FC Aarau | 7 | -20 | 1 |
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