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Sunday, August 16, 2026

Waldbrand in Belgien: Keine Evakuierung in Deutschland

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Der große Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn hat sich rasant ausgebreitet. Innerhalb von 24 Stunden verdoppelte sich die verbrannte Fläche nach Angaben der belgischen Behörden auf fast 3000 Hektar. 

Lage in Belgien bleibt "kompliziert"

Das Feuer war am Freitag ausgebrochen und breitete sich seitdem schnell aus. Am Sonntag lag das gesamte Grenzgebiet unter dichtem, gelblichem Rauch, der kilometerweit zu sehen war.

Die Lage bleibe "kompliziert", erklärten die belgischen Behörden. In der Nacht habe der Wind mehrfach seine Richtung geändert und damit die Löscharbeiten erschwert. Hinzu kommt das schwierige Gelände: Das Hohe Venn besteht aus Torfflächen und Heideland, in denen schweres Gerät leicht im Boden versinkt.

Den Einsatzkräften ist es deshalb bislang nicht gelungen, bis zum Ausbruchsort des Feuers vorzudringen. Die Brandursache ist weiterhin unklar.

Internationale Hilfe für die Löscharbeiten

Mehr als 250 Einsatzkräfte sind vor Ort, darunter Helfer aus ganz Belgien und aus Deutschland. Auch weitere europäische Länder unterstützen die Brandbekämpfung.

Die Niederlande entsandten zwei Löschflugzeuge. Im Laufe des Sonntags sollten zusätzliche Hubschrauber aus Tschechien und Löschflugzeuge aus Schweden hinzukommen. EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib sagte, auch Deutschland und Norwegen könnten weitere Hilfe schicken. Belgiens Regierungschef Bart De Wever dankte den beteiligten Ländern für ihre Unterstützung.

Monschau sieht derzeit keinen Anlass für Evakuierung

In der grenznahen deutschen Stadt Monschau hat sich die Situation im Vergleich zur Nacht etwas beruhigt. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht davon auszugehen, dass das Brandgeschehen auf deutsches Territorium übergreifen wird", teilte die Stadt am Sonntagvormittag mit.

Rettungskräfte im Einsatz (in Belgien)
Auch in der Nacht kämpften Einsatzkräfte in Belgien gegen die Flammen anBild: Max Lametz/dpa/picture alliance

Nach Angaben Monschaus liegen zwischen der Feuerfront und der deutschen Grenze weniger als zwei Kilometer. Bis zu den ersten Häusern auf deutscher Seite sind es etwa 1,8 Kilometer.

Noch in der Nacht waren rund 5000 Bewohner aus zwei Ortsteilen vorsorglich aufgefordert worden, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Eine Räumung ist derzeit jedoch nicht vorgesehen. Eine Stadtsprecherin betonte, dass dies eine Momentaufnahme sei und sich jederzeit ändern könne.

Sorge gilt vor allem dem Brandrauch

Derzeit bereitet in Monschau weniger die Feuerfront als vielmehr die starke Rauchentwicklung Sorgen. Wegen einer möglicherweise gesundheitsgefährdenden Belastung wurde Bewohnern grenznaher Bereiche weiterhin empfohlen, ihre Häuser vorübergehend zu verlassen.

Die Entscheidung liegt bei den Bewohnern selbst. Wer Unterstützung benötigt, kann sich an die Stadt wenden. Es steht zudem eine Anlaufstelle zur Verfügung.

Blick auf die Innenstadt von Monschau mit alten und eng stehenden Gebäuden
Die Innenstadt von Monschau zieht zahlreiche Touristen an Bild: Jochen Tack/picture alliance

Monschau hat rund 12.000 Einwohner und liegt unmittelbar am Hohen Venn. Die Stadt ist vor allem wegen ihrer historischen Fachwerk-Altstadt ein beliebtes Touristenziel.

Hürtgenwald: Lage weiter deutlich entspannter

Beim zweiten großen Waldbrand in der Region, im rund 20 Kilometer entfernten Hürtgenwald, hatte sich die Lage zuletzt deutlich entspannt. Dort sind etwa 300 Hektar Wald betroffen. Die weitere Ausbreitung des Feuers konnte gestoppt werden, zahlreiche Glutnester müssen aber weiterhin gelöscht werden.

Polizeihubschrauber fliegt durch Rauch und lässt Löschwasser ab
Hubschrauber der Polizei waren in Hürtgenwald im Einsatz, um den Brand zu löschen (14.08.2026)Bild: Federico Gambarini/dpa/picture alliance

Die rund 1800 Bewohner, die wegen des Brandes ihre Häuser verlassen mussten, durften bereits zurückkehren. Zeitweise waren die Flammen bis auf rund 250 Meter an Grundstücke herangerückt. "Eine aktuelle Gefahr durch den Waldbrand besteht nicht mehr", hatte der Dürener Landrat Ralf Nolten erklärt.

Vollständig gelöscht ist der Brand allerdings noch nicht. Die Löscharbeiten dürften mehrere Tage dauern. Erschwert werden sie weiterhin durch die Trockenheit und ausbleibenden ergiebigen Regen.

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