Sinkende Impfraten – Masernwelle in den USA: Bundesstaat New York ruft Notstand aus

- Die USA verzeichnen die schwerste Masernwelle seit Jahrzehnten mit Tausenden Fällen und Todesopfern.
- Die New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul ruft den Notstand aus, um Impf- und Testkapazitäten rasch auszuweiten.
- Sinkende Impfraten gelten als Hauptursache – US-Gesundheitsminister Kennedy steht in der Kritik.
Wegen stark steigender Infektionszahlen, insbesondere in ländlichen Regionen, hat die New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul den Notstand verhängt. Der Schritt soll den Behörden ermöglichen, schneller auf das Ausbruchsgeschehen zu reagieren.
Niemand sollte an einer durch Impfung vermeidbaren Krankheit schwer erkranken oder sterben.
Über eine Exekutivorder wird der Kreis der Personen, die Impfungen verabreichen und Tests durchführen dürfen, deutlich ausgeweitet – etwa auf Apothekerinnen und Apotheker sowie Rettungskräfte. «Niemand sollte an einer durch Impfung vermeidbaren Krankheit schwer erkranken oder sterben», begründete Hochul die Dringlichkeitsmassnahme. Bis Anfang Oktober wurden im Bundesstaat New York 108 Infektionen gezählt, 7 davon in der Millionenstadt New York City und 101 im übrigen Gebiet.
Dramatische Lage im Nachbarstaat Pennsylvania
Noch drastischer stellt sich die Situation im benachbarten Pennsylvania dar: Dort wurden mittlerweile über 1000 Erkrankungen registriert – eine Marke in einem einzelnen Bundesstaat, die in den USA seit 35 Jahren nicht mehr erreicht wurde. Fast 200 Betroffene mussten im Spital behandelt werden, mindestens 5 Menschen starben infolge einer Infektion.
Landesweit wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC und der Johns-Hopkins-Universität bereits bis zum Sommer mehr als 2300 Fälle in 45 Bundesstaaten registriert. Damit liegt das laufende Jahr schon jetzt über dem Niveau des Vorjahres. Die Zahlen steigen weiterhin. Auch international schlägt sich der Trend nieder: Das Nachbarland Kanada verlor bereits im Vorjahr seinen offiziellen WHO-Status als «masernfrei».
Sinkende Impfquoten und Kritik an der Gesundheitspolitik
Als Hauptursache für das Wiederaufflammen der hochansteckenden Viruserkrankung sehen Fachleute die sinkenden Impfquoten. Vor diesem Hintergrund gerät auch die US-Gesundheitspolitik unter Druck: Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. sieht sich angesichts der Rekordzahlen anhaltender Kritik ausgesetzt, da er in der Vergangenheit wiederholt Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Impfungen geäussert hatte.
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