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Monday, October 26, 2026

Audi-Chef hilft US-Präsident: Marionette in Trumps Propaganda-Show

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Die Kritik am Auftritt des Audi-Chefs beim US-Präsidenten ist vernichtend. Dass der schwächelnde Konzern ein Werk in den USA bauen will, verständlich.

I n den „düstersten Teilen der deutschen Geschichte“ hätten die Nazis auch schon „rückgratlose Steigbügelhalter“ gebraucht, heißt es bei Bluesky zum Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump. Aber: Vergleiche mit dem Audi-Mutterkonzern VW, der ab 1937 als Nazi-Prestigeprojekt „Volkswagen“ bauen und damit die Macht der deutschen Faschisten ökonomisch festigen sollte, liegen – mal wieder – schief: Trump ≠ Hitler. Außerdem werden die Vergleiche Döllners Speichelleckertum beim US-Präsidenten wenige Tage vor den Midterms nicht gerecht.

Das ist der Audi-Plan: Für vier Milliarden US-Dollar wollen die Ingolstädter in Georgia ein Werk mit 4.500 Jobs bauen, die Produktion soll Anfang der 2030er-Jahre starten.

Aber wie und wo der Konzernboss das ankündigte, ist gelinde gesagt umstritten: Sie versinke „vor Scham im Boden“, sagt VW-Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo. Darüber, dass der deutsche CEO sich mit seinem einminütigen Auftritt „zur Marionette“ in Trumps „Propaganda-Show“ gemacht habe: „Etliche Minuten voller Rassismus, Sexismus, Fremdenhass, Transphobie, Verächtlichmachung der Demokratie“, so Cavallo, „und dann tritt einer unserer obersten Konzern-Repräsentanten auf die Bühne und betreibt aktive Wahlkampfhilfe“.

Anderen geht es ähnlich: Die SPD-Verkehrsexpertin Isabel Cademartori bewertet Döllners Gig als „Wahlkampfhilfe für einen Autokraten, der einen Handelskrieg gegen Deutschland“ führe. Selbst aus der Union kommt Kritik: Für den Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, Dennis Radtke, ist Döllners Rede „verstörend und erbärmlich.“

Die Empörung über Trumps neuen Bückling ist nachvollziehbar. Ökonomisch macht der Bau eines neuen Werkes in Georgia aber für die kriselnde Automarke absolut Sinn.

US-Werk kann Deutschland helfen

Auch dann, wenn gleichzeitig über Stellenabbau in den heimischen Werken in Ingolstadt und Neckarsulm nachgedacht wird, kann Audi profitieren. Schließlich baut der Konzern mit der Produktion in den USA Zoll-, Währungs- und Lieferkettenrisiken ab. Außerdem werden in Deutschland gefertigte Audi-Teile in den USA genutzt werden – und so helfen, schwächelnde deutsche Standorte besser auszulasten.

Chinesische Autobauer errichten aktuell auch Werke im für sie wichtigen Markt Europa – um EU-Zollschranken zu umgehen und um nah an der Kundschaft zu produzieren. Volkswagen grübelt seit Jahrzehnten über neue Produktionsstätten in den USA. Als wichtiger Grund dafür galt stets, dass die Konzernmarken in Übersee nicht genug vertreten seien. Erst im Januar wurde der Bau eines Audi-Werkes verworfen, angeblich weil es nicht genug Subventionen der US-Regierung gab. Die Audi-Konkurrenten BMW und Mercedes sind längst da.

Audi geht es in den USA schlecht. Die Trump-Zölle kosteten die Marke im Vorjahr 1,2 Milliarden Euro, der Absatz ging um 12 Prozent zurück. Aktuell werden die Staaten nur aus Europa beliefert – und einem Werk in Mexiko. Hier wird seit 2016 der Q5 gebaut, in den USA sollen die großen SUVs Q7, Q8 und Q9 produziert werden.

Und hier kommt der absolut fatale Teil von Döllners Ankündigung: Audi baut ein Werk ausschließlich für Verbrenner-Autos. Dieses soll profitabel sein, weil es auch nach Europa exportiert. Hier wird der Siegeszug der Elektromobilität weitergehen, selbst wenn die EU gerade beschließt, das bislang für 2035 geplante Verbot des Verkaufs von CO₂-Schleudern massiv aufzuweichen.

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Aber die wenigen Verbrenner, die noch in Europa verkauft werden, sollen aus den USA kommen. Wenn der aktuelle PR-Gau des Audi-Chefs das Image des Konzern nicht so beschädigt, dass die Zahlen weiter abstürzen. Auch Elon Musk stellte seine Arbeit für Trump als Bürokratie-Abbauer im Mai 2025 ein. Weil dadurch das Image litt, brach der Tesla-Absatz ein.

Zunächst ist die Zukunft Döllners in Gefahr. Er hat nämlich die erst im April veröffentlichten Audi-Verhaltensregeln gebrochen. Danach dürfen Konzern-Repräsentanten „in den letzten drei Monaten vor Wahlen keine öffentlich wirksamen Termine mit zur Wahl stehenden ‌Parteien/Politikern“ durchführen. Zwar wird das letztlich zuständige Gremium, der VW-Aufsichtsrat, den Werksbau trotz der Empörung im Arbeitnehmerlager absegnen. Aber ob Döllners Vertrag, der eigentlich bis 2030 läuft, noch sicher ist – fraglich.

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