Datenleck beim Pentagon: Millionen Militärangehörige betroffen
Im Personalverwaltungssystem des Pentagons konnten Unbefugte auf sensible Informationen zugreifen. Daten von Millionen Militärangehörigen sind davon betroffen.
Wie CNN berichtet, hat das Pentagon am Montag dieser Woche eingeräumt, dass Daten von 2,76 Millionen noch lebenden und 294.000 verstorbenen Personen abgeflossen sind. Es handelt sich dabei offenbar nur um einen Bruchteil der Daten, die das Defense Manpower Data Center (DMDC) verwaltet; laut Webseite hat die Behörde im Fiskaljahr 2024 mehr als 60 Millionen Datensätze vorgehalten. Unbefugte Akteure haben bereits im Oktober 2025 Zugang zu einem verwundbaren Server erlangt, der zum DMDC gehört und über den die Behörde Dateien austauscht. Im Filesharing-System klaffte eine Sicherheitslücke, die das DMDC am 16. Juli 2026 entdeckt und umgehend geschlossen hat, wie das Pentagon in einem Brief an Betroffene erklärt.
Zu den abgeflossenen Daten gehören Sozialversicherungsnummern sowie je nach Person eine weitere Angabe, etwa Name, Geburtsdatum, Kontaktdaten, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit oder militärische Personalinformationen wie die Fachverwendung. Dem US-Verteidigungsministerium lägen demnach keine Hinweise vor, dass die abgeflossenen Informationen missbraucht werden.
Fundus für bösartige Akteure
Solche Informationen sind etwa für ausländische Geheimdienste wertvoll. Mit den Daten können sie beispielsweise herleiten, wer wofür beim US-Militär in welchem Teil der Welt zuständig ist. Damit ist gezielteres und glaubwürdigeres Phishing möglich. Denkbar sind aber auch Erpressungsversuche, wenn Angreifer die Daten mit weiteren Informationen verknüpfen, etwa zum Familienstand und zu Surfgewohnheiten, wie sie Datenhändler verkaufen.
Unklar bleibt, wer hinter dem Einbruch in das DMDC-System steckt. Ein Pentagon-Sprecher hat die Frage von CNN nach den Tätern zunächst nicht beantwortet.
Nicht nur das Pentagon, auch die Strafverfolgungsbehörde FBI ist Opfer eines größeren Datenlecks geworden. Dort hat die Cybergang ShinyHunters Daten mit Informationen zu Zehntausenden Mitarbeitern aus einem Job-Portal der Behörde kopiert.
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