SRF-Journalist bereut «10 vor 10»-Auftritt im Fall Fischer

«Rückblickend war das ein Fehler»
SRF-Journalist bereut «10 vor 10»-Auftritt im Fall Fischer
SRF-Reporter Pascal Schmitz gesteht auf einem ZHAW-Panel in Winterthur: Sein «10 vor 10»-Auftritt zur Affäre um Patrick Fischer war ein Fehler. Die heftigen öffentlichen Reaktionen habe das Team unterschätzt.
Publiziert: vor 20 Minuten
- Pascal Schmitz bereut den «10 vor 10»-Auftritt zu Patrick Fischer
- Er machte Fischers gefälschtes Olympia-Covid-Zertifikat publik
- SRF unterschätzte die Reaktionen; die Enthüllung bereut Schmitz nicht
Saskia SchärRedaktorin People
SRF-Journalist Pascal Schmitz hat erstmals offen über die Folgen seiner Enthüllung im Fall Patrick Fischer gesprochen. Im April 2026 brachte Schmitz den damaligen Schweizer Eishockey-Nationaltrainer ins Wanken, nachdem dieser ihm bei einem gemeinsamen Mittagessen gestanden hatte, 2022 mit einem gefälschten Covid-Zertifikat an die Olympischen Spiele in Peking gereist zu sein. Wie ihm der Medienchef der Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) Finn Sulzer allerdings verdeutlichte, war diese Geschichte nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Schmitz veröffentlichte sie dennoch.
Während einer ZHAW-Podiumsdiskussion in Winterthur erklärte Schmitz nun, dass er insbesondere eines bereut: seinen Auftritt bei «10 vor 10». «Rückblickend war das ein Fehler – nach diesem Auftritt stand ich im Mittelpunkt. Aus heutiger Sicht würden wir das nicht mehr so machen», sagte er laut «20 Minuten».
Die öffentliche Reaktion, die auf die Enthüllung folgte, wurde von Schmitz und seinem Team unterschätzt. «Ich habe viel Hass und Missgunst erlebt. Der Druck war maximal», erzählte er und betonte, wie sehr Familie, Freunde und sein Arbeitgeber SRF ihm in dieser schwierigen Zeit Rückhalt gaben. Der Journalist musste sich vorübergehend aus der Öffentlichkeit zurückziehen, um sich zu sammeln.
«Wir haben das Ausmass der Reaktionen unterschätzt»
Dass er damals direkt vor die Kamera von «10 vor 10» trat, begründet Schmitz mit der überraschenden Entlassung Fischers. Dies, nachdem sich der Verband kurz davor noch hinter ihn gestellt hatte. «Viele Medien hatten schon vor uns berichtet, wir waren unter Druck und wollten Transparenz schaffen», stellt er klar.
Den Vorwurf, aus Selbstdarstellung gehandelt zu haben, weist der Reporter entschieden von sich. Die Redaktionsleitung habe in dieser Stresssituation gemeinsam entschieden. Allerdings räumt er ein: «Wir haben das Ausmass der Reaktionen unterschätzt.»
Trotz der heftigen Kritik im Nachgang bereut Schmitz seine Enthüllung im Fall Fischer nicht. Vor zahlreichen Medien- und Kommunikationsschaffenden sowie Ehemaligen der ZHAW betont er, aus journalistischer Überzeugung auch heute wieder genauso zu entscheiden – sein Auftritt bei «10 vor 10» ausgenommen.
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