Das ist über den Flydubai-Co-Piloten bekannt

- Auf dem Flydubai-Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv soll der Copilot den Kapitän mit einem Messer angegriffen haben.
- Der omanische Copilot war erst seit neun Monaten bei der Airline angestellt.
- Die Maschine sei steil abgesackt und ins Trudeln geraten, berichtet ein Passagier.
Der omanische Copilot, der auf dem Flydubai-Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv den Kapitän mit einem Messer angegriffen haben soll, war erst seit neun Monaten bei der Fluggesellschaft beschäftigt. «Er wurde festgenommen und wird derzeit von den saudischen Behörden vernommen», gab Israels Premier Benjamin Netanjahu am Mittwochnachmittag bekannt.
Saudische Behörden bestätigten, dass beide Besatzungsmitglieder nach der Notlandung in Tabuk im Nordwesten Saudi-Arabiens ins Spital eingeliefert wurden. Nach ersten Angaben schwebt der aus Saudi-Arabien stammende Kapitän in Lebensgefahr.
Zeugenaussagen zufolge soll der Copilot den Kapitän während des Flugs im Cockpit attackiert haben. Die Besatzung setzte zunächst den Transpondercode 7700 für einen allgemeinen Notfall ab, bevor dieser auf 7500 wechselte – das internationale Signal für eine laufende Entführung. In der Folge wurde die Maschine in den saudi-arabischen Luftraum umgeleitet.
Flugzeug ging in einen extrem steilen Sturzflug
Ein Passagier namens Daniel schilderte dem israelischen Sender Channel 12 die dramatischen Ereignisse an Bord: «Plötzlich hörte ich ein Gerangel. Es klang wie ein Kampf aus dem Cockpit. Die Tür stand einen Spalt offen, und ich sah, wie jemand nach draussen gedrängt werden sollte. Dann kamen drei Israelis, die hinter mir sassen, um nachzusehen, was los war. Plötzlich ging das Flugzeug in einen extrem steilen Sturzflug über – die Nase nach unten, begleitet von einer heftigen Trudelbewegung.»
Nachdem der Angreifer überwältigt worden sei, hätten zwei weitere Piloten an Bord die Kontrolle übernommen, berichtete Daniel. Bei ihnen soll es sich um zwei europäische Ablösungspiloten in Zivilkleidung gehandelt haben, die ursprünglich einen späteren Flug hätten durchführen sollen. Sie brachten die Maschine demnach sicher in Tabuk zu Boden.
Ablösungspiloten schlossen sich im Cockpit ein
Das Chaos habe mehrere Minuten gedauert. «Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an», sagte Daniel. «Ich glaube, es waren mindestens zwei oder drei Minuten, in denen das Flugzeug einfach nur im Sturzflug war und wild trudelte. Es fühlte sich an, als wäre es das Ende. Als würde sich der 11. September wiederholen.»
Nachdem der Angreifer ausser Gefecht gesetzt worden war, hätten sich die Ablösungspiloten im Cockpit eingeschlossen und zunächst nicht mit den Passagieren kommuniziert. Während des Landeanflugs habe Daniel draussen nur Wüste gesehen. «Mir wurde klar, dass der Iran nicht weit ist. Mir schoss durch den Kopf, dass sie das Flugzeug dorthin entführen könnten», sagte er.
Erst als die Piloten über die Lautsprecher mitteilten, dass die Maschine in Tabuk landen werde, habe sich die Anspannung etwas gelegt.
Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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