Vance zu den Midterms: "Der Grund für unsere Niederlage ist der Krieg"
Stand: 04.11.2026 • 22:15 Uhr
Nach der Wahlschlappe der Republikaner geht in der Partei die Spurensuche los, warum sie solche herben Verluste gegen die Demokraten einstecken musste. Für Vizepräsident Vance ist klar: Der Iran-Krieg ist schuld.
Von Katharina Fuß, ARD Washington
In einem ausführlichen Beitrag auf der Plattform X hat Vizepräsident JD Vance versucht zu erklären, warum seine Partei eine derartige Wahlniederlage gegen die Demokraten erlitten hat: "Der Grund für unsere Niederlage ist der Krieg. Das hat der Präsident gestern Abend selbst gesagt."
Im Wahlkampf bemühte sich Vance, republikanische Wähler zu mobilisieren, wählen zu gehen. Jetzt schreibt er, dass das gelungen sei - allerdings hätten sie nicht für die Republikaner gestimmt. Und Vance schreibt weiter, dass ihm ein Berater vor der Wahl gesagt habe, für einen Wahlsieg müsste seine Partei vier Dinge tun: "Erstens den Krieg beenden, zweitens den Fokus auf Lebenshaltungskosten/Inflation legen, drittens Amerika an die erste Stelle setzen, viertens die Beziehung zu Israel ändern."
Vance hatte schon früher Bedenken gegen den Krieg geäußert und immer wieder an den Verhandlungen teilgenommen, um den Konflikt zu beenden. Doch die vielen Alleingänge von Präsident Donald Trump haben es im schwer gemacht, wirklich etwas zu bewirken.
Trump: "Würde es wieder tun"
Auch Trump räumte ein, dass der Iran-Krieg bei den Midterms eine Rolle gespielt habe. Die durch den Krieg gestiegenen Spritpreise seien ein Grund für die Niederlage seiner Republikaner gewesen. Er halte die Einschätzung seines Vizepräsidenten Vance für weitgehend zutreffend, sagte er. Der Krieg habe die Preise kurzfristig "ein wenig" in die Höhe getrieben.
Gleichzeitig verteidigte Trump seine Entscheidung zum Krieg gegen den Iran: "Wenn ich es noch einmal tun müsste, würde ich es wieder tun." Wenn er noch einmal vor der Wahl stünde, würde er genauso handeln. Man dürfe nicht zulassen, dass Iran eine Atomwaffe bekomme. Auf die Frage, ob der Krieg es wert gewesen sei, antwortete er mit Ja. Eine Entlassung von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth schloss Trump aus. "Nein, ich denke, er macht einen sehr guten Job", sagte er.
Unzufriedenheit mit hohen Kosten
Im Gegensatz zu den Republikanern hatten die Demokraten in ihrem Wahlkampf die Unzufriedenheit der Leute mit den steigenden Kosten für Lebensmittel oder Benzin zum Thema gemacht.
Trump selbst hat die Wähler dazu aufgerufen, sich vorzustellen, er stehe selbst auf dem Wahlzettel. Das habe den Republikanern geschadet, so Thomas Rath, der frühere Generalstaatsanwalt von New Hampshire: "Trump hat versucht, die Wahl ganz auf sich zu konzentrieren und das ist das Problem. Er hat eine Reihe von Signalen gesendet und Maßnahmen ergriffen, die den Amerikanern nicht gefallen haben. Und was sie dachten, mit ihm zu bekommen, unterscheidet sich von dem, was sie tatsächlich bekommen haben."
Bei Amtsantritt hatte Trump versprochen, er werde die Preise senken und keine Kriege mehr führen. Das Gegenteil ist eingetreten, und das sorgte für Frustration bei vielen Menschen.
Der politische Wind in den USA hat sich gedreht, die Demokraten haben die Mehrheit im ganzen Kongress in den USA. Trump sagte, er werde mit den Demokraten zusammenarbeiten - er kündigte aber auch an, dass er bei Vorhaben, die ihm nicht gefallen, von seinem Vetorecht Gebrauch machen wird.
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