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Saturday, November 7, 2026

14 Pferde tot – Familie erhält über 63’000 Franken Spenden

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  • Auf einem Hof in Cortébert BE haben 36 Pferde und Fohlen giftige Bergahornsamen gefressen, 14 Tiere sind gestorben.
  • Fünf Pferde sind noch in Tierkliniken, ob sie überleben, ist unklar.
  • Die Familie rechnet mit Tierarztkosten im sechsstelligen Bereich.

«Es war eine schlimme Woche. Von Montag bis Mittwoch war es ein Albtraum», sagt Audrey Steulet-Geiser gegenüber 20 Minuten. Seit vergangenem Samstag sind auf ihrem Hof 14 Pferde und Fohlen an einer Vergiftung durch Bergahorn gestorben.

Auf einer Weide in Cortébert frassen 36 Pferde und Fohlen der Familie die giftigen Samen des Bergahorns. Als die Familie erste Anzeichen einer Vergiftung bemerkte, organisierte sie sofort den Transport der Tiere in Kliniken in der ganzen Schweiz. «Sobald die Pferde und Fohlen in Behandlung waren, bekam ich dauernd Anrufe von Tierärzten. Immer mit derselben Nachricht: Deiner Stute geht es nicht gut. Wir müssen sie einschläfern.» Diese Entscheidung zu treffen, sei ihr besonders schwergefallen. «Ich habe fast jede Geburt der Fohlen miterlebt und mit einem einzigen Ja am Telefon habe ich sie verloren.»

«Tierarztkosten im sechsstelligen Bereich»

Am Freitag sind von den 25 Pferden noch fünf in Tierkliniken. Ob sie überleben, ist unklar. Mittlerweile habe sich die Situation auf dem Hof erholt. Doch es herrscht noch lange kein Normalbetrieb; die Pferde müssen nach ihrer Rückkehr aus den Kliniken genau überwacht werden. Die zurückgekehrten Pferde müssen deshalb vorerst in ihren Boxen bleiben. Auf die Weide dürfen sie nicht. «Die Tiere sind extrem erschöpft. Sie haben kaum Energie und könnten unterkühlen. Deshalb tragen sie momentan Wärmedecken», sagt Steulet-Geiser. Besonders grosse Sorgen bereiten der Familie auch die trächtigen Stuten, die ebenfalls von der Vergiftung betroffen waren. «Wir wissen nicht, wie sich die extreme Situation dieser Woche auf die ungeborenen Fohlen auswirkt.»

Neben der Trauer und den Sorgen um die Tiere steht die Familie nun vor einer weiteren Herausforderung: den hohen Tierarztkosten. «Wir rechnen momentan mit Tierarztkosten im sechsstelligen Bereich. Ein Pferd kostet in der Klinik durchschnittlich 1000 Franken pro Tag. Am Sonntag mussten wir gleich 25 Pferde in die Klinik bringen, die meisten waren bis Donnerstag dort», sagt Steulet-Geiser. Zusätzlich zu den hohen Tierarztkosten muss die Familie auch den Verlust der toten Pferde verkraften. Deren Wert schätzt sie auf mehrere Zehntausend Franken.

Die Tierarztkosten könnten über 100’000 Franken betragen, weshalb eine Spendenaktion gestartet wurde.

Die Tierarztkosten könnten über 100’000 Franken betragen, weshalb eine Spendenaktion gestartet wurde.Screenshot «Gofundme»

Um die Familie finanziell zu entlasten, startete eine gute Freundin der Familie einen Spendenaufruf auf Gofundme. Seit dem letzten 20-Minuten-Artikel kamen über 63’735 Franken zusammen. Die Familie ist überwältigt von der grossen Anteilnahme. «Wir sind so dankbar, zu sehen, dass so viele Menschen aus der ganzen Schweiz uns unterstützen und uns helfen, unsere Tiere retten zu können», sagt Steulet-Geiser. Trotz der grossen Unterstützung bleibe die Lage angespannt.

Giftige Samen können Hunderte Meter weit fliegen

Der Bergahorn ist in der Schweiz weitverbreitet, besonders im Jura, im Mittelland und in den Voralpen. Seine Samen und Keimlinge sind für Pferde giftig. Feld- und Spitzahorn gelten dagegen als unbedenklich. «Wir sehen die meisten Fälle bei Pferden aus dem Jura und den Freiburger Voralpen», erklärt Lucia Unger, Dozentin für Innere Medizin an der Pferdeklinik der Universität Bern, gegenüber 20 Minuten.

Wie erkennt man den giftigen Bergahorn?

Doch auch Weiden ohne Bergahorn in unmittelbarer Nähe können gefährlich sein. Die geflügelten Samen können laut Unger bis zu 200 Meter weit fliegen, bei starkem Wind möglicherweise noch weiter. Deshalb sei es wichtig, die Weiden auf herangewehte Samen zu prüfen. «Man sollte sich nicht auf eine reine Abstandsmessung verlassen», erklärt die Expertin.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Tierquälerei:

Maurin Vonplon

Maurin Vonplon (mav), Jahrgang 2006, arbeitet seit August 2026 bei 20 Minuten als Praktikant im Ressort Bern.

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