Schweizer Kulturhauptstadt – La Chaux-de-Fonds hofft auf eine Million Besucher

300 Veranstaltungen an 70 Orten: Als erste Schweizer Kulturhauptstadt will sich die Neuenburger Stadt positionieren.
22.09.2026, 20:35
Konzerte und Theater, Raves und Ausstellungen: Das Programm für die Schweizer Kulturhauptstadt 2027 ist breit gefächert. Mehr als 300 Veranstaltungen sind an rund 70 Orten in La Chaux-de-Fonds geplant – vom Wohnzimmer bis zur Landebahn des Flughafens.
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«Für alle soll etwas dabei sein», sagt Laurence Perez, die künstlerische Leiterin. Gleichzeitig sei das Programm eine «Quadratur des Kreises»: Die lokale Kulturszene solle zur Geltung kommen. Die Bevölkerung müsse sich beteiligen können. Und schliesslich soll das Kulturhauptstadtjahr auch nationale und internationale Ausstrahlung haben.
Los geht es am 31. Dezember 2026 mit einem Fest. Das alternative Theaterensemble La Crush verspricht ein «subversives Ritual». Danach folgen zwölf Monate mit Kultur in unterschiedlichen Formen.
Eine Piazza im Neuenburger Jura
Um die gewünschte Ausstrahlung zu erreichen, arbeiten die Organisatoren mit etablierten Veranstaltern aus anderen Landesteilen zusammen. Dazu gehört das Filmfestival von Locarno.
Es heisst immer, La Chaux-de-Fonds sei mega weit weg und mega kalt. Das ist falsch.
Dessen Direktor Giona Nazzaro will die Place du Marché in der Altstadt in eine Mini-Piazza verwandeln. «Eine Piazza ist auch eine Idee: Ein Ort, an dem man sich begegnet», sagt er. Das könne zwischen Tessiner Palmen und den Tannen des Neuenburger Juras funktionieren.
Insgesamt hoffen die Organisatoren auf eine Million Besucherinnen und Besucher.
Schwierige Vorbereitung
Der Weg bis zum Programm war allerdings steinig. Das Budget von 18 Millionen Franken aufzutreiben, erwies sich als so schwierig, dass das Projekt um zwei Jahre verschoben wurde. Zudem protestierte die lokale Kulturszene, weil sie sich zu wenig berücksichtigt fühlte. Und die künstlerische Leitung musste auch neu besetzt werden.
Für Stadtpräsident Théo Bregnard hat das Projekt dennoch bereits etwas bewirkt. Das Kulturhauptstadtjahr habe Gelegenheit geboten, wichtige Baudenkmäler zu renovieren.
Das prominenteste Beispiel ist die riesige Halle des alten Schlachthofs. Der Bau aus dem frühen 20. Jahrhundert wurde zuletzt nur noch wenig genutzt. Nun soll die Halle zum Herzstück der Kulturhauptstadt werden. Auch nach 2027 soll sie als Veranstaltungsort bestehen bleiben.
Hoffen auf einen touristischen Aufschwung
Bregnard hofft zudem, dass das Kulturhauptstadtjahr die Randgebiete der Stadt touristisch aufwertet. Die 2.5 Millionen Franken, welche die Stadt selbst für das Jahr ausgibt, seien deshalb gut investiert, glaubt er.
Auch die lokale Schauspielerin und Komikerin Juliette Vernerey verbindet Hoffnungen mit dem Kulturhauptstadtjahr. Sie hofft unter anderem, dass Vorurteile gegenüber La Chaux-de-Fonds abgebaut werden.
«Es heisst immer, La Chaux-de-Fonds sei mega weit weg und mega kalt. Das ist falsch», sagt sie. Die Stadt sei herzlich und offen – und genau das könne sie im Kulturhauptstadtjahr zeigen.
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