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Tuesday, September 22, 2026

100'000-Franken-Betrug: 77 Beteiligte – die Hälfte minderjährig

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  • Die Freiburger Kantonspolizei ermittelt seit Anfang 2026 gegen ein Betrugsnetz mit 77 identifizierten Beteiligten.
  • Das Netz bestellte mit gestohlenen Bankdaten Waren im Internet und verursachte einen Schaden von rund 100’000 Franken.
  • Drei mutmassliche Drahtzieher – ein 24-jähriger Portugiese und zwei 23-jährige Schweizer – wurden angehalten.

Seit Anfang 2026 laufen Ermittlungen gegen ein weitreichendes Betrugsnetz. Dieses soll mit gestohlenen Bankdaten Waren im Internet bestellt, weiterverkauft und die Gewinne verschoben haben, wie die Kantonspolizei Freiburg mitteilt.

Bislang identifizierte die Polizei 77 beteiligte Personen, fast die Hälfte von ihnen ist noch minderjährig. Der Schaden aus den betrügerischen Online-Bestellungen wird auf rund 100’000 Franken geschätzt.

Jugendliche auf Social Media angeworben

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen über soziale Netzwerke angeworben worden sein. Die Hintermänner hätten ihnen schnelle und einfache Gewinne versprochen.

Einige der Angesprochenen sollen Pakete entgegengenommen, Waren in Geschäften abgeholt oder weiterverkauft haben. Andere hätten im Auftrag Dritter Geld überwiesen und so als sogenannte «Money Mules» fungiert.

Die mutmasslichen Täter nutzten Bankdaten, die zuvor bei Cyberangriffen gestohlen wurden.

Die mutmasslichen Täter nutzten Bankdaten, die zuvor bei Cyberangriffen gestohlen wurden.Getty Images/iStockphoto

Gemäss den Ermittlungen nutzte das Netzwerk Bankdaten, die zuvor bei Cyberangriffen gestohlen worden waren. Damit sollen die Täter bei Fachhändlern Computer- und Elektronikartikel bestellt haben. Mittelsmänner holten die Ware demnach ab und verkauften sie weiter. Die Einnahmen seien an die mutmasslichen Drahtzieher geflossen oder in weitere illegale Aktivitäten investiert worden.

Drei mutmassliche Drahtzieher angehalten

Die Polizei hat drei mutmassliche Hauptdrahtzieher identifiziert und angehalten: einen 24-jährigen portugiesischen Staatsangehörigen sowie zwei 23-jährige Schweizer. Alle drei wohnen ausserhalb des Kantons Freiburg. Sie sollen mit den gestohlenen Bankdaten unter anderem Hotelaufenthalte und Ferien finanziert sowie betrügerische Geldtransfers getätigt haben.

Im Rahmen der Ermittlungen stiess die Polizei zudem auf Verstösse gegen das Strassenverkehrs- und das Waffengesetz. Ein 17-jähriger Freiburger soll in einer 80er-Zone auf einer Kantonsstrasse mit einer Bruttogeschwindigkeit von 264 km/h unterwegs gewesen sein.

Minderjährige Nachahmer ebenfalls aufgeflogen

Zwei minderjährige Freiburger sollen die Masche ihrer mutmasslichen Drahtzieher kopiert haben. Sie hätten weitere Jugendliche rekrutiert oder selbst betrügerische Bestellungen getätigt. Die Ermittlungen unter Leitung der Staatsanwaltschaft und des Jugendstrafgerichts dauern an.

Die Kantonspolizei weist darauf hin, dass grundsätzlich alle Inhaberinnen und Inhaber von Bank- oder Kreditkarten betroffen sein könnten. Sie empfiehlt:

Präventionstipps:

  • Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, wenn sie angeboten wird
  • Die Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen regelmässig überprüfen
  • Jede verdächtige Transaktion unverzüglich dem Finanzinstitut melden
  • Bei betrügerischem Missbrauch unverzüglich Strafanzeige erstatten

Auch Eltern sollten aufmerksam sein: Verfügt ein Jugendlicher plötzlich und ohne plausible Erklärung über viel Geld, teure Elektronik oder andere wertvolle Gegenstände, könnte er von einem kriminellen Netzwerk angeworben worden sein, so die Kantonspolizei Fribourg.

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Flurin Pestalozzi

Flurin Pestalozzi (flu) arbeitet seit 2025 bei 20 Minuten und ist Korrespondent in Bern.

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