FDP-Spitze zu Bundesratswahl – Zögern vor der Kandidatur «nicht gerade ein Empfehlungsschreiben»

Sechs Männer und eine Frau wollen SVP-Bundesrat Guy Parmelin in der Regierung beerben – und einer überlegt es sich noch: Die SVP habe mit ihrer Kandidierendensuche «für Unterhaltung und Spannung» gesorgt, sagt FDP-Co-Präsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher in der «Samstagsrundschau», und habe nun ein «breites Kandidierendenfeld vorgelegt».
Wie entscheidet Aeschi?
Dass sich SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi von der SVP Zug zwar nominieren lässt, aber erst später entscheiden will, ob er wirklich zur Verfügung steht, findet Vincenz etwas «skurill», wenn es eine Frist gibt und sich die anderen daran halten. «Das ist von der Entscheidungsfreudigkeit her nicht gerade ein Empfehlungsschreiben», sagt sie. Gleichzeitig hat sie ein gewisses Verständnis, da Aeschi schon einmal erfolglos für den Bundesrat kandidiert hat. «Ich hoffe aber schon, dass er jetzt relativ schnell zu einer Entscheidung kommt.»
Die Rangelei, die sich Aeschi sowie der Walliser Nationalrat Michael Graber – ein weiterer Bundesratskandidat – mit Sicherheitspersonal im Bundeshaus lieferten, hält sie «nicht für einen Pluspunkt für die beiden Kandidaten». Wie bedeutend das heute noch sei, müsse die SVP-Findungskommission entscheiden.
Mühe hat Vincenz zudem mit der Aussage Grabers an seiner Kandidatur-Medienkonferenz, wonach die Schweiz vielleicht schon bald das Militär aufbieten müsste, wenn es ähnliche Zustände gäbe wie in Paris und Mailand mit den gewalttätigen Demonstrationen.
Lateinische Schweiz auf dem Ticket
Die FDP-Co-Präsidentin hält an ihrer früh vorgebrachten Forderung fest, dass auf dem Ticket, welches die SVP-Fraktion bestimmen wird, eine Person aus der Romandie oder aus dem Tessin steht. Dass mit der Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz nur gerade eine einzige Frau für den Bundesrat kandidiert, enttäuscht Vincenz-Stauffacher, die ursprünglich auch eine Frau auf dem Ticket gefordert hatte.
Daraus zu schliessen, dass Amaudruz nun aus FDP-Sicht aufs Ticket müsse, wäre aber «zu forsch von aussen als Vorgabe». Neben Amaudruz kandidieren aus der lateinischen Schweiz der Tessiner Ständerat Marco Chiesa und der französischsprachige Berner Regierungsrat Pierre Alain Schnegg.
Susanne Vincenz-Stauffacher erwartet mindestens ein Zweierticket – so wie es unterdessen üblich ist. «Wenn es drei sind, fände ich das umso spannender für die Bundesversammlung.»
Diese acht Kandidaten schickt die SVP ins Rennen
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Bild 1 von 8. Céline Amaudruz. Céline Amaudruz (47) ist SVP‑Nationalrätin aus Genf und Mitglied im nationalen Parteivorstand. Sie hat ihre Bereitschaft für eine Kandidatur offiziell bekanntgegeben: Amaudruz gilt als chancenreichste Kandidatin aus der Romandie. Bildquelle: KEYSTONE / Urs Flüeler.
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Bild 2 von 8. Marco Chiesa. Der Tessiner Ständerat Marco Chiesa (52) will Nachfolger von Guy Parmelin im Bundesrat werden. Seine Kantonalpartei sieht Chiesa aufgrund seiner vielfältigen Erfahrungen im Rahmen der SVP-Präsidentschaft im Vorteil. Bildquelle: Keystone/Peter Schneider.
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Bild 3 von 8. Rémy Wyssmann. Rémy Wyssmann (59), Solothurner Parteipräsident und Nationalrat, will Bundesrat werden. Die Kandidatur des Anwalts und Dozents gilt eher als überraschend. Bildquelle: KEYSTONE / Peter Schneider.
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Bild 4 von 8. Michael Graber. Der Walliser Nationalrat Michael Graber (45) hat kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist seine Bundesratsambitionen verkündet. Seine Kandidatur gab er im «Tages-Anzeiger» und kurz darauf in einer Medienkonferenz bekannt. Bildquelle: Keystone/Peter Klaunzer.
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Bild 5 von 8. Franz Ruppen. Nachdem er von Esther Friedli (SG) vorgeschlagen wurde, überlegte sich auch der Walliser SVP-Staatsrat Franz Ruppen (55) eine Kandidatur – und kam zum Schluss: «Ja, ich will.». Bildquelle: KEYSTONE / Cyril Zingaro.
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Bild 6 von 8. Pierre Alain Schnegg. Auch der Berner Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg bewirbt sich um einen Sitz im Bundesrat. Schnegg wird im Dezember 64 Jahre alt. Er stammt aus dem Berner Jura, ist frankophon, spricht aber gut Deutsch. Bildquelle: Keystone/Anthony Anex.
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Bild 7 von 8. Thomas Aeschi. Die SVP Zug hat Thomas Aeschi (47) für den freiwerdenden Sitz im Bundesrat nominiert. Der Fraktionschef der SVP im Bundeshaus will nun in sich gehen. Er gehört seit Jahren zu den aussichtsreichsten Kandidaten, auch wenn seine Chancen durch die Wahl des ebenfalls aus Zug stammenden Martin Pfister (Mitte) gesunken sein dürften. Bildquelle: Keystone/Peter Schneider.
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Bild 8 von 8. Jean-Pierre Gallati. Regierungsrat Jean-Pierre Gallati (60) wurde von der SVP Aargau einstimmig für die Bundesratswahl vom 9. Dezember 2026 nominiert. Er will denn auch antreten, wie er gegenüber der «Aargauer Zeitung» in einem Interview erklärte. Bildquelle: Keystone/Andreas Becker.
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