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Thursday, September 24, 2026

Trainer-Pionierin: FC Ingolstadt entlässt Sabrina Wittmann

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Sie war die erste Trainerin im Männer-Profifußball, nun wurde Sabrina Wittmann beim FC Ingolstadt entlassen. Der Drittligist zog die Reißleine.

24.09.2026 | 1:04 min

Als Sabrina Wittmann im Mai 2024 den FC Ingolstadt als Trainerin übernahm, blickte ganz Fußball-Deutschland auf die damals 32-Jährige. Eine Frau hatte hierzulande noch nie ein Profiteam der Männer gecoacht. Wittmann war eine Pionierin.

Nach 100 Pflichtspielen ist ihre Zeit bei den Oberbayern nun aber vorbei. Der Drittligist trennte sich wegen des enttäuschenden Saisonstarts von Wittmann. Damit sitzen auf den 56 Trainerbänken in Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga künftig wieder nur männliche Coaches. 

Wittmann: "Hätte sehr gerne weitergemacht"

Wittmann wurden nur acht Punkte aus den ersten sieben Ligaspielen, zuletzt drei Niederlagen in vier Spielen und Tabellenrang 13 zum Verhängnis. Das mühevolle Weiterkommen im Landespokal beim Regionalligisten TSV Landsberg am Mittwochabend (2:1) half letztlich nicht mehr - schon am folgenden Morgen wurde die heute 35-Jährige über ihren Rauswurf informiert.

Die Trainerin des FC Ingolstadt Sabrina Wittmann sprach im Juli im Talk mit ZDF-Moderator Sven Voss über ihre Rolle als Trainerin im Männer-Profifußball.

28.07.2025 | 14:49 min

"Ich hätte sehr gerne weitergemacht und den Weg mit einer Mannschaft voller außergewöhnlicher Charaktere fortgesetzt", wurde sie in einer Mitteilung zitiert.

Leider ist das Vertrauen hierfür nicht mehr da und der Verein hat sich für eine andere Lösung entschieden.

Sabrina Wittmann, Ex-Trainerin des FC Ingolstadt

Wittmann-Nachfolger steht noch nicht fest

Geschäftsführer Harald Gärtner sprach von "einer intensiven Betrachtung der saisonübergreifenden sportlichen Entwicklung und der Ergebnisse im bisherigen Saisonverlauf der 3. Liga", die zur Trennung geführt habe. Der FCI halte eine "Neuausrichtung" für nötig.

Obwohl Wittmann den wohl besten Kader in ihrer FCI-Zeit zur Verfügung hatte, enttäuschte die Mannschaft. Wer auf die Trainerin folgt, solle "zeitnah" kommuniziert werden.

Von den U15-Mädchen bis zu den Drittliga-Profis

"Auf menschlicher und persönlicher Ebene ist uns dieser Entschluss sehr schwergefallen", beteuerte Gärtner. Fast eineinhalb Jahrzehnte war Wittmann bei den Schanzern: Sie begann im Jahr 2009, war ab 2012 etwa Trainerin der U15-Mädchen, übernahm später unterschiedliche Juniorenteams. Im Mai 2024 folgte sie bei den Profis auf Michael Köllner und wurde Interimstrainerin. Kurz darauf bestätigten die Ingolstädter Wittmann als Cheftrainerin in der 3. Liga. Anfang 2026 bekam sie die DFB-Pro-Lizenz, im März wurde ihr Vertrag sogar noch verlängert.

Jetzt muss sie den FCI, für den sie selbst auch gespielt hatte, verlassen. "Ingolstadt war für mich mehr als irgendein Verein. Hier war ich zu Hause. Hier bin ich fußballerisch groß geworden und habe unheimlich viele besondere Erinnerungen machen dürfen", sagte sie.

Der Verein mit all seinen Leuten und Mitarbeitern ist mir mehr als ans Herz gewachsen.

Sabrina Wittmann, Ex-Trainerin des FC Ingolstadt

Stolz nach Beförderung 2024 zur Cheftrainerin

Der Verein hatte sie mit der Beförderung 2024 auch extrem in den Fokus und damit unter Druck gesetzt. Wittmann war zwar stolz darauf, als Vorreiterin für Frauen im Fußball angesehen zu werden, wie sie oft sagte. Aber der Druck gerade am Anfang war sehr groß, wie sie zuletzt in einem Podcast schilderte. Es sei ein "Rucksack" gewesen, sagte sie. "Der war schon ein bisschen schwerer als ich gedacht hätte, um ehrlich zu sein."

Sie habe nicht die erste Frau sein wollen, die dann nach wenigen Wochen wieder entlassen wird. Sie hielt sich letztlich mehr als zwei Jahre, ehe nun die Trennung folgte.

Trainerinnen im Männerfußball

:Warum Gleichstellung am Spielfeldrand stockt

Sabrina Wittmann ist die erste Cheftrainerin im Männer-Profifußball. Ihr Erfolg beim FC Ingolstadt zeigt aber auch, wie viel Mut und Wandel im deutschen Fußball noch nötig sind.

von Victoria Kunzmann

Die Spieler und Cheftrainerin Sabrina Wittmann  bedanken sich bei den Fans
TV-Kameramann beim Fußballspiel

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