Handballerin braucht noch Zeit – Als Fan statt Spielerin: Die EM kommt für Schmid etwas zu früh

Nach ihrem Kreuzbandriss Anfang Dezember 2025 ist Tabea Schmid auf dem Weg zurück. Die EM sieht sie nicht als optimalen Ort für ihr Comeback.
Tabea Schmid wählt ihre Worte mit Bedacht. Sie möchte sich wohl ein winziges Hintertürchen für eine EM-Teilnahme offen lassen. Doch letztlich bleiben Sätze wie: «Ich habe mich in den letzten Monaten entschieden, dass es sehr wahrscheinlich zu früh ist für mich. […] Sogleich an ein grosses Turnier zu gehen nach einer Verletzung – das wäre nicht ideal für ein Comeback. […] Ich würde sehr gerne für ein Spiel nach Rumänien reisen und das Team in der Halle anfeuern.»
Will heissen: Die Schweizer Handballerinnen müssen die anstehenden Europameisterschaften (ab 3. Dezember) aller Voraussicht nach ohne eine ihrer absoluten Führungsspielerinnen bestreiten. Das ist ein harter Schlag für die Equipe von Trainer Knut Ove Joa. Die 23-jährige Kreisläuferin ist die beste Torschützin im Kader. Im Schnitt erzielt Schmid knapp 6 Treffer pro Nati-Spiel.
Langsam kommt der Kontakt
Am 7. Dezember 2025 riss sich Schmid an der WM in den Niederlanden im Spiel gegen Rumänien das Kreuzband im rechten Knie. Auch das Innenband und die Menisken wurden beschädigt. Seither hat die Ostschweizerin keine Partie mehr bestritten.
Nach erfolgreicher Operation am 5. Januar und achteinhalb Monaten Reha sagt Schmid im SRF-Interview: «Ich benötige noch etwas Zeit, bis ich wieder wettkampfmässig auf dem Feld stehen kann.» Sie könne inzwischen «fast alles wieder machen» – allerdings ohne Körperkontakt. Seit einigen Tagen wird nun «kontrolliert» mit Gegenspielerinnen trainiert. «Ich brauche noch mehr Vertrauen in mein Knie», so Schmid.
Emmenegger als wichtige Stütze
Die Ostschweizerin steht seit Sommer 2025 beim dänischen Topteam Esbjerg unter Vertrag. Die Equipe aus dem Südwesten des Landes ist eine der besten Adressen im europäischen Klubhandball der Frauen. In den vergangenen 4 Jahren gewann Esbjerg 3 Mal die Meisterschaft, vor zwei Jahren resultierte Rang 3 in der Champions League.
Mit Mia Emmenegger steht bei Esbjerg eine Landsfrau und Nati-Teamkollegin von Schmid unter Vertrag. Die Flügelspielerin ist ein wichtiger Bezugspunkt, nicht zuletzt in der langen Reha-Phase. «Wir verbringen viel Zeit miteinander und verstehen uns mega gut. Das ist in diesem Prozess sehr hilfreich und sehr wichtig», sagt Schmid.
Wenn die Schweizer Nati am 4. Dezember gegen Nordmazedonien ins EM-Turnier startet, ist es fast auf den Tag genau ein Jahr her seit Schmids Verletzung. «Die Ärzte in Dänemark haben mir geraten, 12 Monate zu warten. Auch für mich ist es mental wichtig, dass ich diese 12 Monate abwarte», erklärt Schmid. Deshalb sieht sie sich in Rumänien nicht als Teamstütze, sondern vielmehr als Edelfan – zumindest für eine Partie.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.