Schmuckhersteller in der Krise – Claire's-Angestellte sollen keine Löhne mehr erhalten

Léa ist Leiterin mehrerer Geschäfte der Schmuck- und Accessoire-Kette in der Westschweiz und hat seit Mai dieses Jahres keinen Lohn mehr erhalten. Sie verschickt unzählige E-Mails und Briefe an ihre Vorgesetzten, bislang ohne Ergebnis.
«Es ist sehr kompliziert. Die Mieten werden nicht ausgesetzt, die Rechnungen auch nicht. Ich werde von vielen Organisationen betrieben. Auch wenn ich erkläre, dass mein Arbeitgeber mich nicht bezahlt, muss ich für das Geld irgendwie aufkommen», sagt Léa gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS).
Wir wurden um 14 Uhr angerufen und mussten um 18 Uhr endgültig schliessen.
Weiter erfuhr sie ohne Vorankündigung von der Schliessung einer Boutique in Neuenburg: «Wir wurden am Montag um 14 Uhr angerufen, um um 18 Uhr am selben Tag endgültig zu schliessen. Wir mussten alles organisieren, um die Boutique zu räumen», erzählt die Filialleiterin.
25 Geschäfte in einem Jahr geschlossen
In den letzten zwölf Monaten hat Claire's 25 Geschäfte in der Schweiz geschlossen. Mehrere Mitarbeitende geben an, weder ein Kündigungsschreiben noch Dokumente erhalten zu haben, die es ihnen ermöglichen würden, Arbeitslosengelder zu beziehen.
Das sagt ein Anwalt zu den möglichen Folgen für die Angestellten:
Eine andere ehemalige Angestellte erzählt, dass sie ihr Kündigungsschreiben mehrmals einfordern musste und es einen Monat später als Foto per Whatsapp erhalten haben.
Übernahme Anfang Jahr
Vor einem Jahr stand die Claire's-Gruppe in den USA und in Europa am Rande des Konkurses. Im Herbst 2025 hat der französische Unternehmer Julien Jarjoura in einer Übernahmewelle rund 200 Verkaufsstellen übernommen.
Er versprach unter anderem, die Preise zu senken und sich wieder auf die Zielgruppe Teenager zu konzentrieren, was zur Popularität der Kette beigetragen hat. RTS hat Julien Jarjoura kontaktiert, aber keine Antwort erhalten. Weiter hat Jarjoura auch nicht auf die von den Mitarbeitenden erhobenen Vorwürfe reagiert.
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