"Da verblasst jeder Whisky": Peter Maffay denkt über die ihm noch bleibende Zeit nach

"Da verblasst jeder Whisky"Peter Maffay denkt über die ihm noch bleibende Zeit nach
23.09.2026, 16:43 Uhr
Vor Kurzem hat Peter Maffay seinen 77. Geburtstag gefeiert. Er wisse natürlich, dass er sich "im letzten Viertel" befinde und habe inzwischen andere Prioritäten als früher, sagt er. Musikalisch rangiert zurzeit ein gemeinsames Projekt mit Johannes Oerding ganz oben.
Peter Maffay beschäftigt sich zunehmend mit der Frage, wie viel gemeinsame Zeit ihm noch mit seiner Familie bleibt. Das erzählt der Musiker in einem gemeinsamen Interview mit Johannes Oerding für den "Stern". Sein Alter lässt ihn dabei keineswegs kalt. Die Zahl 77 sei für ihn "sehr elektrisierend", sagt Maffay.
Natürlich wisse er, dass er sich inzwischen "im letzten Viertel" seines Lebens befinde. "Ich denke darüber nach, wie viel Zeit mir noch mit den Menschen bleibt, die mir viel bedeuten", so der Sänger. Dabei hätten sich seine Prioritäten deutlich verschoben. Dinge, die früher wichtig gewesen seien, rückten inzwischen in den Hintergrund.
Besonders deutlich macht Maffay das an seiner siebenjährigen Tochter Anouk. Früher sei er "an irgendeiner Whiskyflasche hängen geblieben", erzählt der Rockstar rückblickend. Diese Zeiten seien vorbei. Heute sei es "eine andere Nummer", an der sein Herz hänge: seine Tochter, die ihm abends "Papa, gute Nacht" sage. Sein Fazit fällt eindeutig aus: "Da verblasst jeder Whisky."
Gemeinsames Album "Nashville"
Auch in der Freundschaft zwischen Maffay und Oerding spielt das Thema Familie eine besondere Rolle. Nach dem Tod ihrer Väter hätten sich die beiden Musiker intensiv über ihre Erfahrungen ausgetauscht und sich gegenseitig "Vater-Sohn-Storys" erzählt, berichtet Oerding. Diese Gespräche hätten ihnen auch beim gemeinsamen Musizieren geholfen.
Aus dieser Verbundenheit entstand auch eine besondere musikalische Zusammenarbeit. Für Maffays Lied "Wenn wir uns wiedersehen", das dieser seinem damals im Sterben liegenden Vater widmete, schrieb Oerding den Text. Er habe dafür Worte gefunden, die sehr persönlich gewesen seien, ohne ins Kitschige abzurutschen, lobt Maffay seinen Kollegen.
Maffay und Oerding verbindet inzwischen nicht nur ihre Freundschaft, sondern auch ein gemeinsames musikalisches Projekt. Für das Album "Nashville", das am 2. Oktober erscheinen soll, gingen die beiden in den USA gemeinsam ins Studio. Im berühmten Blackbird Studio mussten sie am ersten Tag allerdings mit einem kleineren Aufnahmeraum vorliebnehmen. Der Grund war prominent: Wie Oerding erzählt, sollte zeitgleich Taylor Swift dort Aufnahmen machen.
Worte zur politischen Lage
Zum Ende des Gesprächs kommen Maffay und Oerding auch auf die politische Lage zu sprechen. Maffay sieht in den Wahlerfolgen der AfD auch eine Folge von Versäumnissen der etablierten Parteien. Diese hätten teilweise die Verbindung zu den Menschen verloren und deren Sorgen nicht ernst genug genommen. Zugleich betont er, Künstler sollten ihre Haltung nicht verstecken und müssten auch Gegenwind aushalten können.
Oerding sagt seinerseits mit Blick auf die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt, diese entsprächen zwar nicht seiner eigenen politischen Haltung, demokratische Entscheidungen müsse man aber akzeptieren. Er plädiert dafür, wieder stärker miteinander ins Gespräch zu kommen.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.