Nati vor Duell mit Israel – Zwei Bestleistungen für den WM-Traum – Boykott kein Thema

«Ich denke, dass die Auslosung für uns eher gut war», sagte Noelle Maritz im Hinblick auf Playoff-Gegner Israel. Damit bezieht sie sich auf die sportlichen Aspekte, denn auf dem Platz ist die Schweiz klar favorisiert. Doch aufgrund der schwierigen geopolitischen Situation ist das Duell mit den Israelinnen kein alltägliches. Das Hinspiel findet im Exil in Ungarn und ohne Fans statt.
Verfolgen Sie die WM-Barrage-Partie zwischen Israel und der Schweiz am Freitag ab 15:20 Uhr live auf SRF zwei und in der SRF Sport App.
Die Schweizerinnen sind sich der speziellen Umstände bewusst, wollen den Fokus aber bewusst nicht auf die Gegnerinnen, sondern die mögliche WM-Qualifikation legen. Ein Boykott der Partie, wie ihn zuletzt Irlands Männer-Nationalteam angedroht hatte, war laut dem Medienverantwortlichen Sven Micossé nie im Thema.
Am Montagabend fand zudem eine Sitzung des Spielerinnenrats mit den Verantwortlichen der Nati statt, um möglicherweise auf andere Art ein Zeichen zu setzen. Geplant sei aktuell nichts, doch die Akteurinnen behalten sich vor, allenfalls doch noch eine Aktion umzusetzen. «Wir wollen das zuerst noch mit dem Team besprechen», erklärte Maritz.
Bestleistung gefordert
Die Konzentration soll allerdings beim Geschehen auf dem Platz liegen. «Alle wollen an die WM, das wäre ein riesiges Highlight», sagte Maritz. Die Aston-Villa-Legionärin ist sich aber bewusst, dass die Aufgabe gegen Israel nicht einfach wird: «Wir müssen in diesen beiden Spielen unsere Bestleistung abrufen.»
Während Maritz schon seit 2020 in England aktiv ist, spielt Nadine Riesen erst seit diesem Sommer auf der Insel. Nach ihrem Wechsel von Eintracht Frankfurt zu West Ham hat sie sich schnell eingelebt. «Ich hätte nicht gedacht, dass ich London so schnell ins Herz schliesse», gab die 26-Jährige zu. Sie habe schon viele Ecken der Stadt mit dem Fahrrad, auch mit Teamkollegin Seraina Piubel, erkundet.
Defensive Gegnerinnen erwartet
Im Klub hat sich Riesen auf der rechten Aussenbahn direkt einen Stammplatz erkämpft. Das gute Gefühl aus der vielen Spielpraxis werde ihr auch in der Nati helfen. Die Ostschweizerin erwartet, dass sie sich auch offensiv einsetzen müsse: «Sie werden eher auf Konter spielen und hinten reinstehen. Da werden wir Lösungen gegen einen tiefen Block finden müssen.»
Zuletzt hat die Schweiz übrigens 2014 gegen Israel gespielt. Damals gewann die Nati 5:0 und 9:0. So deutlich dürfte es dieses Mal wohl nicht werden. Doch ein überzeugender Sieg würde helfen, dass der Fokus danach definitiv auf dem Sportlichen liegt.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.