"Eine einmalige Chance": Jeddeloh II will kein One-Hit-Wonder bleiben
Im Liga-Alltag steckt der Dorfklub im Abstiegskampf, im DFB-Pokal peilt der SSV Jeddeloh II gegen Hertha BSC die nächste Überraschung an. Für Trainer Burak Bahar kommt es zum Wiedersehen mit seinem Ex-Klub.

Zwischen 2022 und 2024 Co-Trainer bei der U 17 von Hertha BSC: Burak Bahar IMAGO/Niklas Heiden
Gegen den 1. FC Heidenheim gelang dem SSV Jeddeloh II in der ersten Runde die große Überraschung. Mit 5:2 fegte der SSV den Zweitligisten aus dem Oldenburger Marschwegstadion. Jetzt soll gegen Hertha BSC nachgelegt und der Einzug in das Achtelfinale geschafft werden.
Eine besondere Partie wird das Duell mit den Berlinern für Burak Bahar sein. Der 34-Jährige hat erst in der vergangenen Woche den Job des Cheftrainers beim Regionalligisten übernommen. Zwischen 2022 und 2024 arbeitete er als Co-Trainer der U 17 bei Hertha BSC. "Es schließt sich ein Kreis. Das ist die Überschrift für mich persönlich", erzählt er vor dem Duell mit dem Hauptstadtklub. "Inhaltlich habe ich dort viel gelernt, sehr viele gute Trainer kennenlernen und viele intensive Gespräche führen dürfen."
Bei den Berlinern arbeitete Bahar in der U 17 zeitweise mit Kennet Eichhorn zusammen. Einer seiner Spieler war auch Soufian Gouram, mit dem es nun zum Wiedersehen kommt. Bahars Einstand beim SSV verlief am Samstag beim 1:1 gegen den Eimsbütteler TV durchwachsen. Am Mittwoch will der 34-Jährige seinen ersten Sieg holen - und dabei zugleich seinem Ex-Klub die erste Niederlage in dieser Saison zufügen.
Mit allen Kräften, die wir haben, werden wir versuchen, uns zu wehren. Es ist eine einmalige Chance.
Burak Bahar
Das Aufeinandertreffen mit Hertha BSC ist für den SSV das bisher größte Spiel in der Klubgeschichte. Die Jeddeloher gehen in dieses als klarer Außenseiter, wollen im DFB-Pokal aber kein One-Hit-Wonder bleiben. Ausweichen muss der Klub aus dem Landkreis Ammerland für die Partie erneut in das Oldenburger Marschwegstadion. Dort sind die Jeddeloher in dieser Saison noch ungeschlagen. Nach dem Sieg gegen Heidenheim gelang dort vor einigen Wochen auch ein 3:1-Sieg im Derby gegen den VfB Oldenburg. Es sind die beiden größten Highlights in einer ansonsten bisher tristen Saison. Nach dem Pokalsieg und Platz 4 im Vorjahr steckt der Dorfklub aktuell im Abstiegskampf. "Die Tabellensituation", ist sich Bahar sicher, "spiegelt nicht die Qualität der Mannschaft wider."
Tickets rasch vergeben
Bahars Vorgänger Kristian Arambasic musste nach einer 2:7-Klatsche gegen die SV Drochtersen/Assel gehen. "Ich muss mich bei der Mannschaft und bei Kristian dafür bedanken, dass sie das in der ersten Runde geschafft haben", sagt Bahar vor dem Hertha-Spiel im ausverkauften Marschwegstadion. Alle 10.000 Tickets waren rasch vergriffen. Doch die Jeddeloher wollen sich im Anschluss nicht nur über das Erlebnis, sondern auch über das Ergebnis freuen.
Dem Trainer ist klar, dass gegen den Tabellenführer der 2. Liga eine große Herausforderung auf seine Mannschaft wartet. "Natürlich gucke ich auch Fußball und weiß, wie die Hertha in diesem Jahr performt." Indes: Gegen Bundesliga-Absteiger Heidenheim hatte den Jeddelohern zuvor auch kaum jemand etwas zugetraut. Jetzt soll an einem kalten Herbstabend im Nordwesten auch Hertha BSC ins Stolpern gebracht werden. "Wir werden nichts verschenken", beteuert Bahar. "Mit allen Kräften, die wir haben, werden wir versuchen, uns zu wehren. Es ist eine einmalige Chance."
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