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Thursday, September 10, 2026

"Todesengel von Auschwitz": Schweiz veröffentlicht Akten über KZ-Arzt Josef Mengele

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"Todesengel von Auschwitz"Schweiz veröffentlicht Akten über KZ-Arzt Josef Mengele

10.09.2026, 18:30 Uhr

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Josef Mengele ist verantwortlich für den Tod von tausenden Menschen. (Foto: picture alliance/United Archives)

Nach dem Krieg werden die grausamen Experimente bekannt, die der KZ-Arzt Josef Mengele an KZ-Häftlingen begangen hat. Dennoch gelingt ihm die Flucht nach Südamerika. Nach der Beschwerde eines Historikers gibt die Schweiz nun Einblick in gesammelte Spuren und Hinweise.

Der Schweizer Nachrichtendienst (NDB) hat zahlreiche Unterlagen über den Nazi-Verbrecher Josef Mengele öffentlich zugänglich gemacht. Darunter sind viele Zeitungsberichte, aber auch Polizeidokumente, die stellenweise geschwärzt sind. In den Unterlagen geht es unter anderem um Hinweise an die Polizei, dass Mengele sich möglicherweise nach seiner Flucht aus Deutschland in der Schweiz aufgehalten haben könnte oder eine Einreise unter falschem Namen plane. Ebenso finden sich verschiedene Hinweise auf dessen angeblichen Aufenthalt, etwa in Irland, Argentinien oder Chile. Laut einem anderen Dokument war 1964 ein als Student getarnter israelischer Spion in der Schweiz, um Spuren Mengeles zu verfolgen.

Bislang hatte der Nachrichtendienst Versuche von Historikern, die Unterlagen einzusehen, abgelehnt, zuletzt im Februar 2026. Er verwies stets darauf, dass es dafür eine Schutzfrist bis 2071 gebe. Der Historiker Gérard Wettstein, der zu Mengele forscht, hatte dagegen beim Bundesverwaltungsgericht erfolgreich Beschwerde eingelegt.

"Geschwärzt ist nur, was geschützt werden muss: Personendaten von früheren und heutigen Angestellten der Bundesverwaltung mit Bezug zum NDB und seinen Vorgängerorganisationen, Informationen, die dem gesetzlichen Quellenschutz unterliegen, sowie Personendaten von Drittpersonen mit überwiegenden Persönlichkeitsrechten", teilt das zuständige Verteidigungsministerium mit. Das Mengele-Dossier war vom Polizeidienst der Bundesanwaltschaft, der Vorgängerorganisation des NDB, erstellt worden und 2001 an das Bundesarchiv gegangen.

Grausame Experimente

Der KZ-Arzt Josef Mengele (1911-1979) interessierte sich besonders für Erbbiologie und sogenannte "Rassenhygiene". Er arbeitet unter anderem am Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik in Berlin. Im Mai 1943 wird er im Konzentrationslager Auschwitz Lagerarzt des sogenannten "Zigeunerlagers". In Auschwitz führt Mengele medizinische und anthropologische Untersuchungen durch.

Sein Hauptinteresse galt Menschen mit körperlichen Anomalien und der Zwillingsforschung. Um Hitlers Theorie über minderwertige Rassen zu beweisen, führte er grausame, meist tödliche medizinische Experimente an seinen Opfern durch. Mengele selektierte in Auschwitz sowohl Neuankömmlinge an der Rampe als auch Häftlinge im Lager. Mengele musterte Kinder, Kranke und Greise als nicht arbeitsfähig aus und schickte sie in den Tod in der Gaskammer. Er war auch unter dem Namen "Todesengel von Auschwitz" bekannt. Nach Kriegsende gelingt ihm die Flucht nach Südamerika. 1979 ertrinkt er bei einem Badeunfall in Brasilien.

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