Durchfall-Athletin sagt sorry: «Ich bereue meinen Entscheid»

- Die australische Hyrox-Athletin Joanna Wietrzyk (22) litt während eines Rennens in Peking an Durchfall, beendete den Wettkampf trotzdem und gewann.
- Da bei Hyrox Strecke und Geräte geteilt werden, sorgte der Vorfall weltweit für Diskussionen.
- In einem Instagram-Statement entschuldigte sie sich, zog sich nachträglich vom Rennen zurück und verzichtet auf die erzielten Punkte.
Einfach weiterlaufen, obwohl der eigene Körper offensichtlich nicht mehr mitspielt: Die Bilder von Joanna Wietrzyk, der Hyrox-Läuferin, die während eines Rennens in Peking an Durchfall leidet, sorgen weltweit für Diskussionen. Auf Bildern und Videos ist zu sehen, wie sich Fäkalien über Beine, Socken und Schuhe der 22-Jährigen verteilen.
Wietrzyk bricht das Rennen jedoch nicht ab. Sie absolviert weiter die verschiedenen Stationen. Besonders heikel: Bei Hyrox teilen sich die Athletinnen und Athleten Strecke und Trainingsgeräte. Wietrzyk gewinnt das Rennen schliesslich sogar.
«Rückblickend bereue ich die Entscheidung»
In einer zwischenzeitlich gelöschten Story postet sie ein Bild aus dem Krankenhaus und schreibt nüchtern: «Ein Sieg ist ein Sieg». Nun hat sie sich erstmals ausführlich zu Wort gemeldet. In einem langen Statement auf Instagram entschuldigt sie sich «aufrichtig für das, was während des Rennens in Peking passiert ist.»
Zu Beginn des Rennens habe sie sich völlig fit und gesund gefühlt, so Wietrzyk, die zu diesem Zeitpunkt mit keiner Erkrankung rechnete. «Rückblickend bereue ich die Entscheidung, nicht von der Strecke gegangen zu sein. Ich erkenne an, dass ich eine andere Entscheidung hätte treffen sollen. Ich übernehme die Verantwortung dafür, weitergemacht zu haben, und es tut mir zutiefst leid für das Unbehagen und die Störung, die dadurch verursacht wurden.»
Joanna Wietrzyk verzichtet auf die Punkte
Die Fitness-Athletin betont weiter, ihr Handeln habe andere Menschen betroffen. «Ich weiss, dass mein Handeln Auswirkungen hatte, die über mich selbst hinausgingen, und es tut mir aufrichtig leid für alle, die davon betroffen waren», schreibt sie.
Aus der Erfahrung wolle sie lernen und künftig daran denken, «dass es mehr im Leben gibt als Rennen und zu wissen, wann es richtig ist, einen Schritt zurückzutreten». Konsequenzen zieht sie ebenfalls: Sie zieht sich nachträglich vom Rennen, das sie gewann, zurück und verzichtet auf die erzielten Punkte.
Zugleich bedankt sie sich bei den Menschen, die ihr als Athletin und als Person beistehen und sich mit Unterstützung bei ihr gemeldet haben. Diese Anteilnahme bedeute ihr «mehr, als ich im Moment angemessen ausdrücken kann». Wietrzyk kündigt an, sich nun Zeit für die Erholung und ihre Familie zu nehmen, «abseits des Lärms».
Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredakteur und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.
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