«Gesundheitssystem ist krank»: Das sagt ihr zum Prämien-Anstieg

- Die Krankenkassenprämien steigen 2027 in der Schweiz durchschnittlich um fünf Prozent.
- Die 20-Minuten-Community zeigt sich erbost und fordert einen Systemwechsel, etwa eine staatliche Einheitskasse.
- Leserinnen und Leser schlagen konkrete Massnahmen vor: Medikamentenpreise senken, Bonus-Malus-System und Prämienabzug bei den Steuern.
Auch dieses Jahr steigen die Krankenkassenprämien. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider erklärt die Gründe dafür, während die Parteien nach den Schuldigen suchen und Lösungsansätze präsentieren.
Wie viel Prozent die Prämien in deinem Kanton steigen, liest du hier. Die 20-Minuten-Leserschaft zeigt sich derweil erbost über den erneuten Prämienanstieg. Wir haben die Diskussion aus mehreren Kommentarspalten für dich zusammengefasst.
Viele Leserinnen und Leser machen ihrem Ärger in der Kommentarspalte Luft. «Einfach unglaublich, dass die Damen und Herren seit über 20 Jahren keine Lösungen erarbeiten, damit das Gesundheitssystem langfristig funktioniert. Seit Jahren kennen die Prämien nur einen Weg», schreibt User bubu68. Und .Tollkirsche. bringt es auf den Punkt: «Unser Gesundheitssystem ist definitiv krank.»
User Ravanel findet: «Man zahlt und zahlt und stemmt die Kosten, um gesund zu bleiben, alleine.» User Pfupf75 warnt: «Das Gesundheitssystem wird so über kurz oder lang zusammenbrechen!»
«Zahle 700.- pro Monat»
Mehrere Leserinnen und Leser erzählen von ihrer persönlichen Situation. «Wir sind Rentner. Beide haben 50 Jahre gearbeitet und wir können mit der Ehepaarrente und der PK, trotz günstiger Wohnung, kaum leben. Und jedes Jahr kostet es mehr. Es ist beschämend», schreibt User appleking.
User blaubar erzählt: «Ich zahle seit 30 Jahren, ohne auch nur einen Rappen zurückbekommen zu haben. Ich bin zwar sehr dankbar für meine gute Gesundheit, aber ich finde es nicht richtig, dass ich jedes Jahr ein Monatsgehalt dafür abliefern muss.»
Honey_badger schreibt, wie viel er aktuell an Prämien bezahlt: «Ich, Mann, 59 Jahre alt, bezahle 2026 in Basel-Stadt schon 736.45 Fr. inklusive 48.50 Fr. für Unfallversicherung. Macht 693.10 Fr. Krankenkassen-Grundversicherung.»
«Wann kommt Einheitskasse?»
Zahlreiche Stimmen in der Kommentarspalte fordern einen Systemwechsel. «Wann kommt endlich die staatliche Einheitskasse?», fragt sich SodeliO2. Dem stimmt Dinski@ zu: «Endlich eine Einheitskasse und für alle im Land die gleichen Prämien. Alles andere ist für die Zukunft nicht mehr tragbar.»
Viele Kommentarschreibende schauen düster in die Zukunft. Andrebu warnt: «Solange die Pharmafirmen Zugang zum Bundeshaus haben und ungehindert Lobbying betreiben können und die Parlamentarier und Parteien für Spenden empfänglich sind, ändert sich nichts!»
Lösungsvorschläge der Community
Doch es gibt auch viele Leserinnen und Leser, die die Kommentarspalte für Lösungsvorschläge nutzen. BlödeSchnuri schlägt zum Beispiel vor: «Es würde helfen, wenn man wie beim Auto einen Anreiz schaffen würde. Solche, die wenig zum Arzt gehen, rutschen in eine andere Bonus-Malus-Stufe.»
User Freiheit-ist-alles findet: «Prämien prozentual vom Lohn verrechnen. In vielen Ländern funktioniert das bestens.» User mondeos Vorschlag lautet: «Den vollen Steuerabzug für die Prämie und das Problem ist entschärft!»
Strauss an Massnahmen
User Jetzt-rede-ich schlägt einen Strauss von Massnahmen vor: «Medikamentenpreise senken, günstigeren Auslandsbezug mit Schweizer Rezept ermöglichen, Generika konsequenter fördern und Preisverhandlungen verschärfen.» Er sieht aber auch Hebel in der Politik: «Gleichzeitig braucht es vollständige Transparenz über Interessenvertretung und Lobbykontakte bei gesundheitspolitischen Entscheidungen. Wer Reformen blockiert, muss offenlegen, warum mögliche Einsparungen nicht genutzt werden.»
Ähnlich viele Vorschläge hat Candyman: «Leistungen aus der obligatorischen in die Zusatzversicherung übertragen (Homöopathie, Psychotherapie, Abnehmspritzen, etc.). Gebühren für die Nutzung des Notfalls erheben. Für Sozialleistungsbezüger nur Minimalleistungen abdecken. Mindestfranchise erhöhen.»
Wo würdest du beim Gesundheitssystem zuerst ansetzen, damit es günstiger wird?
Anja Zingg (anz), arbeitet seit 2020 bei 20 Minuten. Sie ist seit Juni 2023 Leiterin des Ressorts Gesellschaft & Community.
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