Britisch-iranischer Doppelbürger unter Terrorverdacht verhaftet

- Die britische Anti-Terror-Polizei hat einen 25-jährigen britisch-iranischen Doppelbürger in London festgenommen.
- Die Ermittler prüfen eine mögliche Beteiligung des Iran oder eines anderen Staates am Vorfall bei RAF Fairford.
- Bereits am Sonntag wurden fünf Briten nahe der US-genutzten Luftwaffenbasis festgenommen – einer von ihnen hatte zuvor selbst die Polizei gerufen.
Nach dem Vorfall beim britischen Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford gibt es eine weitere Festnahme, wie die britische Zeitung «The Guardian» schreibt. Die Anti-Terror-Polizei nahm am Donnerstag einen 25-jährigen britisch-iranischen Doppelbürger in London fest. Er steht im Verdacht, eine terroristische Tat vorbereitet zu haben.
Der Mann wurde in Westminster festgenommen. Dort durchsuchten Ermittler auch zwei Wohnungen. Laut «The Guardian» wird der 25-Jährige derzeit auf Grundlage des britischen Polizeigesetzes Pace festgehalten.
Ermittler prüfen Beteiligung eines anderen Staates
Welche Verbindung der Festgenommene zu den Ereignissen bei RAF Fairford haben soll, teilte die Polizei bislang nicht mit. Die Ermittler prüfen auch, ob ein anderer Staat beteiligt gewesen sein könnte. Man untersuche alle möglichen Richtungen, darunter eine mögliche Beteiligung eines ausländischen Staates, sagte Vicki Evans von der britischen Anti-Terror-Polizei gemäss «The Guardian». Die Ermittlungen seien «äusserst komplex».
Iran weist Vorwürfe zurück
Auch eine Verbindung zum Iran wird geprüft. Premierminister Andy Burnham sprach am Mittwoch von «starken Hinweisen» auf eine iranische Beteiligung. Weitere Details nannte er laut BBC nicht. Iran weist die Vorwürfe zurück. Die iranische Botschaft in London erklärte gemäss «The Guardian», sie weise die Spekulationen über eine Beteiligung entschieden zurück.
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Der Fall beschäftigt die Behörden seit Sonntag. In der Nacht waren drei verdächtige Fahrzeuge gemeldet worden, die in Richtung RAF Fairford unterwegs waren. Eine Landwirtin sah später eine Gruppe maskierter Männer und rief die Polizei.
Einer der Männer wählte selbst den Notruf
Fünf Briten zwischen 23 und 25 Jahren wurden festgenommen. Zunächst ermittelte die Polizei auch wegen möglicher Sprengstoffdelikte. Sprengsätze wurden jedoch keine gefunden. Die Ermittler konnten aber Benzin sicherstellen.
Schon am nächsten Tag kamen die fünf Männer auf Kaution wieder frei. Sie werden weiterhin verdächtigt, eine terroristische Tat vorbereitet zu haben. Für Fragen sorgt ein weiteres Detail: Gemäss BBC hatte einer der fünf Männer selbst die Notrufnummer 999 gewählt – rund eine Stunde bevor die Landwirtin die Polizei alarmierte. Weshalb er anrief, ist unklar.
Trump: «Sie wollten grossen Schaden anrichten»
RAF Fairford in Gloucestershire wird seit Jahrzehnten von der US-Luftwaffe genutzt. In den vergangenen Monaten starteten von dort US-Bomber in Richtung Naher Osten. Grossbritannien hatte den USA erlaubt, den Stützpunkt für sogenannte defensive Angriffe auf Iran zu nutzen. Die iranischen Revolutionsgarden hatten RAF Fairford im Juli als «legitimes Ziel» bezeichnet.
US-Aussenminister Marco Rubio sagte am Montag laut BBC, ein ausländischer Akteur sei eindeutig beteiligt gewesen. US-Präsident Donald Trump erklärte zuvor, die Männer hätten «grossen Schaden» anrichten wollen.
Was die fünf Männer bei RAF Fairford machten und ob tatsächlich ein ausländischer Staat dahintersteckt, ist weiterhin offen. Mit dem 25-jährigen britisch-iranischen Doppelbürger befindet sich nun ein weiterer Verdächtiger in Polizeigewahrsam.
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