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Sunday, October 4, 2026

Kreml drohte: "Tödliche Gefahr": Drohne trifft offenbar Brücke in Kiew während Merz-Besuch

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Kreml drohte: "Tödliche Gefahr"Drohne trifft offenbar Brücke in Kiew während Merz- Besuch

04.10.2026, 10:40 Uhr

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Im Visier der Russen: Kiews Nordbrücke. Täglich passieren 600.000 Menschen die Brücken. (Foto: picture alliance / Artjazz/Shotshop)

Macht der Kreml ernst? Wer Kiew besuche, müsse mit "nachteiligen Folgen" rechnen, heißt es in Moskau. Nun ist der Bundeskanzler überraschend in die ukrainische Hauptstadt gereist - und die russische Armee attackiert wie gewohnt.

Während des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew ist ukrainischen Angaben zufolge eine Brücke in der Hauptstadt von mindestens einer russischen Drohne angegriffen worden. Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, teilt bei Telegram mit, "die Straße der Nordbrücke" sei getroffen worden und "Rettungsdienste sind auf dem Weg".

Der Kanzler hatte bei seiner Ankunft auf die derzeitigen heftigen russischen Angriffe auf die Ukraine verwiesen. Kurz vor dem fünften Kriegswinter bombardiere Russland Städte, Wohnhäuser und Heizkraftwerke - dies sei "Terror". Er werde dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sagen: "Auf unsere Hilfe könnt ihr weiter zählen", betonte Merz und fügte hinzu: "Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns."

Merz war am Morgen überraschend trotz neuer Warnungen aus Moskau zu einem Besuch in Kiew eingetroffen. Das russische Außenministerium hatte Ausländer und Diplomaten am Samstag vor Besuchen in Kiew gewarnt und zum Verlassen der Stadt aufgerufen. Jeder, der die Warnung missachte, setze sich einer "tödlichen Gefahr" durch "massive" russische Luftangriffe aus. Als Reaktion auf "terroristische Akte" der ukrainischen Streitkräfte gegen die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur setze die russische Armee ihre systematischen Angriffe auf militärische Einrichtungen fort, teilte das Außenministerium in Moskau mit. "Die Verantwortung für jegliche nachteiligen Folgen liegt voll und ganz bei denjenigen, die diese Warnung ignorieren", hieß es in der Erklärung.

In der vergangenen Woche ging Russland zum systematischen Beschuss der Kiewer Brücken über: Mit der Südbrücke wurde mehrfach die strategisch wichtigste Brücke der Hauptstadt angegriffen. Ihr Wegfall hätte massive Folgen für Verkehr und Logistik. Aber auch die Nordbrücke wurde in den vergangenen Tagen angegriffen, so auch am Samstagmorgen. Die Bilder dieser jüngsten Einschläge gingen um die Welt. Die zunehmenden Angriffe beeinträchtigen das Leben der drei Millionen Einwohner Kiews vor den nahenden Wintermonaten erheblich.

Moskau versucht seit einiger Zeit, die Bevölkerung in der Ukraine zu zermürben und die Partner Kiews unter Druck zu setzen. Am Freitag hatte Klitschko die Situation in der Stadt "extrem dramatisch" genannt und davor gewarnt, dass Kiew "in Stücke gerissen" werde. Russland hatte in den vergangenen Tagen neben mehreren Brücken über den Dnipro auch wieder Energieinfrastruktur angegriffen. Einkaufszentren, Wohnhäuser und Züge wurden in den vergangenen Wochen ebenfalls weit weg von der Front angegriffen.

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