Kind (3) stirbt nach Fenstersturz: 3000 Euro Strafe für Vater

- Ein britischer Vater (37) ist auf Zypern nach dem Fenstersturz seines dreijährigen Sohnes zu einer Geldstrafe verurteilt worden.
- Das Gericht in Paphos verhängte 3000 Euro statt einer Freiheitsstrafe und sprach von einem «Fehler», nicht von Vorsatz.
- Der Vater hatte den Jungen im vierten Stock auf eine Fensterbank gesetzt, ohne zu merken, dass das Fenster offen war.
Ein Brite, dessen dreijähriger Sohn im Juli auf Zypern aus einem Hotelzimmerfenster gefallen und tödlich verunglückt war, ist zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Eine Gefängnisstrafe ersparte das zyprische Gericht dem Vater, wie zyprische Staatsmedien am Freitag berichteten. Der Brite hatte sich demnach zuvor schuldig bekannt, den Tod seines Kindes verursacht zu haben.
Die Eltern des Briten und weitere Familienangehörige befanden sich während der Verkündung des Urteils im Gerichtssaal. Medienberichten zufolge weinten einige Anwesende und umarmten den Vater. Er war beschuldigt worden, einen Tod durch eine rücksichtslose, unüberlegte oder gefährliche Handlung verursacht zu haben.
Kind auf Fensterbank gesetzt
Der Vorfall hatte sich im Juli im Ferienort Paphos ereignet, wo die Familie Urlaub machte. Am ersten Urlaubstag warteten der Vater und der Grossvater im vierten Stock des Hotels auf den Aufzug, um zum Abendessen zu gehen. Während des Wartens setzte der Vater den Sohn auf eine Fensterbank, damit dieser sich die Poollandschaft draussen ansehen konnte – ohne zu merken, dass das Fenster offen war.
Der Junge fiel aus dem Fenster und stürzte etwa zehn Meter tief. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos, im Krankenhaus wurde der Dreijährige für tot erklärt.
Darum fällt die Strafe so milde aus
Das Gericht in Paphos urteilte, das Handeln des Vaters sei ein «Fehler» gewesen und keine vorsätzliche Tat. Der Anwalt des Briten hatte argumentiert, dass der Vorfall innerhalb von Sekunden durch einen Moment der Unaufmerksamkeit hervorgerufen worden war. Das Gericht verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro anstelle einer Freiheitsstrafe. Der 37-jährige Vater durfte während des Verfahrens nach Grossbritannien zurückkehren, um an der Beerdigung seines Sohnes teilzunehmen.
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Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.
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