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Tuesday, September 22, 2026

Kein Regen in Sicht – Auf vielen Feldern spriesst weiterhin kaum Futter für die Tiere

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In der Schweiz und zahlreichen anderen Ländern Europas war der August so trocken wie kein anderer seit 2012. Damals begann die Europäische Dürrebeobachtungsstelle mit ihren Messungen.

Auch der September war, «abgesehen von einigen Niederschlägen zwischen dem 6. und dem 9. September 2026, bisher von Hochdruckgebieten geprägt, mit trockenem, sehr sonnigem und für die Jahreszeit deutlich zu warmem Wetter», schreibt MeteoSchweiz in seinem Blog.

Person geht über ein leeres Feld mit Bäumen im Hintergrund.
Legende: Der Freiburger Bauer Fabrice Bersier schreitet eines seiner Felder ab, auf dem auch seine jüngste Aussaat kaum spriesst. RTS

Sollten sich die aktuellen Prognosen bestätigen, wird der Sommer 2026 alle Rekorde brechen. Adrien Michel, Meteorologe von MeteoSchweiz, sagt gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS): «Wenn wir uns das Sommerhalbjahr anschauen, also von April bis September, und wenn wir uns ansehen, was die Modelle uns sagen, befinden wir uns in der trockensten je gemessenen Periode seit Beginn der Messungen im Jahr 1864, aber auch in der wärmsten und wahrscheinlich sonnigsten, was alles noch schlimmer macht.»

Landwirtschaft und Fischerei betroffen

Die anhaltende Trockenheit hat grosse Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Fabrice Bersier, Landwirt in Vesin (FR), in der Broye, hat vor drei Wochen Saatgut ausgebracht, um Futter zu produzieren und zu versuchen, den Mangel des Sommers auszugleichen – ohne Erfolg.

Die Trockenheit aus der Sicht von zwei Direktbetroffenen:

Der kürzlich gesäte Raps hat ebenfalls Mühe, sich zu entwickeln. Und bald müsste er für den Herbst ausgesät werden. Die Gerste etwa muss vor dem Eintreffen der grossen Kälte keimen und wachsen. Das beunruhigt Fabrice Bersier. «Wenn es zu wenig Wasser gibt», sagt er, «werden einige Körner wieder nicht keimen, und das wird das Produktionspotenzial für die Ernte 2027 verringern.»

Auch die Fischer spüren die Auswirkungen der Trockenheit. Schon mehrere Hunderttausend Fische sind diesen Sommer wegen des Wassermangels gestorben. «Wir mussten über Kilometer hinweg intensive Rettungsfischerei betreiben», berichtet Ami Lièvre, Co-Präsident des Verbands der jurassischen Fischer. «Wir konnten Tausende gerettete Fische in der Allaine aussetzen, an Stellen, wo sie nichts zu befürchten hatten.»

Zu dieser Jahreszeit liegt der Pegel der Allaine gewöhnlich 20 Zentimeter höher. Für Ami Lièvre wird das Fischen in den kleinen Flüssen bald nicht mehr möglich sein, wenn dieser Wassermangel anhält (vergleiche Übersicht des Bundes zum Zustand der Gewässer in der Schweiz).

Defizit an Niederschlägen

Laut dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie dürfte die Trockenheit noch bis Ende Monat, vielleicht sogar bis Anfang Oktober andauern. «Wir haben gegenwärtig kein Signal für starke Niederschläge, die das Niederschlagsdefizit ausgleichen würden, das sich in den letzten sechs Monaten angesammelt hat», sagt der Meteorologe Michel.

«Uns fehlen jetzt etwa drei Monate Regen», fügt er hinzu. «Es brauchte also drei Monate mit normalen Niederschlägen, um das Defizit nicht zu verschlimmern, aber drei Monate mit der doppelten Menge der üblichen Niederschläge, um das Defizit auszugleichen.»

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