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Monday, October 26, 2026

Umbau beim Detailhändler – Migros-Chef: «Schritt ist richtig und macht uns schlagkräftiger»

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Die Migros-Organisation soll sich fundamental ändern: Statt elf separater Regionalgenossenschaften soll künftig eine Gruppengenossenschaft Entscheide fällen. Migros-Chef Mario Irminger hat das Unternehmen bereits mit dem Verkauf von Geschäftsbereichen wie Hotelplan verändert, nun folgt der Umbau in der Organisation.

Mario Irminger

Präsident der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes

Mario Irminger ist seit 2023 Migros-Chef, davor leitete er seit 2011 die Migros-Tochter Denner. Der gebürtige Toggenburger begann seine berufliche Laufbahn als Wirtschaftsprüfer und Treuhänder. Im Oktober 2026 wurde bekannt, dass er sein Amt bei der Migros 2027 abgeben wird.

SRF News: Weshalb hat sich das Migros-Management dazu entschieden, aus elf Genossenschaften eine zu machen?

Mario Irminger: Der Schritt ist richtig, das macht uns viel schlagkräftiger. Die Entscheidungen können schneller gefällt werden. Wir können die Kundenleistung erhöhen. Die Genossenschafter werden Genossenschafter der gesamten Migros sein und nicht mehr nur ihrer regionalen Genossenschaft.

Coop ist schon vor 25 Jahren zu dieser Erkenntnis gekommen. Weshalb hat es bei Migros so lange gedauert?

Die föderale Struktur bei der Migros ist sehr ausgeprägt. Die Diskussionen finden ehrlicherweise schon seit 30 Jahren statt. Wir finden, heute ist der richtige Zeitpunkt dafür.

Ein Stapel orangefarbener Einkaufswagenkörbe auf einem Tisch in einem Innenraum.
Legende: Keystone / Peter Klaunzer

Sie haben gesagt, die Regionalgenossenschaften haben einstimmig zugestimmt. Wie viel Überzeugungsarbeit hat das gekostet?

Ich möchte einen anderen Anflug zu diesem Thema machen. Es waren intensive Diskussionen bei allen elf Verwaltungen, die involviert waren. Aber es war ein extrem konstruktiver Prozess, der am Schluss dazu geführt hat, dass es eine einstimmige Entscheidung wurde.

Es wird eine Urabstimmung geben. Wie überzeugen Sie die Genossenschafterinnen und Genossenschafter?

Wir sind der Meinung, dass wir für die Kunden die Leistung mit diesem Schritt zur Gruppengenossenschaft und einem einstufig geführten Supermarkt weiter verbessern können. Für die Genossenschafter sehen wir, dass sie am gesamten Universum der Migros partizipieren. Und was wir auch mit der Vision zusammen kommuniziert haben: Wir wollen die Genossenschafter perspektivisch am wirtschaftlichen Erfolg der Migros partizipieren lassen. Eine zukünftige, starke Migros hilft auch den Mitarbeitern, weil wir Perspektive und Sicherheit geben können.

Was bedeutet die Zentralisierung für die Kundschaft?

Für die Kundschaft ändert sich in einem ersten Schritt überhaupt nichts. Sie werden ihre gewohnte Filiale haben. Sie werden ihre gewohnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. Über die Zeit werden wir die Leistung für unsere Kundinnen und Kunden weiter ausbauen können.

Schon jetzt ist klar: Es wird einen Stellenabbau in der Verwaltung und im Management geben.

Bis Mitte 2028 gibt es ein Moratorium, es gibt keinen Stellenabbau. Doppelspurigkeiten von zehn Regionen auf nachher fünf Regionen, die werden wir abbauen. Aber wir sind überzeugt, dass wir das über natürliche Fluktuationen gestalten können.

Wenn ich jetzt dreieinhalb Jahre zurückschaue, habe ich es mir definitiv nicht einfach gemacht.

Sie werden bei der Umsetzung nicht mehr dabei sein, Sie treten zur Urabstimmung ab. Weshalb verlassen Sie Ihren Posten in dieser wichtigen Phase?

Ich werde nächstes Jahr 62. Wenn wir vor einer so grossen Entscheidung stehen, diese Transformation zu gestalten, ist das der richtige Zeitpunkt, das in neue Hände zu geben. Aber was ich machen werde, ist natürlich, mit aller Kraft diese Urabstimmung zu unterstützen, damit sie zu einem positiven Ziel führt.

Sie sind jetzt bei den Entscheidungen noch dabei, bei der Umsetzung nicht mehr. Man könnte auch sagen, Sie machen es sich ein wenig einfach.

Nein, das würde ich nicht sagen. Wenn ich jetzt auf die dreieinhalb Jahre zurückschaue, habe ich es mir definitiv nicht einfach gemacht.

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